Meeresforscher und Zoo-Experten wollen Quallenzucht ausweiten

Der Rostocker Zoo und das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) arbeiten künftig auf dem Gebiet der Quallenforschung zusammen

15. August 2017
Zoodirektor Udo Nagel (re.) und IOW-Direktor Prof. Ulrich Bathmann vereinbarten am Montag eine Zusammenarbeit in der Quallenforschung. Symbolisch überreichte der Zoodirektor eine Glasqualle. (Foto: Joachim Kloock)
Zoodirektor Udo Nagel (re.) und IOW-Direktor Prof. Ulrich Bathmann vereinbarten am Montag eine Zusammenarbeit in der Quallenforschung. Symbolisch überreichte der Zoodirektor eine Glasqualle. (Foto: Joachim Kloock)

Der Rostocker Zoo und das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) mit Sitz in Warnemünde werden künftig auf dem Gebiet der Quallenforschung zusammenarbeiten. Eine entsprechende Kooperation haben Zoodirektor Udo Nagel und der Direktor des IOW, Prof. Ulrich Bathmann, am Montag vereinbart. Die neue Partnerschaft wurde vom Rostocker Bundestagsabgeordneten Peter Stein initiiert, der sich als Mitglied der Ostseeparlamentarierkonferenz, der Baltic Sea Parliamentary Conference (BSPC), unter anderem für „Saubere Meere“ einsetzt. Die Ostseeparlamentarierkonferenz ist das parlamentarische Forum der Ostseeanrainerstaaten, in dem neben wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen auch Probleme des Klimawandels, der Umweltverschmutzung und der Energiepolitik diskutiert werden.

„Mit dem IOW haben wir viele Schnittmengen“, betonte Udo Nagel. „Einen kleinen Ausschnitt der Unterwasserwelt, die die Wissenschaftler in den Meeren untersuchen, zeigen wir auch in unseren Aquarien. Insbesondere mit unserer erfolgreichen Quallenzucht haben wir uns einen Namen gemacht. Fünf Jahre nach Start der Quallenhaltung sind die Tierpfleger in einem regen Erfahrungsaustausch mit Kollegen aus dem Zoo Berlin, dem Zoo in Wien und nicht zuletzt dem Enoshima-Aquarium in Japan, mit dem uns seit vergangenem Jahr ein Kooperationsvertrag verbindet“, so Nagel. Die Quallenzucht soll mit dem Polarium mit der Präsentation weiterer Arten ausgeweitet werden. Auch deshalb freut sich der Biologe und Meeresforscher Prof. Ulrich Bathmann auf die Zusammenarbeit mit dem Zoo. „Mit dem Know-how der Zoo-Experten und der exzellenten Versorgungstechnik in der Aquaristik ergeben sich hervorragende Synergien. Der Zoo ist ein interessanter Praxispartner für unsere Wissenschaftler und unsere Nachwuchsarbeit“, so Bathmann.

Abtauchen in Meereswelten

Angedacht sind gemeinsame Projekte rund um die Quallen, die mit zu den ältesten noch lebenden Tiere der Erdgeschichte zählen. Themen von gegenseitigem Interesse sind unter anderem Aspekte der Lebensweise der Quallen, ihrer Vermehrung und Ansprüche an ihre Umwelt. Berührungspunkte gibt es darüber hinaus beim Thema Verschmutzung der Meere und der daraus resultierenden Probleme für alle Meeresbewohner.

Korallenriff und Quallenkreisel waren mit der Eröffnung des Darwineum vor fünf Jahren absolutes Neuland für den Rostocker Zoo. Diese Unterwasserwelten gehören zu den Besuchermagneten. Der Zoo hält derzeit Polypen von etwa 20 Quallenarten, Medusen von etwa zehn Arten, darunter die Wurzelmundquallen, die Kompassquallen und Spiegeleiquallen. Im Polarium, das im kommenden Jahr zum 800. Stadtgeburtstag eröffnet werden soll, werden in einer eigenen Quallenkoje weitere sieben Arten gezeigt, die derzeit schon in Rostock gezüchtet, bisher aber noch nicht zur Schau gestellt wurden.

Mit Bau und Betrieb des Polarium strebt der Zoo weitere wissenschaftliche Kooperationen mit Institutionen an, die sich mit polaren Lebenswelten befassen. Partnerschaften mit wissenschaftlichen Einrichtungen haben sich in der Vergangenheit für jeweils beide Seiten mehrfach bewährt – zur Verbesserung der Tierhaltung, aber auch für die Bereiche Marketing, Kommunikation, Gestaltung, Besucherbefragung und Technik. So pflegt der Zoo enge Kontakte mit der Rostocker Universität und ihren Fachinstituten, mit der Hochschule Wismar und der Beuth Hochschule für Technik Berlin.

Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)

Das IOW ist ein Meeresforschungsinstitut, das sich auf die Küsten- und Randmeere und unter diesen ganz besonders auf die Ostsee spezialisiert hat. Mit einem interdisziplinären Ansatz wird Grundlagenforschung zur Funktionsweise der Ökosysteme der Küstenmeere betrieben. Die Ergebnisse sollen der Entwicklung von Zukunftsszenarien dienen, mit denen die Reaktion dieser Systeme auf die vielfältige und intensive Nutzung durch die menschliche Gesellschaft oder auf Klimaänderungen veranschaulicht werden kann.

Quelle: Zoo Rostock, Foto: Joachim Kloock

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