Architekturwettbewerb für die „Altstadtkieker“ im Petriviertel entschieden

Der Architekturwettbewerb für das Bauvorhaben der „Altstadtkieker“ an der Warnowstraße zwischen Haargraben und der Straße Am Holzlager im Rostocker Petriviertel ist entschieden

31. März 2016
Visualisierung der möglichen Bebauung, die den 1. Preis erhalten hat (Löser Lott Architekten, Berlin)
Visualisierung der möglichen Bebauung, die den 1. Preis erhalten hat (Löser Lott Architekten, Berlin)

„Das Petriviertel ist für eine Baugruppe hervorragend geeignet. Das individuelle Bauen und eine enge Beziehung zu unserer Stadt motivieren die neuen Einwohner des Petriviertels für so ein besonderes Projekt“, betonen Heike Lachmann und Martin Paetzold, Initiatoren des nördlichen Quartiers „Altstadtkieker“.

Zusammen mit der Hansestadt Rostock hatten sie im Winter letzten Jahres zu einem Architekturwettbewerb für das Bauvorhaben im Petriviertel an der Warnowstraße zwischen Haargraben und der Straße Am Holzlager aufgerufen. Als Ziel war formuliert, für das Wohnquartier mit einer Grundstücksgröße von 1.683 m² eine Planung für bis zu 20 Eigentumswohnungen zwischen 60 und 140 m² generationsübergreifend und barrierefrei zu entwickeln.

Das siebenköpfige fachkundige Preisgericht unter dem Vorsitz von Claus Anderhalten, freischaffender Architekt aus Berlin und Mitglied des Gestaltungsbeirates der Hansestadt Rostock, bewertete insgesamt zehn Wettbewerbsbeiträge von Architekturbüros aus Rostock, Köln, Dresden, Lübeck, Hannover und Berlin. Neben der städtebaulichen und architektonischen Qualität spielte die Beachtung der durch B-Plan und Gestaltungshandbuch gesetzten Rahmenbedingungen ebenso eine zentrale Rolle wie die Funktionalität und Nutzbarkeit der Grundrisse und der Freiflächen unter den Anforderungen einer Baugruppennutzung. Das Preisgericht hat nach mehrstündiger intensiver Diskussion drei Entwürfe prämiert, die auf die Nutzungsanforderungen einer Baugruppe eingingen und die hohen gestalterischen Anforderungen für das Petriviertel erfüllten.

Der erste Preis von Löser Lott Architekten aus Berlin überzeugte vor allem durch eine große Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit. Das stellt sich in der Materialität dar, die mit Betonsockel und sich abzeichnenden, umlaufenden Deckenscheiben die notwendige Rustikalität und Beanspruchung gewährleistet und im gleichen Zug mit Holz als weichem Kontrast spricht. Die Holzverkleidung der Fassaden orientiert sich an der Historie des Ortes und schafft so einen besonderen Bezug zum alten Holzlager. Dem zweiten Preisträger, das Büro Architekten BKSP aus Hannover, gelang im Rahmen der Vorgaben des Bebauungsplanes nach außen eine klare städtebauliche Figur mittels strengem Baukörper. Dabei wurde die Fassade durch Erker und Faschen gekonnt differenziert und feiner proportioniert. Nach innen zum Hof hin orientiert sich konsequent die Laubengangerschließung. Beim 3. Preis vom Architekturbüro Holzer Kobler Architekturen aus Berlin führt die lebendige Strukturierung des Baukörpers zu einer gut proportionierten angenehmen äußeren Anmutung, die zur Baugemeinschaft passend erscheint.

Alle Arbeiten werden, einschließlich der Auszüge aus dem Preisgerichtsprotokoll, in den Geschäftsräumen der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH, Am Vögenteich 26, vom 31. März 2016 bis zum 15. April 2016 ausgestellt.

Quelle: Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH

Schlagwörter: Architekturwettbewerb (12)Bauvorhaben (34)Petriviertel (16)RGS (27)

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