„Ausländer raus“-Plakate in der Innenstadt

SPD hängt im Vorfeld der AfD-Demo am Samstag provozierende Plakate in der Rostocker Innenstadt auf und möchte damit zum Nachdenken anregen

17. September 2018, von
„Ausländer raus“-Plakat in Rostock
„Ausländer raus“-Plakat in Rostock

„Ausländer raus!“ prangt es zentral mit roten Buchstaben auf Plakaten in Rostocks Innenstadt. Vor die bunten Fassaden auf der Kröpeliner Straße und dem Neuen Markt, die für Gäste aus nah und fern beliebtes Fotomotiv sind, hat sich eine unfreundliche Botschaft gedrängt. Diejenigen, die das Plakat bemerken, bleiben mit ungläubigem Blick stehen. Auch in den sozialen Netzwerken hat sich eine Diskussion entbrannt. Das Wirkungspotenzial ist umstritten. Auch wenn in leuchtend weißer Schrift der Satz „Stell Dir vor, Du musst flüchten und siehst überall“ an erster Stelle gesetzt wurde und damit den entscheidenden Dreh der Botschaft ausmacht.

Mit einem Motiv des politischen Plakatkünstlers Klaus Staeck, welches der heute 80-Jährige bereits 1986 entworfen hat, verunsichert die Rostocker SPD die Betrachter. „Das Plakat mit der Textzeile ‚Stell dir vor, du musst fliehen und siehst überall: Ausländer raus!‘ solle bewusst provozieren und zum Nachdenken animieren“, erklärt der SPD-Kreisvorsitzende und Projektleiter von „Endstation rechts“ Julian Barlen. „Wir wollen die Menschen aufrütteln und auf die größten Bedrohungen für unsere Demokratie, den Rechtsradikalismus und Menschenhass, aufmerksam machen.“

Aktueller Hintergrund ist die für den 22. September angemeldete Demonstration der AfD in Rostocks Innenstadt. Als Hauptredner wird Björn Höcke erwartet. Der Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete ist wiederholt durch geschichtsrevisionistische und rechtsextremistische Äußerungen aufgefallen.

Gegenprotest ist bereits angemeldet. Parallel zum AfD-Aufzug lädt das Bündnis „Rostock nazifrei“, ein Zusammenschluss verschiedener Vereine, Initiativen, Religionsgemeinschaften, Parteien und Gewerkschaften, zu unterschiedlichen Veranstaltungen unter dem Motto „Kein Schritt zurück – für ein solidarisches Rostock“ ein. Ab 14:00 Uhr findet am Universitätsplatz ein Fest für Kinder statt und eine bunte Demonstration vom Verein „Rostock hilft“ startet am Doberaner Platz. Die Hauptkundgebung mit musikalischem Begleitprogramm beginnt um 15:30 Uhr am Steintor. Um das Thema geschlechtliche Vielfalt für Migrant*innen geht es bei einer Podiumsdiskussion im Rathaus ab 15:30 Uhr. Um 16:30 Uhr beginnt die interreligiöse Andacht in der Marienkirche. Kundgebungen am Gewerkschaftshaus und in der Langen Straße sind angemeldet.

Das Stadtamt informiert, dass es wegen der Versammlungen und Aufzüge zu erheblichen Verkehrseinschränkungen kommen wird.

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