GDL-Streik bei der Deutschen Bahn vom 24. bis 29. Januar 2024

Die GDL hat vom 24. bis zum 29. Januar 2024 zu einem weiteren Bahnstreik aufgerufen, der Schienenverkehr wird auch in Rostock wieder massiv beeinträchtigt.

22. Januar 2024, von
GDL-Streik bei der Deutschen Bahn vom 24. bis 29. Januar 2024 (Foto: Archiv)
GDL-Streik bei der Deutschen Bahn vom 24. bis 29. Januar 2024 (Foto: Archiv)

Der Bahnstreik im Personenverkehr soll bereits am Montagmorgen um 2 Uhr enden statt wie ursprünglich geplant um 18 Uhr. Der Notfahrplan gilt bis Sonntag, 28. Januar. Am Montag, dem 29. Januar, kann es noch zu Beeinträchtigungen kommen, so die Bahn. GDL und Bahn wollen weiterverhandeln, bis zum 3. März 2024 soll eine Friedenspflicht gelten.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn AG, inklusive der Infrastruktur, und der City Bahn Chemnitz erneut dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Im Personenverkehr soll der flächendeckende Bahnstreik am Mittwoch, dem 24. Januar, um 2 Uhr beginnen und bis Montag, den 29. Januar, um 18 Uhr andauern.

Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr sowie bei den S-Bahnen

Die Deutsche Bahn (DB) bereitet einen Notfahrplan vor, die Anzahl der Fahrten wird jedoch deutlich reduziert. „Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt“, rät das Unternehmen.

Im DB-Regionalverkehr wird in Mecklenburg-Vorpommern ein stark reduziertes Angebot gefahren. Die DB Regio Nordost bedient u.a. den Hanse-Express RE1 zwischen Rostock, Schwerin und Hamburg. Hier „können voraussichtlich einzelne Züge fahren“, so die Bahn. Dies gilt auch für den RE5 zwischen Rostock bzw. Neustrelitz und Oranienburg bzw. Berlin Hauptbahnhof.

Auch die Rostocker S-Bahn wird vom Streik betroffen sein. Zwischen Warnemünde und Rostock (S1) sowie auf der Strecke Rostock – Laage – Güstrow (S3) wird der Verkehr ersatzlos eingestellt. Über Schwaan (S2) soll es einzelne Busse als Schienenersatzverkehr geben.

ODEG und RSAG: Busse, Straßenbahnen sowie RE9, RE10, RB11 und RB12 sollen fahren

Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) ist nicht direkt vom Streik betroffen, hier sollen die Züge rollen. Von Rostock aus gilt dies für die beiden Regional-Express-Verbindungen RE9 (Rostock – Stralsund – Binz/Sassnitz) sowie RE10 (Rostock – Stralsund – Pasewalk). Es kann jedoch zu Störungen im Betriebsablauf kommen, da die Infrastruktur der DB InfraGO AG genutzt wird, so die ODEG.

Auf den Strecken Tessin – Rostock – Wismar (RB11) und Rostock – Rövershagen – Graal-Müritz (RB12) sollen die Züge ebenfalls fahren. Diese Verbindungen betreibt die RSAG als Subunternehmer der DB Regio AG mit eigenen Tarifverträgen.

Nicht vom Streik betroffen sind Busse, Straßenbahnen und Fähren im Verkehrsverbund Warnow (VVW). Die Auslastung dürfte an den Streiktagen jedoch deutlich steigen.

Bahn bittet Fahrgäste, Reisen nach Möglichkeit zu verschieben und gewährt Kulanz

Fahrgäste, die ihre zwischen dem 24. und 29. Januar geplante Reise aufgrund des Streiks verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Die Fahrkarte gilt für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort – auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Reisen können auf den 22./23. Januar vorverlegt werden.

Tarifstreit um 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich

Beim Tarifstreit zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft geht es um mehr Geld und die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden. Die Bahn bietet in ihrem neuesten Angebot zwar eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 37 Stunden ab 2026 an, jedoch unter dem Vorbehalt, dass es ausreichend Personal gibt, und nur für Lokführer und Zugbegleiter – die GDL fordert dies für alle Schichtarbeiter, etwa Fahrdienstleiter.

Beim Entgelt hat die Bahn zuletzt 4,8 Prozent zum 1. August 2024 sowie 5,0 Prozent zum 1. April 2025 angeboten. Wer auf die Reduzierung der Arbeitszeit verzichtet, soll ab dem 1. Januar 2026 weitere 2,7 Prozent mehr Entgelt erhalten. Die GDL kritisiert die Werte als zu gering und die Laufzeit von 32 Monaten als zu lang.

Weitere Informationen zum Streik

  • Fahrplanauskunft unter bahn.de
  • kostenlose Sonderhotline unter 08000 99 66 33

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