Rostock wächst deutlich langsamer als erwartet

Die aktuelle Bevölkerungsprognose geht für 2035 von 215.802 Einwohnern in Rostock aus – nochmals rund 9.000 weniger als im letzten Jahr erwartet

3. April 2020, von
Neue Bevölkerungsprognose für Rostock (rote Linie: aktuelle Prognose, blaue Linie: Prognose von 2016 mit Flüchtlingsentwicklung)
Neue Bevölkerungsprognose für Rostock (rote Linie: aktuelle Prognose, blaue Linie: Prognose von 2016 mit Flüchtlingsentwicklung)

Rostock wächst weiter, allerdings deutlich langsamer als 2016 prognostiziert, wie aus der neuen Bevölkerungsprognose der Kommunalen Statistikstelle hervorgeht. Danach soll die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2035 auf 215.802 Personen steigen.

Die Bevölkerungsprognose von 2016 ging von 230.945 (mit Flüchtlingsentwicklung) bzw. 222.170 (ohne Flüchtlingsentwicklung) aus. Noch vor einem Jahr rechnete die Stadt mit knapp 225.000 Einwohnern im Jahr 2035.

Rostock wächst durch Zuzug – künftige Entwicklung ist ungewiss

Auch in Rostock sterben mehr Menschen als neu geboren werden. Die Differenz zwischen den Geborenen und den Verstorbenen eines Jahres, der natürliche Saldo, ist seit fast drei Jahrzehnten negativ. Rostock wächst nur aufgrund des positiven Wanderungssaldos – es ziehen mehr Menschen in die Stadt als aus ihr weg.

Da in den letzten Jahren zunehmend junge Familien aus Rostock – zum Großteil ins Umland – weggezogen sind, könnte der Wanderungssaldo künftig sinken. Die Stadt hat drei Varianten berechnet: Bei der optimistischen steigt die Einwohnerzahl im Jahr 2035 auf 221.849, bei der pessimistischen bleibt sie mit 210.754 fast auf dem aktuellen Niveau.

Zahlen wichtig für Planung der Infrastruktur

Wichtig sind die Zahlen vor allem für die Planung und Finanzierung der Infrastruktur. Zur Berechnung der benötigten Plätze in Kitas, Schulen oder auch Pflegeheimen ist die Altersstruktur von besonderer Bedeutung.

Der demografische Wandel scheint sich in Rostock etwas weniger stark auszuwirken als im Bundesdurchschnitt, allerdings wird die Gruppe der 65- bis 79-Jährigen bis 2035 um 3.220 Personen wachsen und die Gruppe der Rostocker, die 80 Jahre und älter sind, wird um 1.468 Personen zunehmen.

Bislang war die Prognose unter Berücksichtigung der Flüchtlingsentwicklung aus dem Jahr 2016 verbindliche Planungsgrundlage für die Stadtverwaltung. Die nun deutlich niedrigen Zahlen dürften auch Einfluss auf den Flächennutzungsplan haben. Anfang 2019 wurde etwa der Bedarf an Wohneinheiten noch mit 26.000 beziffert, für die bis zu 490 ha Fläche vorgesehen waren. Nun könnten in Rostock mehr Grünflächen erhalten bleiben.

253.990 Rostocker im Jahr 1988

Die bislang höchste Bevölkerungszahl verzeichnete Rostock im Vorwendejahr 1988 mit 253.990 Einwohnern, der niedrigste Wert (198.259) wurde 2002 gezählt. Seit diesem Jahr ist die Zahl kontinuierlich auf zuletzt 209.477 Personen am 31. Dezember 2019 gestiegen.

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1 Kommentar

  • dr.listemann sagt:

    Damit wird klar, dass gewisse „historische Baulücken“ weiterhin nicht mit Wohngebäuden zugepflastert werden müssen, wie gewisse Stadtplaner es in den letzten Jahren doch vorhatten: Mir fällt dabei sofort ein, dass die bereits seit Jahrzehnten freigehaltene Gasse von der Mecklenburger Allee in Rostock-Lichtenhagen bis zur Hermann-Flach-Strasse in Gross-Klein endlich auch für eine Überführung (Brücke) wie in Lütten-Klein und Evershagen genutzt werden könnte, um die aufwändigen Umwege über Warnemünde und Lütten-Klein endlich mal abzubauen. Gott sei Dank gibt’s derzeit dafür auch eine sogenannte „Machbarkeitsstudie“, die „notwendige“ Bebauungen mit Wohnhäusern in diesem Gross-Kleiner Bereich nicht mehr berücksichtigen müsste.

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