Ferientheater: Der Kuckuck und der Esel

Bühne 602 frei für ein Stück, das Rostocker Kinder begeistert

8. Februar 2011, von
Das Dorftheater Siemitz begeister durch starke Mimik und Gestik
Das Dorftheater Siemitz begeister durch starke Mimik und Gestik

Fröhliche Kinderstimmen, lustiges Gemurmel und wild umherspringende, in schillernden Farben gekleidete, Gestalten. Das war mein erster Eindruck, als ich heute Vormittag die Bühne 602 im Rostocker Stadthafen betrat. Es sind Ferien in der Hansestadt – und das bedeutet nicht nur, dass die Großen endlich mal nicht von Hausaufgaben geplagt sind, sondern auch, dass die Kleinsten der Rostocker beschäftigt sein wollen.

Und was eignet sich da besser als ein Theaterstück?! Doch heute war es nicht nur irgendein Theaterstück – nein, es war eine Mischung aus Musik, Unterhaltung und Lehrprogramm. Sicherlich kennt jeder die Geschichte vom Kuckuck und dem Esel, die sich streiten, weil jeder von beiden der bessere Sänger sein will. Doch selten habe ich die Geschichte so bunt und voller Lebensfreude gesehen, wie sie Sabine Zinnecker vom Dorftheater Siemitz heute verkörpert hat.

Simsalabim und Huckepack brechen auf, um den besseren Sänger zu küren.
Simsalabim und Huckepack brechen auf, um den besseren Sänger zu küren.

Selbst zum Mitmachen inspiriert, verfolgten gespannte Kinderaugen die Reise durch die Welt von Simsalabim, dem Kuckuck, und Huckepack, dem Esel. Beide Figuren sangen und tanzten auf der Bühne, um sich gegenseitig zu übertrumpfen und zeitgleich die Kinder in die Welt der Fabeln zu entführen.

Waren am Anfang noch nicht alle mutig genug, ihre Stimmen zu erheben, so stimmten spätestens bei dem Lied „Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See, Ball und Konzert und ein großes Diner“ alle mit ein und der Saal erwachte. Doch auch die konzerthungrigen Frösche vermochten es nicht, den Streitenden zu sagen, wer besser sänge.

Ich bin der musikalische Riese Timpetu
Ich bin der musikalische Riese Timpetu

Erst der musikalische Riese Timpetu, den sie nach mehreren Strapazen wie durch ein Wunder erreichten, hatte die Stärke, das Problem von Kuckuck und Esel zu klären. Fast wie bei einem Casting, mussten beide ihr Können unter Beweis stellen. Dann waren die Kinder gefragt – wer singt nun besser?

Doch so eine Entscheidung zu fällen, ist nicht immer leicht. Das merkten auch die Kinder, denn zeitweise sympathisierten sie mit Simsalabim und dann wiederum mit Huckepack. Und dass ein Streit sich gerade wegen solcher Lappalien nicht lohnt, sahen dann doch alle ein. Letztendlich entschied Timpetu, dass doch beide keinen Deut besser wären als der jeweils andere. Sollten sie sich doch lieber zusammentun, um gemeinsam zu musizieren. Gemeinschaft ist eben doch wichtiger als Zwietracht.

Annelie (3): "Ich will Tänzerin werden!"
Annelie (3): "Ich will Tänzerin werden!"

Noch immer ganz fasziniert vom Theaterstück, berichtete mir die kleine Annelie (3) hinterher, dass ihr Lieblingslied das mit dem Kuckuck und dem Esel war. Dieses stimmte sie mit ihrer Oma und mir auch gleich noch einmal an. „Der Kuckuck und der Esel, die hatten einen Streit …“ Später, so verriet sie mir dann noch, möchte sie einmal eine richtige Tänzerin mit Mikrofon werden und auch vor so vielen Leuten auf der Bühne stehen, wie sie es heute gesehen hat.

Dann wünsche ich ihr hiermit für diesen frühen Berufswunsch alles Gute und hoffe, sie bald einmal auf statt vor der Bühne zu sehen. Vielleicht verkörpert sie ja selbst einmal eine Figur im Theater der Compagnie de Comédie am Ufer der Warnow. Dann werden Dutzende Kinderaugen fasziniert zu ihr aufschauen, aber das ist eine andere Geschichte …

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