Buga-Planung für Fährberg in Gehlsdorf präsentiert

Am Gehlsdorfer Ufer wurden heute die Planungen zur Bundesgartenschau 2025 in Rostock vorgestellt – Badestrand, Biergarten und ein Mehrgenerationenspielplatz sollen hier entstehen

22. Juli 2021, von
Badestrand, Biergarten und Mehrgenerationenspielplatz - Buga-Planung für Fährberg in Rostock-Gehlsdorf vorgestellt: Senator Holger Matthäus (v.l.), Renate Behrmann (Buga-Beauftragte), Landschaftsarchitekt Fabian Karle und Architekt Herbert Hussmann
Badestrand, Biergarten und Mehrgenerationenspielplatz - Buga-Planung für Fährberg in Rostock-Gehlsdorf vorgestellt: Senator Holger Matthäus (v.l.), Renate Behrmann (Buga-Beauftragte), Landschaftsarchitekt Fabian Karle und Architekt Herbert Hussmann

„Wir sind bei der Buga gut im Zeitplan“, versicherte Umwelt- und Bausenator Holger Matthäus heute bei der Vorstellung der Pläne für den Fährberg in Gehlsdorf. Nach Stadtpark und Stadthafen wurde am Mittag der Siegerentwurf des dritten Planungswettbewerbs für die Bundesgartenschau 2025 in Rostock vorgestellt.

Aus der gestrigen Jurysitzung ging das Berliner Landschaftsarchitekturbüro Planorama als Sieger hervor. Der Blick rüber zu der Altstadt und dem Hafen – dieses „Postkartenpanorama“ und die direkte Lage am Wasser faszinieren Landschaftsarchitekt Fabian Karle vom Siegerbüro besonders. „Was uns ganz wichtig war, ist, dass wir hier nicht alles umkrempeln und alles neu machen, weil es schon so viel Qualität gibt“, betont Karle. In ihrem Entwurf gehe es vielmehr um die behutsame Weiterentwicklung und Verknüpfung der Teilbereiche.

Anknüpfungspunkt der Warnowbrücke als Herausforderung

Größte Herausforderung sei der Anknüpfungspunkt der neuen Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Warnow gewesen, so Karle. Die Brücke kommt am Gehlsdorfer Ufer 2,40 Meter über dem bestehenden Gelände an, sodass in der Straße ‚Fährberg‘ angeschüttet werden muss.

Im Zusammenspiel mit der Architektur des denkmalgeschützten Alten Fährhauses musste sehr detailliert geplant werden. Um den Verkehr vor der Brücke zu entflechten, soll der Bereich über einen kleinen Holzsteg aufgeweitet werden – dieser ermöglicht auch einen direkten Zugang zum Strand.

Mehr Gastronomie am Fährberg in Gehlsdorf

„Gastronomie wird hier eine wichtige Rolle spielen“, sagt Matthäus. Das Restaurant „Zum Alten Fährhaus“ soll „wieder richtig zum Leben erweckt werden“. Vor dem Fährhaus wird es künftig einen großen Biergarten geben. Eine kleine von Seglern genutzte Baracke soll zurückgebaut werden.

Stadtstrand am Gehlsdorfer Warnowufer

Östlich der neuen Brücke soll sich über eine Breite von etwa 120 Metern ein neuer Stadtstrand erstrecken. Dabei soll so viel Röhricht wie möglich erhalten bleiben, verspricht Karle. Zusätzlich sei es auch möglich, schwimmende Schilf-Inseln vor dem heutigen Bestand anzulegen.

„Baden soll möglich sein“, betont der Umweltsenator. Probleme mit Schadstoffen im Untergrund befürchtet er nicht, rechnet an dieser Stelle aber mit Müll, Bauschutt und Schrott. Bei Bedarf soll der Boden ausgebaggert und ausgetauscht werden, am Strand wird Sand aufgeschüttet.

„Wir stellen uns das als offene Strandfläche mit Beachvolleyball und Sitzgelegenheiten vor“, erläutert Landschaftsarchitekt Karle. Neben dem Strand soll es weiterhin eine Rasenfläche geben, auf der die Boote gesattelt werden können. Vor dieser können zwei temporäre Schwimmstege für Regatten integriert werden.

Vereinsheim und Multifunktionsgebäude

Der See- und Segelsportverein der Hansestadt Rostock e.V. soll westlich vom Alten Fährhaus ein neues Vereinsgebäude bekommen. Beim Entwurf habe man sich an der Dachgestaltung des denkmalgeschützten Gebäudes orientiert, erläutert Architekt Herbert Hussmann. „Man muss einen guten Kompromiss finden, um dem Einzeldenkmal ‚Altes Fährhaus‘ nicht zu dominant gegenüberzutreten.

Zusätzlich soll auf dem Sattelplatz oberhalb des bisherigen Wellenwegs ein Multifunktionsgebäude entstehen, das über eine Terrasse an den Strand angeschlossen ist. Die genaue Nutzung steht noch nicht fest. Toiletten für die Strandbesucher soll es geben und während der Buga könnte es für die Organisation genutzt werden. „Vielleicht kann man es auch für Anlässe vermieten“, sagt Hussmann. „Das hat sehr viel Potential, dieses Gebäude.“ Bei der Gestaltung habe man sich von der Strandsituation inspirieren lassen. Bei dem langgestreckten Gebäude hatte er das Bild von einem Stück Treibholz, das am Strand liegt, vor Augen, sagt Hussmann und spricht bei den beiden Häusern von ungleichen Zwillingen: „Sie ähneln sich in Material- und Formsprache, sind aber trotzdem zwei eigenständige Gebäude.“

Wellenweg wird verlegt, Slipanlage muss weichen

Der bislang direkt am Warnowufer gelegene Wellenweg wird zwischen Fährberg und Durnbuschweg gut 50 Meter landeinwärts verlegt und führt künftig direkt unterhalb der Kleingartenanlage entlang. Er wird ein reiner Anliegerweg für den Ruderclub und zwei Dauerwohner in der Kleingartenanlage, erläutert Frank Claus, Projektsteuerer für den Fährberg. Ansonsten soll es in diesem Bereich keinen Individualverkehr mehr geben. Ein paar wenige Parkplätze sind an der Gehlsheimer Straße geplant.

Mit dem neuen Badestrand entfällt auch die bisher in diesem Bereich vorhandene Slipanlage, mit der Bootsbesitzer ihre Fahrzeuge ins Wasser bringen konnten. Künftig wird dies hier nur noch Rettungskräften möglich sein, für private Wassersportler werde aktuell nach einem alternativen Standort gesucht, so Claus.

Grünes Klassenzimmer und Mehrgenerationenspielplatz

Insgesamt umfasst der „Teilbereich Fährberg“ rund 17 Hektar. Dazu gehören neben der historischen Kleingartenanlage „Fährhufe“, deren Außenkante aufgewertet und einheitlich gestaltet werden soll, auch kleine Wäldchen. Dort ist ein Bereich geplant, der als grünes Klassenzimmer oder zur Umweltbildung genutzt werden kann. Auf einer bereits bestehenden größeren Lichtung sollen ein Mehrgenerationenspielplatz und eine Spielwiese entstehen.

Von der Bushaltestelle in der Gehlsheimer Straße wird ein barrierefreier Weg an den Stadtstrand führen.

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2 Kommentare

  • Joe sagt:

    Alles, was Geld bring, gewinnt. – „Natüriche“ Natur verliert.

  • Tristan sagt:

    Mich würde interessieren wie viele Rostocker die BUGA und die Brücke über die Warnow tatsächlich wollen. Denn egal mit wem ich mich unterhalte, alle sagen sie wollen diese Brücke nicht. Ich übrigens auch nicht. Auch bei der BUGA kenne ich nur wenige die diese wollen. Deshalb würde ich gerne eine belastbare Aussage dazu lesen. Es wäre doch schon interessant zu wissen ob es nur einige wenige lautstarke und medienpräsente Menschen sind oder tatsächlich eine deutliche Mehrheit der Rostocker.

    Wobei es letztendlich egal ist.
    Volkes Meinung spielt ohnehin keine Rolle, siehe Proteste gegen die Abholzungen in den Wallanlagen, die Gestaltung des Kanonsberg oder das (zumindest vorerst gecancelte) Petritor.

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