Corona-Lockdown light: Was jetzt in MV gilt

Um die Corona-Ausbreitung einzudämmen, wird das öffentliche Leben auch in Mecklenburg-Vorpommern wieder heruntergefahren – was ab dem 2. November erlaubt und verboten ist

28. Oktober 2020, von
Corona-Lockdown: Was jetzt in MV gilt
Corona-Lockdown: Was jetzt in MV gilt

Aktualisierung, 31.10.2020: Die aktuellen Regeln findet ihr hier.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich heute in ihrer Videokonferenz auf einen als „Wellenbrecher“ bezeichneten deutschlandweiten Teil-Lockdown geeinigt, der am Montag in Kraft treten soll.

Neben strengen Kontaktbeschränkungen wird das öffentliche Leben vor allem im Freizeitbereich weitgehend heruntergefahren. Die beschlossenen Maßnahmen gelten deutschlandweit und sind bis Ende November befristet.

Anzahl der Corona-Infektionen steigt auch in MV

„Die Corona-Lage hat sich in den letzten Tagen in ganz Deutschland verschärft, auch in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Mit einer Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner) von 144 hat MV zwar weiterhin die geringsten Zahlen im Bundesvergleich, mit Vorpommern-Greifswald hat heute jedoch auch bei uns der erste Kreis die kritische Marke von 50 bei der 7-Tages-Inzidenz überschritten und gilt damit als Risikogebiet.

Mit fast 15.000 Neuinfektionen gab es am Mittwoch einen neuen Rekordwert in Deutschland. „Auch in Mecklenburg-Vorpommern haben wir heute mit 160 Neuinfizierten den bisher höchsten Tageswert“, so die Ministerpräsidentin. „Die zweite Welle ist da. Sie ist heftig und wuchtig in ganz Deutschland und auch wir in Mecklenburg-Vorpommern bleiben nicht davon verschont.“

Es gehe darum, im November die Kontakte zu reduzieren und zu verzichten, „damit wir im Dezember, im Weihnachtsmonat, mit unseren Familien zusammen sein können und damit auch die Wirtschaft gerade den Weihnachtsmonat gut erleben kann“, so Schwesig.

Kontaktreduzierung

„Die Maßnahme ist Kontakte reduzieren, Kontakte reduzieren, Kontakte reduzieren“, stellte Schwesig klar. Ab Montag dürfen nur noch zwei Hausstände zusammenkommen, insgesamt maximal zehn Personen.

Gastronomie, Hotellerie und Reisen

Auf private Reisen soll möglichst komplett verzichtet werden. Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind nicht mehr gestattet.

Restaurants, Bars und Kneipen müssen ab Montag schließen und dürfen Essen nur noch zum Abholen oder per Lieferdienst anbieten. Unternehmer sollen bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahresmonat erstattet bekommen.

Trotz guter Hygienekonzepte reichen die Schutzmaßnahmen zurzeit nicht aus, um die Kontakte zu reduzieren, warb Schwesig um Verständnis bei der Branche. „Die Lage hat sich geändert, schneller als es die schlechtesten Prognosen vorhersahen.“

Sport und Freizeit

„Wir müssen außerdem einen großen Teil der Freizeit wieder einschränken“, so Schwesig. Theater, Kinos, Messen, Freizeitparks, Schwimm- und Spaßbäder sowie Fitnessstudios müssen ab Montag geschlossen bleiben.

Sportliche Betätigungen im Amateur- und Freizeitbereich sind nur noch allein, zu zweit oder mit der eigenen Familie gestattet. Sportveranstaltungen im Profibereich müssen ohne Zuschauer stattfinden.

Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden komplett untersagt.

Schulen und Kitas

Schulen und Kitas sollen weiterhin geöffnet bleiben. Einschränkungen gibt es – wie bisher – nur an Einrichtungen mit Corona-Infektionen. Schwesig appellierte an die Familien, „auf viele Dinge außerhalb von Schule und Kita zu verzichten, sodass Kita und Schule funktioniert“.

Geschäfte und Friseure auf, Kosmetikstudios zu

Anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr dürfen alle Geschäfte des Groß- und Einzelhandels weiterhin öffnen. Die Anzahl der Kunden wird jedoch beschränkt – je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ist nur ein Kunde erlaubt.

Im Bereich der körpernahen Dienstleistungen müssen Kosmetik- und Tattoostudios schließen, Friseure und Podologen (Fußpflege) dürfen hingegen weiterhin öffnen. Dies gilt auch für Logopäden sowie Physio- und Ergotherapeuten.

Schlagwörter: Coronavirus (84)Freizeit (12)Gastronomie (25)Kultur (40)Tourismus (103)

Das könnte dich auch interessieren:

5 Kommentare

  • olena baerwald sagt:

    Es kann nicht sein, gerade im Kosmetikbereich wurden auch schon immer VOR Corona,
    besondere Hygienemaßnahmen von fast allen Betreibern aus eigener Sicherheit vorgenommen.
    Ich selbst trage seit 7 Jahren Mund/Naseschutz und wasche Anwendungsartikel mit besonderem Waschmittelzusatz zu meiner eigenem Sicherheit und meiner Kundinnen.
    Es ist die zweite Bestrafung dieses Berufszweiges mit Verbot ohne das überhaupt Daten zu diesem Bereich betreffend Infektionsübermittlung erhoben wurden.
    Aus meinem Kolleginnenkreis sind im LK Rostock keine Auffälligkeiten benannt worden

  • Christopher Riebesel sagt:

    Ja Herzlichen Glückwunsch und großen Dank an alle die das mit ihrer ,,ich mache das nötigste, wenn überhaupt. Trage die Maske gar nicht oder halb, treffe mich wahllos weiter und will mich von der Angst nicht beherrschen lassen,, Einstellung Möglich gemacht haben. Ebenfalls möchte ich allen Danken die weiterhin schön in den Urlaub gefahren sind und ihr Recht auf feiern ausgelebt haben, ich hoffe das es sich gelohnt hat. Ganz großes Tennis, wie kann man nur so blöde sein? Das Widerstandshandlungen gegen etwas was man nicht will eben genau zu diesen Punkt führt den man nicht wollte, begreift ja niemand. Einmal den Ernst der Lage verstehen und sich entsprechend verhalten hätte schon einiges gebracht.

  • Thomas Willcke sagt:

    Es ist m.E. unangebracht, den wenigen ignoranten Menschen nun die große Schuld zuzuschieben. So oder so ist so ein Virus nur schwer aufzuhalten und das Immunsystem der Menschen in den kalten dunklen Jahreszeiten schlechter. Wie groß der positive Einfluss der Maßnahmen ist, kann niemand mit Sicherheit sagen …

  • wilfried arndt sagt:

    angeblich sind sich alle ministerpräsidenten über die zu treffenden massnahmen einig.doch schon jetzt ist klar, das es wieder so ein flickenteppich wird wie im frühjahr.ich hoffe das die gerichte viele unsinnige, nicht nachvollziebare entscheidungen zurück weist.

  • Julius sagt:

    Zum Glück laufen bereits die ersten Klagewellen gegen diesen Schwachsinn.

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Hiermit stimme ich der Veröffentlichung meines Kommentars sowie der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten incl. meiner IP-Adresse gemäß der Datenschutzerklärung zu.