Weitere Corona-Lockerungen in MV

Keine Maskenpflicht im Unterricht, Kontaktbeschränkungen aufgehoben und mehr Personen bei Feiern und Veranstaltungen – Corona-Regeln in MV werden weiter gelockert

8. Juni 2021, von
Weitere Corona-Lockerungen in MV
Weitere Corona-Lockerungen in MV

„Der Sommer ist da und Corona geht“, zeigte sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) heute nach der Kabinettssitzung in Schwerin zuversichtlich und kündigte weitere Corona-Lockerungen an. „Wir öffnen in Mecklenburg-Vorpommern alle Bereiche“, betonte Schwesig, auch wenn in einigen Bereichen noch „stärkere Schutzmaßnahmen“ gebraucht werden. Insbesondere im Außenbereich wird weitgehend auf Tests und Masken verzichtet.

Seit zwei Wochen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern unter 35, seit letztem Freitag sogar unter 10. Alles zu öffnen und auf Tests sowie weitere Vorsichtsmaßnahmen komplett zu verzichten, sei jedoch noch nicht möglich, erklärte die Ministerpräsidentin. Die Gesundheitsexperten hätten darauf hingewiesen, dass erstmal die Öffnungsschritte klappen müssen, zumal sich MV ab Freitag wieder Urlaubern aus dem gesamten Bundesgebiet öffnet, einschließlich Tagestouristen und privaten Besuchern. Zudem solle die Ausbreitung neuer Mutationen, wie der zuerst in Indien entdeckten Delta-Variante, verhindert werden. Dabei soll die Sequenzierung der Positiv-Tests an der Universität Greifswald helfen.

Folgende Lockerungen treten am Freitag (11. Juni 2021) in Kraft:

Maskenpflicht im Unterricht und im Auto entfällt

Nachdem die Maskenpflicht auf den Schulhöfen bereits abgeschafft wurde, müssen Schüler bereits ab morgen auch im Unterricht keine Maske mehr tragen.

Für Mitfahrer in Autos entfällt die Maskenpflicht ebenfalls, es ist ab Freitag nur noch eine Empfehlung, so Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU).

Kontaktbeschränkungen werden aufgehoben

Die Kontaktbeschränkungen werden in MV bei privaten Treffen mit bis zu 30 Personen komplett aufgehoben. Durften sich bislang maximal zehn Personen aus fünf Haushalten treffen, gibt es künftig keine Einschränkungen mehr. Kinder bis 14, Genesene und vollständig Geimpfte werden weiterhin nicht mitgezählt.

„Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Bürger“, sagt Schwesig und hofft, dass sich nicht jeder jeden Tag mit 30 neuen Personen trifft.

Private Feiern in der Gastronomie, Trauungen und Trauerfeiern

Bei privaten Feiern in der Gastronomie sind ab Freitag bis zu 100 Personen erlaubt – mit negativem Corona-Test. Es darf auch wieder getanzt werden. An Trauungen und Trauerfeiern können innen bis zu 50 Personen teilnehmen, sofern die Räumlichkeiten dies zulassen. Im Außenbereich sind bis zu 100 Personen möglich.

Gruppenfeiern im öffentlichen Raum sind weiterhin nicht gestattet.

Mehr Teilnehmer bei Veranstaltungen und Versammlungen

Bei Veranstaltungen sind künftig mit Sitzpflicht 200 Personen innen sowie 600 außen erlaubt, in Ausnahmefällen auch mehr. Bei Versammlungen sind 400 (außen) bzw. 200 (innen) Teilnehmer möglich. Bei mehr Personen muss eine Genehmigung beim Gesundheitsamt beantragt werden.

Kultur- oder Sportveranstaltungen sind mit bis zu 250 Stehplätzen möglich, mit Hygienekonzept und Genehmigung sind es unter freiem Himmel bis zu 1.250.

Kino- und Zirkusbesuche sind – mit Test – ebenfalls wieder erlaubt. Dies gilt auch für Messen sowie Floh-, Trödel- oder sonstige Spezialmärkte. Volksfeste bleiben noch untersagt, über sie soll in der nächsten Woche im Kabinett beraten werden. Auch die Prostitution wird ab Freitag unter Auflagen wieder erlaubt, so der Gesundheitsminister. Ein reiner Diskobetrieb ist noch nicht gestattet.

Sollte die landesweite Inzidenz wieder über 35 steigen, müssten einzelne Lockerungen ggfs. zurückgenommen werden, so Glawe.

Schlagwörter: Coronavirus (156)Schule (58)

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5 Kommentare

  • Joe sagt:

    „Testen“ oder „Impfen“ – dann dürfen Sie teilnehmen. – Was das mit Lockerungen zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Schöne neue Welt ohne Sinn und Verstand.

  • Kai sagt:

    Du kannst ohne Test oder Impfung einkaufen, du kannst ohne Test oder Impfung bei dem schönen Wetter in der Außengastro sitzen, du kannst als Schüler ohne Impfung wieder ohne Maske im Unterricht sitzen, du kannst … auch einach nur vor lauter Verbitterung an allem rumnörgeln.

    Es wird Schritt für Schritt MIT Sinn und Verstand gelockert.

    Frustrierter Dauernörgler oder Querdenker, der seine Felle davonschwimmen sieht, weil nichts, aber auch gar nichts von den Horrorszenarien eintritt?

  • Joe sagt:

    Danke für Deine Meinung, Kai. Es ist immer gut und notwendig, dass unterschiedlichste Meinungen und Ansichten zusammen auf einen Tisch kommen.

  • Don Pablo sagt:

    …“MIT Sinn und Verstand“ hätte man lieber mal die Maßnahmen anlegen sollen, anstatt uns jetzt die zögerliche Rückgabe von Selbstverständlichkeiten als Erfolg des eigenen kurzsichtigen Handels verkaufen zu wollen. Und wer dachte, dass die bereits spürbaren Konsequenzen (Privatinsolvenzen, Verschuldung, geistige und körperliche Degeneration an Groß und Klein, Alt und Jung) schlimm sind, dem sei versichert, dass die eigentliche Zeche der völlig kopflosen Corona-Politik erst von der nächsten Generation bezahlt werden wird. Dann sitzen alle Verantwortlichen aber bereits auf ihrem Altenteil, mit Verdienstkreuzen behängt und in Würden entlassen…kein einziger Pfleger, keine einzige Krankenschwester wird deswegen aber mehr verdienen oder stärker entlastet sein, das glaubt mal! Aber bedankt euch ruhig weiter bei den Falschen, die fühlen sich dann ganz furchtbar bestätigt, wenn sie im Herbst dann die nächste Lockdown-Runde anleiern!

  • Andy sagt:

    Hätte hätte … ich glaube im Vergleich zu anderen Ländern haben wir es noch ganz gut getroffen hierzulande. Natürlich ist es albern, wenn sich die Politiker als große Richtigmacher hinstellen, aber was sollen sie denn sagen? Ich möchte nicht wissen, wie groß das Geschrei wäre, wenn Kanzler und Minister öffentlich permanent im Streit und vor allem Zweifel wären. Halbwegs Einigkeit und Konsequenz in einer Situation beweisen, die für alle komplett unbekannt war und ist, wo keine optimale Vorgehensweise möglich ist, ist eine Herausforderung.

    Und nicht zuletzt: SELBSTVERSTÄNDLICH ist im Leben ganz allgemein überhaupt nichts. Da ist es eigentlich gar nicht so verkehrt, dass uns eine problematische Situation mal gezeigt hat, wie gut wir es im Normalfall haben.

    Die nächsten Generationen und die nach ihnen werden wieder vor neue Probleme gestellt. Wenn in ein paar Jahrzehnten wirklich dramatische Auswirkungen durch den Klimawandel auf die Menschheit niederprasseln, wird diese Pandemie nur einen kleinen Absatz in den Geschichtsbüchern wert sein.

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