Keine Corona-Tests bei Schul-Quarantäne

In Quarantäne geschickte Schüler werden in Rostock in der Regel nicht auf Corona getestet, stellt die Verwaltung klar, nachdem es Unmut bei betroffenen Eltern gab

3. November 2020, von
Keine Corona-Tests bei Schul-Quarantäne
Keine Corona-Tests bei Schul-Quarantäne

Nachdem an mehreren Rostocker Schulen Corona-Fälle aufgetreten sind und komplette Klassen in häusliche Quarantäne geschickt wurden, gab es zunehmend Kritik von betroffenen Eltern. Sie fühlten sich von Schule und Gesundheitsamt teilweise schlecht informiert und kritisierten, dass ihre Kinder erst spät oder gar nicht auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet wurden.

Ja, er habe mitbekommen, dass es „ein wenig Frust im Bereich von Schulen“ gab, erklärte Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) Dienstagabend auf der Sitzung des Hauptausschusses. Für Corona-Fälle an Schulen gibt es jedoch eindeutige Regeln, stellte der Verwaltungschef klar: „Wenn sich ein Verdachtsfall bestätigt, wird die Kohorte in Quarantäne geschickt, eigentlich auch ohne Test.“

Es gibt auch keine Zwischentestung, um die Quarantäne zu verkürzen, so Madsen. „Das ist vom RKI (Robert-Koch-Institut, Anm. d. Red.) nicht vorgesehen und demzufolge auch nicht die Empfehlung des Landes.“ Selbst wenn Eltern ihr Kind auf eigene Initiative negativ testen lassen, würde dies die Quarantäne nicht aufheben. „Das ist ärgerlich, das verstehe ich, aber das ist nun mal die Vorgehensweise“, stellte der Verwaltungschef klar.

Nach dem Corona-Ausbruch an der Hundertwasser-Gesamtschule in Rostock-Lichtenhagen Mitte September wurden noch alle knapp 800 Schüler sowie die rund 80 Beschäftigten getestet. Das sei gerade mit Blick auf die steigenden Zahlen nicht mehr möglich, insbesondere wenn es in nächster Zeit an mehreren Schulen gleichzeitig Corona-Fälle geben sollte. „Wir müssen das, was wir haben, gezielt einsetzen“, so Madsen. Auch das RKI hat sich in einer Strategie-Ergänzung dafür ausgesprochen, „die Testkapazität auf diejenigen Personen zu fokussieren, die aus medizinischen oder epidemiologischen Gründen getestet werden sollten“.

Im Moment werden die Kapazitätsgrenzen beim Testen in Rostock eher durch die beschränkte „Manpower“ beim Erfassen der Daten verursacht, erläuterte das Stadtoberhaupt. Zusammen mit lokalen Startups wolle man in diesem Bereich eine digitale Lösung entwickeln. Aber auch die Labore hätten „nur geringe Kapazität“. „Wir wären nicht in der Lage, mehrere Schulen gleichzeitig zu testen mit den RKI-Tests“, muss Madsen eingestehen.

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