CSD 2014 in Rostock - Parade gegen Homophobie auf der Welt

Mit dem Motto „Russia Come out“ solidarisieren sich die Demonstranten des Christopher-Street-Days in Rostock mit Schwulen und Lesben in Russland

20. Juli 2014, von
Protest gegen das russische Gesetz zum Verbot homosexueller Propaganda
Protest gegen das russische Gesetz zum Verbot homosexueller Propaganda

Auch Jungs wollen mal High Heels tragen. Was im Alltag wohl eher selten auf offener Straße praktiziert wird, findet bei der CSD-Parade auf der Kröpi – Rostocks beliebter Einkaufsstraße – eine Bühne. Die Passanten werden nicht nur mit Stöckelschuhe und Kleider tragenden Männern konfrontiert. Auch Damen mit Vollbart, sich küssende, halb nackte Männer und Händchen haltende Frauen, die einen Kinderwagen schieben, fordern konventionelle Geschlechtervorstellungen heraus. Verschiedene Fetish-Vorlieben werden zur Schau getragen. Doch diese schrillen Paradiesvögel sind eher ein kleiner Teil in der bunten CSD-Parade, die auch gestern wieder durch die hochsommerliche Rostocker Innenstadt wummerte. Ausgelassen feiernd zogen die Demonstranten zwischen Regenbogenfarben zu lauten Techno-Beats und Schlagermusik durch die Straßen.

Obwohl ein Hingucker, hält sich hierzulande die Aufregung darüber in Grenzen. „Es ist zu hören, dass wir im schwul-lesbischen Luxus leben würden“, sagt Hannes Möller vom CSD Rostock. Der Verein hat die Schwul-lesbisch-bisexuelle-transgender- (LGTB) Szene und ihre Unterstützer auch in diesem Juli wieder in unserer Hansestadt zum Christopher-Street-Day versammelt.

Dragqueen auf der Kröpi
Dragqueen auf der Kröpi

„Wir können wenigstens auf die Straße gehen“, weist er auf die restriktive Situation in vielen anderen Ländern hin. Mit dem diesjährigen Motto „Russia come out – Lass Liebe leben“ solidarisiert sich die hiesige Community insbesondere mit der LGTB-Szene in Russland. Hier wurden mit dem im letzten Jahr erlassenen Gesetz über „Propaganda von nicht-traditionellen Beziehungen gegenüber Minderjährigen“ öffentliche positive Äußerungen über Homosexualität unter Strafe gestellt.

Dass Russland nicht das einzige Land ist, in dem Schwule und Lesben Einschränkungen unterworfen sind, veranschaulicht eine 24 Meter lange Stoffbahn an der Spitze des bunten Zuges. Sie besteht aus vielen Nationalflaggen von Ländern, wo Homosexuellen Strafe droht. Weltweit gibt es über 70 Staaten, in denen gegen homosexuelle Handlungen Gesetze erlassen wurden. In sieben droht sogar die Todesstrafe. In der Mitte des Banners die Forderung „Stop Homophobia“. Viele andere Transparente greifen das Thema ebenfalls auf. Zu sehen ist auch das inzwischen zum Sinnbild gewordene Konterfei des bunt geschminkten Putins.

Fotos vom CSD 2014 in Rostock:

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