Rostocker Christopher Street Day 2013

Regenbogenflaggen vor dem Rathaus kündigen CSD an – schrille Demo kann nun doch wie gewohnt stattfinden

15. Juli 2013, von
Sieben Regenbogenflaggen vor dem Rathaus kündigen den CSD an
Sieben Regenbogenflaggen vor dem Rathaus kündigen den CSD an

Sieben bunte Regenbogenflaggen flattern seit heute vor dem rosafarbenen Rathaus. Noch fünf Tage dann wird hier auf dem Neuen Markt der Christopher Street Day gefeiert. Bereits zum 11. Mal findet am Samstag, dem 20. Juli die bunte Parade und das Straßenfest, das auf Diskriminierung und Ausgrenzung von Homo-, Bisexuellen und Transgendern aufmerksam machen soll, statt.

Wie gewohnt starten um 13 Uhr hunderte Demonstranten, darunter auch schrille Dragqueens, mit wummernden Fahrzeugen vom Neuen Markt durch die Innenstadt. Viele Gäste unter anderem aus den Szenehochburgen Berlin und Hamburg hätten sich bereits angekündigt, informiert Mathias Luther. Die Organisatoren rechnen mit mehr als 4000 Teilnehmern. Eingerahmt wird dieser Umzug von einem Straßenfest mit Info-Ständen, einer Podiumsdiskussion, einer Schweigeminute für die Opfer homophober Gewalt und einem Unterhaltungsprogramm auf der Bühne vor dem Rathaus.

Dabei sah es letzte Woche noch schwarz aus für das bunte Fest, nachdem von der Rostocker Verwaltung ein Brief mit hohen Auflagen für die Veranstaltung ins Haus geflattert war. Zu hoch empfanden die Organisatoren. Doch bevor der CSD in Rostock ausfällt, wandten sie sich an die höchste Stelle. Nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Roland Methling und Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU), die gleichzeitig Schirmherrin des Rostocker CSD ist, ruderten die Ämter zurück. Nun kann die Veranstaltung wie gewohnt stattfinden.

Rosa la Ola Grande hisst die Regenbogenflagge vor dem Rathaus, links Mathias Luther
Rosa la Ola Grande hisst die Regenbogenflagge vor dem Rathaus, links Mathias Luther

Doch ist der CSD überhaupt noch notwendig? Schwule und Lesben haben doch bereits zahlreiche Rechte errungen und sind in der Gesellschaft integriert. Immerhin haben sich der Außenminister und der Oberbürgermeister der Hauptstadt zu ihrer Homosexualität bekannt. Mit dieser Argumentation werden die CSD-Veranstalter jedes Jahr konfrontiert, sagt Mathias Luther. Er kann ihr nur zum Teil zustimmen. „Doch gerade die Diskussionen um das Adoptionsrecht und die Öffnung der Ehe zeigen uns doch, dass wir das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht haben.“ Auch wenn in Deutschland rechtliche Fortschritte erzielt worden seien, heiße das noch nicht, dass die schwul-lesbische Lebensart von den Menschen auch akzeptiert werde, besonders wenn es um Kindererziehung gehe. Aus diesem Grund steht in diesem Jahr der CSD unter dem Motto „Familie ist … Vielfalt! Denn auch wir sind gute Eltern.“

Bereits seit letztem Freitag finden im Rahmen der Hansegay Kulturwoche verschiedene Veranstaltungen statt, in der sich vor allem die Community zusammenfinden und austauchen kann.

Die Regenbogenflaggen werden noch zwei Wochen vor dem Rathaus wehen.

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