Darwineum - ab 2012 im Rostocker Zoo | Rostock-Heute

Darwineum - ab 2012 im Rostocker Zoo

Darwineum lockt mit Zeitreise durch menschliche Entstehungsgeschichte

12. Mai 2010, von

Sabas, Zoo Rostock Der kleine Orang-Junge Sabas schaute mir gestern ganz tief in die Augen. Das auffallend fröhliche und aufgeschlossene Kerlchen ist 2003 geboren worden. Doch Sabas braucht, wie all seine Artgenossen im Rostocker Zoologischen Garten, unbedingt ein neues Zuhause. Die Unterkünfte der Affen bieten keine artgerechte Haltung. Sie sind schon über vierzig Jahre alt und viel zu klein. Deshalb wurde schon 2003 die Spendenaktion „Schaffen für die Affen“ ins Leben gerufen. Seitdem wurde für den Bau einer neuen Menschenaffenanlage, dank engagierter Institutionen, Schulen, Vereine, Firmen und Einzelpersonen eine Spendensumme von 1 Million Euro zusammengetragen.

Darwin-Tafel am Aquarium im Rostocker Zoo 2012 soll es nun soweit sein. Dann wird eine neue Affenanlage eröffnet. Dabei wird es sich allerdings nicht um ein schlichtes Gehege handeln. Schon der Name des geplanten Objektes, „Darwineum“, lässt vermuten, dass weitaus mehr geboten wird. Was genau das sei und wie das Darwineum aussehen soll, erfuhr ich gestern bei der Projektpräsentation im Aquarium des Rostocker Zoos. An einer der Außenwände des Aquariums ist eine Tafel mit dem Bildnis Darwins angebracht. Wie passend, dass ich hier mehr über das geplante Bauwerk erfuhr.

Zoodirektor Udo Nagel verriet, dass das Darwineum „tatsächlich das einzige auf der Welt“ sein werde. Er betonte auch die Zusammenarbeit mit dem Senckenbergmuseum in Frankfurt am Main, der Universität Rostock und einem kleinen Museum des afrikanischen Kleinstaats Malawi.

Udo Nagel Worum aber handelt es sich nun genau? Das Darwineum soll eine Zeitreise durch die menschliche Entstehungsgeschichte erfahrbar machen. Woher kommt der Mensch und wie kam es dazu, dass er sich aus einzelligem Leben entwickelte? Diese Fragen sollen ab dem Frühjahr 2012 im Zoologischen Garten Rostock beantwortet werden. Ausgehend von Darwins Evolutionstheorie sollen die erdzeitliche Entwicklungsgeschichte und die kulturelle Evolution des Menschen vor Augen geführt werden. Dafür wird auf einem ehemaligen Schießplatz neben dem Zoo ein Erweiterungsbau errichtet, der „Geschichte, Mensch und Tier unter einem Dach vereint“, erklärte Zoodirektor Udo Nagel. Dieser „bietet eine einzigartige Kombination aus einer lebendigen zoologischen Sammlung und musealen Ausstellung“.

Die Bauleitung des 25 Millionen schweren Investitionsvorhabens liegt in der Hand des Unternehmens „Inros Lackner AG“ aus Rostock. Diese arbeiten mit erfahrenen Zoo-Architekten um Peter Rasbach aus Oberhausen sowie dem Ing.-Büro Jochen Döhler zusammen. Finanziert wird das Projekt maßgeblich aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Stadt übernimmt einen Eigenanteil, der sich aus der bereits erwähnten Spendensumme von 1 Million Euro und einem Zookredit von 2,9 Millionen Euro zusammensetzt.

Peter Rasbach Der bekannte Zoo-Architekt Peter Rasbach stellte das Bauprojekt Darwineum vor. Er erklärte, die Gorillas und Orang-Utans würden ihre neue Heimstätte in einem abgesenkten 500 Quadratmeter großen Tropenhaus finden. Dieses werde mit einem hellen Foliendach, einer offene Vogelvoliere für Exoten, einer Hängebrücke sowie Terrarien für die Affen ausgestattet sein. Das Tropenhaus soll in zwei Ausstellungsbereiche eingebettet und von einer großzügigen 8.000 Quadratmeter umfassenden Außentieranlage umgeben werden, fügte er hinzu. 5.000 Quadratmeter davon werden die Auslauffläche der Gorillas bilden. Den Orang-Utans wird ein Tummelplatz von etwa 3.000 Quadratmetern zur Verfügung stehen.

Die gesamten Auslaufflächen sollen, den natürlichen Lebensverhältnissen der Affen entsprechend, bepflanzt und mit Sumpfoasen, Wasserläufen wie auch Kletterlandschaften ausgestaltet werden. Peter Rasbach versuche „die Bedürfnisse der Tiere und die Wünsche der Betrachter optimal in Einklang“ zu bringen, so Udo Nagel. Der anerkannte Fachmann hat schon an Projekten in vielen namhaften Zoos, wie Leipzig, Dortmund, Duisburg, Frankfurt, Köln, sowie im Loro Park auf Teneriffa mitgearbeitet.

Die neuen Unterbringungsmöglichkeiten ermöglichen es dem Zoo, wieder stärker in die Zucht einzusteigen. Die Affenhaltung solle schrittweise ausgeweitet und Gorilla-Mann Assumbo ein paar Weibchen bekommen. Auf etwa 1.600 Quadratmetern der Außenanlage werden die Kattas, kleine wieselflinke Halbaffen mit Ringelschwanz, zusammen mit den Galapagos-Schildkröten, eine neue Heimat finden. Auf einer weitläufigen Terrasse mit 150 Sitzplätzen wird man die Tiere beobachten können.

Shirin Frangoul-Brückner Die Ausstellungsgestaltung übernahm das Stuttgarter „Atelier Brückner“. Dessen Geschäftsführerin, Shirin Frangoul-Brückner stellte das erarbeitete Konzept vor. In zwei interaktiven und dreidimensional ausgestatteten Ausstellungskomplexen wird der Besucher erfahren, wie nah wir Menschen mit den Menschenaffen verwandtschaftlich verbunden sind.

Im 1.300 Quadratmeter großen ersten Ausstellungsbereich, der „Bibliothek des Lebens“ soll die Entstehung des Lebens auf der Erde veranschaulicht werden. Auf einem evolutionsgeschichtlichen Lehrpfad wird diese Entwicklung im Zeitraffer nachgezeichnet. Einfachste einzellige Arten, wie das Pantoffeltierchen, Quallen, Seepferdchen , Würmer, Korallenriffs, erste Wirbeltiere, wie Lurche und Reptilien bis hin zu den Dinosauriern und immer intelligenteren Tieren, über die Affen, bis hin zum Menschen, werden da zu entdecken sein. Von den Tierarten, die die 500 Millionen Jahre Evolution überlebten, sollen beispielsweise Schlammspringer, Blattscheideameisen, Pfeilschwanzkrebse sowie Schnabeligel bewundert werden können.

In fächerförmig um einen zentralen Innenraum gelegten Themenkabinetten wird der Besucher in verschiedene Erdzeitalter eintauchen und Überraschendes entdecken können. In einem Raum etwa, wird man sich mittels einer dreidimensionalen Projektion, als inmitten einer Dinosauriergruppe stehend, fühlen. Im Zentrum der kreisförmig angelegten Bibliothek soll eine Urzelle stehen. Sie wird mit einer fünf Meter breiten Multitouch-Oberfläche ausgestattet sein. Auf dieser wird dann der Ursprung aller Lebewesen interaktiv vermittelt.

Über den Namensgeber der Einrichtung, Charles Darwin, wird der Besucher natürlich ebenfalls viel erfahren können. In multimedialen Logbüchern sollen Stationen seiner Forschungsreisen nachempfunden werden können.

Im Tropenhaus werden taktile Grafiken die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Menschenaffen und dem Homo Sapiens vermitteln.

Im 400 Quadratmeter großen dritten Ausstellungsbereich werden sich ein Tagungszentrum, ein Kino, ein Shop sowie eine gastronomische Einrichtung befinden. Das „Forschungslabor“ wird Kernstück des letzten Abschnittes sein. Hier sollen die unglaublichen Potenziale der modernen Forschung zur Anschauung gebracht werden. Zentrales Element dieses Labors wird eine begehbare Stammzelle sein. Hier wird sich der Besucher, indem er verschiedene Gencodes zusammenlegt, selbst als Forscher betätigen können.

Bernd Fischer Bernd Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern erläuterte anschließend die Bedeutung des DARWINEUMS für Mecklenburg-Vorpommern als Tourismusland. Er bezeichnete sogenannte Edutainment-Einrichtungen, wie das DARWINEUM als „Motoren für die touristische Entwicklung des Landes“, die „für eine sehr breite Masse an Menschen ein starkes Argument für eine Reise“ in bestimmte Regionen seien. Zudem sei das Image des Landes maßgeblich durch die Natur geprägt und der Mensch fände hier ein Stück weit zu seinen Wurzeln und sich selbst. Er betonte auch das Lernerlebnis für Jung und Alt in der Natur als einen wesentlichen Faktor der touristischen Angebote in Mecklenburg-Vorpommern.

Peter Kranz Die Bedeutung des DARWINEUMS für das Landesmarketing unterstrich Peter Kranz, Leiter der Projektgruppe Landesmarketing M-V. Dass Menschen im DARWINEUM für die Fragen: „woher kommen wir“ und „wohin gehen wir“ begeistert werden, stehe „Mecklenburg-Vorpommern sehr gut zu Gesicht“, sagte er. „MV tut gut“ heiße ja nicht nur, dass sich, wer hierher komme, wohlfühlen werde, weil es in Mecklenburg-Vorpommern tolle Strände und Binnenseen sowie Wellness und Erholung gäbe, sondern auch, weil er hier spielerisch Wissen erfahren könne.

Rostocker Gorilla „Assumbo“ „Wenn doch auch Assumbo schon wüsste, wie gut es ihm bald gehen wird und dass er dann mit mehreren Artgenossen zusammenleben kann“, dachte ich als ich den Rostocker Zoo wieder verließ und noch einmal an seinem Käfighaus vorüber ging.

Am 28. Mai findet übrigens die 12. Klassik-Nacht: „Donau-Klänge“ zugunsten der Menschenaffen statt. Die Benefizkonzerte wurden bisher stets dazu genutzt, über den Entwicklungsstand in Sachen „Schaffen für die Affen“ zu informieren. „Das wird auch weiterhin so sein“, versprach der Zoodirektor.

Schlagwörter: Affen (30)Darwineum (84)Zoo Rostock (230)

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27 Kommentare

  • FRank sagt:

    Ich freue mich riesig, dass es endlich los geht, denn neben Eintrittskarten haben wir auch so manchen Euro in die Spendenbehälter gesteckt. Aber es dauert… Aber auch so ist der Rostocker Zoo immer einen Besuch wert. Unser letzter Besuch ist keine 14 Tage her ;-)

    Beste Grüße – FRank

  • Fred Kiesendahl sagt:

    Schaffen für die Affen – und wo bleiben wir???
    Das Großprojekt Darwineum hört sich ja ganz toll an, denn das Affenhaus aus den 50-ern ist wirklich nicht art- und zeitgerecht. Was jetzt aber mit Steuer und Spendenmitteln gebaut werden soll, grenzt wirklich an Größenwahn! Mit Entsetzen müssen wir mit ansehen, wie ein großer Teil der Barnstorfer Anlagen planiert und zubetoniert werden soll. Nicht nur für uns als Hobbyläufer wird so ein großes Stück Naherholungsgebiet zerstört – und das mitten in der Stadt!!!
    Der frisch aufgestellte Zaun lässt langsam die Dimensionen erahnen – hier wird geklotzt und nicht gekleckert! Wir sind entsetzt und hoffen auf ein Wunder in letzter Minute!!!

  • Knuth Henkel sagt:

    Darwineum als Irrweg
    Herr Nagel leidet unter Realitätsverlust, wenn er mit ein paar Aquarien und einem größeren Gewächshaus die Besucherzahlen des Zoos dauerhaft um 50% steigern will, egal woher das Geld kommt. Daran ändert auch die Planung eines letztlich kommunal geförderten Restaurants nichts. Der Zoo ist bereits jetzt zu groß und zu unübersichtlich. Neue zoogerechte Ideen müssen her, die den Rostockern nicht noch das letzte kostenlose Stück Barnstorfer Wald nehmen.

  • Ruthilde Schuchmilsky sagt:

    Gut, daß es noch Leute mit Visionen gibt, welche neue moderne Attraktionen zur Verlängerung der Saison und für die Rostocker Bürger hervor bringen. Seit Jahren steht im REAL eine Spendenbox mir „Schaffen für die Affen“, in dutzenden Zeitungsartikeln und im NDR ist das Projekt in den letzten Jahren vorgestellt worden. Jeder konnte sich ein Bild machen. Und da kommen kommen wenige Querulanten und wollen dieses Projekt torpedieren. Einfach schäbig. Wo waren diese, als die öffentlichen Diskussionen statt fanden und der Bebauungsplan auslag? Diese „Dagegenmentalität“ wird langsam nervig. Jeder kann sich auch bei der Planung einbringen. Über 500000 Besucher erfüllen den Zoo mit Leben und wenn es durch das „Darwineum“ mehr werden, umso besser. Straßenbahn, Busse, Taxiunternehmen, die Anlagen im Barnstorfer Wald u.v.a. profitieren davon, aber am meisten die Menschenaffen, die endlich ein artgerechtes Zuhause bekommen. Also meine Vorredner, laßt daß Gemecker und bringt euch vernünftig ein.

  • Cree sagt:

    „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

  • Hans-Joachim Gutschmidt sagt:

    Ich fand die Aktion „Schaffen für die Affen“ gut. Die Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere finde ich toll. Mit der Idee ein Darwineum zu bauen kann ich mich vielleicht anfreunden. Es sind in Rostock Fördermittel für schlimmere Sachen verschwendet worden (der Kononensberg ist jetzt ein Schandfleck, der Doberaner Platz ist misslungen).
    Was ich nicht verstehen kann ist der Standort des Darwineums. Das Zoogelände ist wirklich groß genug. Um mehr Attraktivität zu schaffen muss man die Fläche nicht vergrößern. Schon jetzt schafft man einen vollständigen Zoorundgang mit Kindern nicht an einem Tag. Allerdings sieht man viele Gehege ohne Tiere. Den schönsten Teil des Barnstorfer Waldes einzuzäunen und Eintritt zu nehmen trifft bei mir auf absolutes Unverständnis. Ich gehöre zu denen die diesen Wald jetzt nutzen. Nicht nur zum Laufen, auch als Spaziergänger oder mit dem Fahrrad. Wenn ich gewusst hätte, dass meien Spende dazu genutzt wird mir mein Naherholungsgebiet zu nehmen (zumindest zum Teil), hätte ich nichts gegeben.

  • Karl Logelhaus sagt:

    Wenn man so ein grosses Projekt plant,wird es immer Befürworter und Gegner geben. Sicherlich muss man beide Seiten beleuchten,aber auch allem eine Chance geben. Ist Euch bewusst,das dieses Projekt vielen Baufirmen neue Aufträge verschafft,das neue Arbeitsstellen geschaffen werden ??? Es ist so wichtig für unsere Infrastruktur,das sollte einleuchten.Ich habe selber als Kind in diesem Wald gespielt,aber gerade die Anwohner die sich hier so heiss reden,haben wohl vergessen,das auch ihr“Häuschen“ einmal in einem Wald stand. Auch nach dem Darwineumbau wird im Zoo neues Leben entstehen.Es werden Feuchtgebiete geschaffen,wo sich zahlreiche andere Lebewesen ansiedeln werden .Nehmt dieses Projekt als Chance für unser aller Zukunft,damit unsere Kinder nicht nur vorm Computer sitzen,damit unsere Kinder nicht vergessen wie und wo Leben entsteht,damit unsere Kinder auch in unserer techniküberströmten Welt für die Natur sensiebel bleiben.Denkt nicht nur an Euch!!!

  • Manuel sagt:

    Was ich sehr häufig höre, ist, dass ein neuer Standort für das Darwineum gefordert wird. Wo soll dieser denn im Zoo sein? Es gibt soweit ich weiß keinen geeigneten Standort im Zoo für dieses Projekt. Und wenn, dann müssten bestimmt auch dort einige Bäume oder sogar bestehende und bewohnte Tieranlagen weichen. Das erzeugt mit hoher Sicherheit auch wieder Zündstoff in der Bevölkerung und/oder unter den Zoobesuchern. Dann habe ich auf einer Homepage lesen können, dass der “Barnsi” gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Ich glaube auch der Lindenpark, Warnemünde oder auch der Stadtrand von Rostock sind ebenfalls gut zu erreichen. Dort kann man auch sehr gut laufen, spazieren und sich erholen. Ich bin auch sehr oft im Barnstorfer Wald unterwegs und auch dort wo das Darwineum erbaut wird. Jetzt laufe ich halt woanders und erholen tue ich mich eh am besten auf dem Lande. Eins muss ich klar stellen: Ich bin auch kein großer Freund davon, wenn es heißt, es werden Bäume gefällt. Aber es wird ja kein kompletter Wald abgeholzt, sondern in einem KLEINEN Waldstück des “Barnsi” (Gesamtfläche: 106ha) muss eine geringe Zahl an Bäumen weichen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Manuel

  • Maria sagt:

    Es gibt mindestens eine geeigneten Standort innerhalb des Zoos. Das hat Herr Nagel bestätigt. Dieser wurde jedoch wegen seltener Brombeeren und einer Orchidee nicht genommen. Ich habe mich daher mal kundig gemacht bei Fachleuten, die es wissen müssen. Diese beiden Dinge wären kein Hindernisgrund gewesen.
    Und von den 106 ha ist lediglich das jetzige Teilstück von 20 ha, um das es in der Diskussion geht, als Komplettwald erhalten. Der Teil auf der Gartenstadt-Seite ist nur noch ein Waldstreifen, die Barnstorfer Anlagen auf der Trotzeburg-Seite kein Naturwald mehr, halt mehr Parkanlage, der Rest ist Zoo. Dieses „KLEINE“ Waldstück des Barnsi ist das einzige verbliebene zusammenhänge Waldstück im ehemaligen Barnstorfer Wald. Wer etwas anderes behauptet, möchte hier nur Tatsachen verdrehen.
    Leute, lest bitte die Stellungnahme des BUND:http://vorort.bund.net/rostock/positionen/positionen_7/positionen_115.htm
    Hier wird nochmals ganz deutlich auf den Naherholungswert für die Rostocker hingewiesen und die Ausgleichsmaßnahmen in der Rostocker Heide als unzureichend bezeichnet. Diesen Wald sollten wir Rostocker uns nicht auch noch nehmen lassen!

  • Karl Logelhaus sagt:

    Wer sich im Zoo auskennt,wird schnell einsehen,das es keinen geeigneten Platz für dieses tolle Projekt im bestehenden Zooteil gibt. Dieses Stück Barnsi war uns nur geliehen,Wir nutzten es, ohne danach zu fragen.Aber es gehört uns nicht!!!Wir können doch auch nicht auf dem „Gewohnheitsrecht“ bestehen ,wenn auf dem Feld wo wir gespielt haben, eine neue Siedlung entsteht!! Zoo bedeutet doch viel mehr als nur Erholung,es beinhaltet Wissen und Bildung ! Nun hört doch endlich auf so eine tolle Sache zu vernichten! Rostock hat so schöne Waldrandgebiete,villeicht besucht ihr mal diese? Oder kennt ihr die aus „Gewohnheit“ nicht?

  • Petra sagt:

    Die Rostocker wurden hinter’s Licht geführt.

    Die Information, daß ein weiterer Teil des Barnstorfer Waldes einverleibt werden wird, daß die Eintrittspreise saftig steigen werden und daß das finanzielle Risiko bei der Stadt und damit letztlich wieder bei den kleinen Bürgern hängenbleiben wird, wurden vorsätzlich und aus „gutem“ Grunde so lang wie möglich zurückgehalten. Ob sich nämlich bei dieser Ehrlichkeit immer noch so viele Spender gefunden hätten? Wohl kaum. Ein Glück, daß ich keinen Pfennig für diesen Unfug hergab. Menschenaffen gehören in die Wildnis und nicht in überteuerte Prunkbauten. Es ist nicht einmal genug Geld übrig, um die sozialschwächsten Menschen (!), konkret Obdachlosen, nur halbsogut unterzubringen, wie es für die Menschenaffen geplant ist, auch für sonstige Sozialprojekte nicht, aber für das Denkmal, das sich Udo Nagel auf Steuerzahlerkosten errichten (lassen) möchte, sind zig Millionen vorhanden.

    Und dann dieser viele zusätzliche Verkehr, den das hervorruft – aber in der Atmosphäre ist ja noch viel zu wenig Kohlendioxid vorhanden. Und Bäume benötigen wir, seitdem das Auto der Lieblingsfetischist (eine der vielen westlichen dekadenten „Errungenschaften“, die nach 1989 hierher schappten) der Deutschen ist, natürlich schon längst nicht mehr – Hauptsache Asphalt, Verkehr, Protz- und Prunkbauten.

    Pfui!

  • Maria sagt:

    @Petra: Du hast vollkommen Recht! Dem habe ich nichts hinzuzufügen! Nur, dass das jetzige Einverleiben eines Teils des Barnstorfer Waldes erst der Anfang ist. Man muss nur mal die Kommentare der Darwineums-Befürworter lesen, dann wird einem klar, dass in ihren Augen nur künstlich angelegte Anlagen für die das Wahre sind. Echte Natur ist für die Hardliner des Darwineums ein Greuel! Schauderhaft…

  • Sandra Utan sagt:

    @Petra,richtig Menschenaffen gehören in die Wildnis,welche echte Wildnis gibt es denn noch?Meinst du die Naturschutzgebiete,die ständig bewacht werden müssen und trotzdem ständig schrumpfen? In 10-20 Jahren werden die Berggorillas weg von der Erde sein und den restlichen großen Menschenaffen wird es genauso gehen wenn das Bewußtsein der Menschen sich nicht ändert.Was genau tust du für den Schutz der Regenwälder? Dein Computer ist auch voller Rohstoffe und die sind auch nicht ökologisch vertretbar da reingekommen.
    Können die Zoo-Affen nicht für ihre Verwandten, in der sogenannten freien Wildbahn, werben, für deren Schutz?
    Und glaubst Du die Fördergelder für das Darwineum gehen an die sozial schwachen Menschen? Ihr scheint euch alle nicht mit der Vergabe von diesen Geldern zu befassen aber meckern könnt Ihr und am Ende immer noch Leute persönlich angreifen, wenn nichts mehr geht. Das nenne ich Pfui.

    Und übrigens ist ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung auf das Auto angewiesen um an ihre Arbeitsplätze zu kommen.

    @Maria,deine Aussage ist einfach nur schauderhaft.

  • Gustav sagt:

    @Sandra Utan: Was tust du persönlich für den Schutz einheimischer Wälder? Fangen wir doch einmal damit an! Gerade wegen dem Schutz einheimischer Wälder haben die Vereinten Nationen 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt, weil einheimische Wälder, siehe Rostock, nicht genügend geachtet werden. Lese dir bitte die Konvention durch!!!
    Auch Fördergelder der EU sind UNSERE Steuergelder! Diese sollten sorgsam eingesetzt werden und nicht zum Zerstören eimheimischer Natur dienen!
    Ich kenne genügend Leute aus der arbeitenden Bevölkerung, die pendeln und den Öffentlichen Nahverkehr und die Bahn nutzen. Es gibt immer andere Möglichkeiten, ebenso wie es einen anderen Standort für das Affenhaus gibt, innerhalb des bisherigen Zoo-Areals. Die unbewiesene Behauptung, es geht nicht, ist so nicht zu akzeptieren! Es sieht so aus, als wenn der Zoo einfach nur die Möglichkeit nutzen will, den Barnstorfer Wald endlich komplett zu vereinnahmen. Ich glaube, wir werden mit den Zoo noch unser blaues Wunder erleben… Dann ist es aber zu spät…

  • Holger sagt:

    Vielen scheint nicht klar zu sein, dass nur ein geringer Anteil des eingezäunten Areals wirklich gefällt wird. Die große ebene Fläche war schon jahrelang nicht mit Bäumen bewachsen. Ein Großteil des neueingezäunten Bereichs des Barnstorfer Waldes unterliegt dem Naturschutz und wird auch so behandelt. Und dies beinhaltet jetzt halt auch, dass dort nicht alle den Boden breittreten und Müll wegwerfen.
    Wenn man mit den Darwineumsgegner diskutiert kommt meist am Ende wirklich nur noch das Gewohnheitsrecht heraus. Den meisten ist der Naturschutz (hart ausgedrückt) scheiß egal. Sonst würden sie auch nicht sowas behaupten, dass man ja das Waldstück hinter der Robbenanlage bebauen könnte. Es geht ansich nur um die weggenommenen Wege. Egal, wie die Begründung anfängt. Nochma zu den direkten Steuergeldern aus Rostock für das Projekt. Das sind rund 1,2Mio Euronen über die nächsten 3 Jahre verteilt. Das sind insgesammt etwa 6(!!!!!)Euro pro Person (2(!!!!)Euro im Jahr). Man kann sich auch wegen was andrem lächerlich machen.

  • Sandra Utan sagt:

    @Gustav,einiges,das fängt beim Kaufverhalten an und hört beim Bäume pflanzen auf und um mir die Doppelmoral zuerlauben den Regenwaldschutz unterstütze ich auch schon mehr als 20Jahre.Nicht alle Pro Darwineum sind gemeine Umweltfrevler.
    Nur aufs Auto kann ich nicht verzichten,ich hoffe man verzeiht mir.
    Da ja auch immer der Standort erwähnt wird,wo genau soll das Darwineum denn im alten Zooteil hin? Auch im Zoo würden alte Bäume fallen aber das ist dann wohl ein anderes Blatt,denn genau wie Holger es schreibt geht es den meisten nur um ihr Gewohnheitsrecht.

  • Udo sagt:

    Hier, d.h. der Information im Mai, vermisse ich den Hinweis auf den Standort Barnstorfer Wald. Was mach die Transparenz? Wurde der Standort etwa absichtlich NICHT genannt? Ein Schelm, wer Arges dabei denkt….

  • Philip sagt:

    @Udo

    „Dafür wird auf einem ehemaligen Schießplatz neben dem Zoo ein Erweiterungsbau errichtet, der „Geschichte, Mensch und Tier unter einem Dach vereint““

    Richtig lesen.

  • Gerard sagt:

    sagt bloß nix den im Grabe liegenden Darwin vom Plattmachen der 170*80 Meter Baumbestand in einem Rostocker Naherholungsgebiet wo zu seinem „Ehren“ ein Beton-Affenhaus entstehen soll.
    Ich kann mir Vorstellen das er einen Herzinfarkt bekommt und ein zweites mal stirbt und sich vor lauter Schreck mit der Kirche in Verbindung setzt.

    Wie schädlich kann Arbeit für unsere Natur sein?

    Amen

  • Ilka Kuhlmann sagt:

    Ich denke, es ist ein Zwiespalt zwischen dem Naturraum „Barnstorfer Wald“, der als „Grüne Lunge“ von Rostock Lebensgrundlage darstellt und wirtschaftlichen Gründen, deren langfristiger Erfolg nicht garantiert ist. Ich hoffe sehr, dass die Planer diese Diskrepanz auch kalkuliert haben. Rostock hat schon fast kein Theater mehr, ohne Zoo wäre es noch schlimmer. Den richtigen Weg zu finden ist immer schwierig. Wirtschaftliche Gründe dürfen nie an 1. Stelle stehen, aber Rostock ohne Zoo???? Eigentlich sind Investitionen immer gut für ein Unternehmen, weil sie in die Zukunft gehen. Es wäre schön, wenn das „Für und das Wider“ einen gangbaren Weg für beide Ansichten finden würde. Und rein prinzipiell ist ein Raum für die Entstehungsgeschichte von uns Menschen doch nicht schlecht. Vielleicht muss man auch mal in die Nachbarschaft schauen, Stralsund hat auch ein Ozeaneum. Und was wäre eine Stadt ohne Kultur. Es wäre wirklich schön, einen gangbaren Weg zu finden und dies auch zu konkretisieren, welche Bäume weg sollen, wo der Platz für das Darwineum sein soll, ob die Investition sicher auch Geld für die Hansestadt einbringt. Damit eben auch den Obdachlosen Lebensgrundlage gegeben werden kann.

  • Gerard sagt:

    Ich sehe heute einen mit 1000m rundum zerschnittenen Barntorfer West-Wald (Barnstorfer Ring-Zoo2-Jägerhütte-Westfriedhof..
    Ok, im Zentrum waren weniger Bäumen angesiedelt, bedingt durch den ehemaligen Luftschutzteil (2. Weltkrieg) und Schießanlage der Sowjetrussen und DDR-Bereitschaftspolizei und der „legalen“ Schuttablage vom Rostocker Zoo.
    Nach meinen Schätzungen wurden dennoch ca. 80 gesunde Bäume dort gefällt, dazu Niederwuchs usw.
    Was aus meiner Sicht am meisten ökologischen Schaden dort macht ist, der Einschnitt und die Zertrennung des Barnstorfer Restwaldes.
    Gibt es Gutachten zur Waldschädigung von Umweltverbänden hier?
    Sind unsere Umweltverbände alle mit dem Rostocker Zoo verquickt, das sie stillhalten müssen, um ihre Existenz nicht zu gefährden?
    Heute leuchtet dort ein Schild mit der Aufschrift „Investition in die Zukunft“
    Ist das ein makaberer Scherz?, wenn das Zerstören von einheimischem Wald in einkalkuliert ist.
    Aber ich kann mir einen anderen Zooverkaufsknüller vorstellen.
    Für die im eingezäunten Teil noch stehenden Bäume wird dann Eintrittsgeld verlangt..
    Und rundherum im Zoopachtgelände gibt’s dann nur noch Straßenanfahrwege für die kinderreichen Familien, welche endlich mal wissen wollen wie sich die Menschheit evolutionär entwickelt hat.
    Und ganze Schulen werden mit ihren Kindern und Jugendlichen zum Darwineum strömen, wo sie erfahren können was, unter Natur zu verstehen ist….
    Sind die Affenhauspender arglistig betrogen wurden?
    Das wäre dann möglicherweise ein Chance, das Geld zurückzuklagen.

    Gerard

  • Raik Zschuppan sagt:

    Ich bin auch für ein neues Affenhaus und habe dafür gespendet, aber das das Affenhaus im alten Zoo, über 37 ha großen und damit unter den 10 größten Zoo’s in Deutschland, gebaut wird.
    Es wird ein öffentlicher Naherholungswald mit seiner Tierwelt (auf dem alten Schießplatz haben sich z.B. Rehe in den Gräsern und Sträuchern geschützt aufgehalten) vernichtet.
    Was bringt es für die Luftreinigung und Schadstoffabbau Rostock, wenn im Stadtgebiet von Rostock die Bäume gerodet werden und der Zoo weit außerhalb als Ausgleich aufforsten lässt.
    Die Zahlen für die Besucher werden immer so schön gerechnet, aber am Ende zahlt die Hansestadt Rostock und damit wir alle die Unterhaltung für solch ein überdimensionierten Bau (siehe auch Warnowtunnel).

  • Werner Garlipp sagt:

    Mit nur etwas gutem Willen ließen sich alternative Standorte im traditionellen 37 ha großen Zooareal finden!

    Aber das ist wohl (von Anfang an) nicht gewollt gewesen!

    Die „Erbbaupacht“ von 1994 war die logische Fortsetzung der alten (SED-) DDR-Politik (aus den 70-ern), die noch nie Rücksicht auf Bürgerinteressen genommen hatte.

    Ein Baurecht im Wald lässt sich aber auch damit nicht begründen!

    Man könnte mit diesem Projekt den alten Zoo qualitätsmäßig aufwerten, z.B. ganz in der Nähe des Eingangs Trotzenburg! Die Heizleitung wäre erheblich kürzer, Gastronomie wäre weitgehend schon vorhanden und die Füße der Besucher würden auch etwas mehr geschont!
    Die alten Affengehege, die nicht mehr benötigte Elefantenanlage und die Hinzuziehung des jetzigen Veranstaltungsplatzes würden dazu allemal ausreichen!
    Etwas bescheidenere Dimensionen würden – mit einer adäquaten Planungsanpassung – Rostock ganz sicher auch gut zu Gesicht stehen!
    Die jetzt schon aus dem Ruder laufenden Baukosten wären (bei einem Bruchteil Planungsmehraufwand) dann sicher auch wieder in den Griff zu bekommen!

    Im März 2011 waren wir noch bei 26,8 Millionen EUR Gesamtkosten. Heute sind bereits 28,4 Millionen verbindlich genannt!
    Wo werden wir Weihnachten 2011 stehen und welche Chance hat dann diese Kommune Rostock noch, jemals ihre Schulden los zu werden und neue, dringend benötigte Entwicklungsprojekte in anderen Bereichen anzugehen, wenn sie auch noch für einen ausufernden Schulden- und Kredittilgungsdienst für ein überdimensioniertes Wahnsinnsprojekt Darwineum aufkommen muss??

    Ich kann nicht einen 368-kW-Porsche fahren wollen, wenn das Geld gerade mal für einen 55-kW-Mini reicht!

    Nur etwas guter Wille wäre nötig und alle könnten zufrieden sein in Rostock!

    Ich habe den Zoo früher gern mal besucht, werde ihn vermutlich aber nie mehr betreten!

    Rettet den Barnstorfer Wald
    Werner Garlipp, Rostock

  • B.Bluhm sagt:

    Auch ich bin absolut dafür, dass den Affen ein artgerechtes Zuhause geschaffen wird, aber was dieses Bauvorhaben angeht, da sträuben sich mir die Nackenhaare. Da wird wertvolle Natur, sprich alter Baumbestand- ein Teil der grünen und so notwendigen Lunge einer Großstadt – einfach plattgemacht. Im Bereich des Zoos wird es doch wohl die Möglichkeit geben eine größere Anlage für die Affen zu schaffen – für die Gastronomie konnte man ja auch genügend Platz schaffen. Liebe Zooverantwortlichen bitte, nehmt die Eurozeichen aus den Augen, baut den lieben Affen ein vernünftiges Zuhause im Zoobereich und verwendet Gelder, die übrig bleiben dafür Menschen mit wenig Einkommen einen Zoobesuch zu ermöglichen.
    Also Ihr Verantwortlichen, Ihr werdet Euch kein Denkmal setzen, wenn Ihr mehr zerstört in der Natur, als das Ihr Nutzen bringt. Man kann auch mit kleinen Brötchen satt und zufrieden werden.
    Rettet den Barnstorfer Wald
    B. Bluhm

  • Fritz Langhaus sagt:

    Bin letztens mal langgefahren, um mir die Baustelle anzusehen. Es übersteigt meine schlimmsten Befürchtungen! Unsere Bürgerschaft sollte sich schämen, solch eine immense Zerstörung der Natur innerhalb der Stadt zuzulassen!
    Hatte mir auch mal bei Youtube Videos von der Grundsteinlegung angesehen. Wie kann Herr Sellering behaupten, dass kein einziger Baum für das Darwineum gefällt wurde? Mehr als 400 Bäume sollen es gewesen sein…

  • Heide Bernhardt sagt:

    Das Darwineum ist einfach nur SUPER. Auch meine Steuergelder sind da reingeflossen. Aber mit Recht. Ich bin mehr als zufrieden! Jetzt auf zu den Eisbären!!!! Viel erfolg, liebes Zooteam! :)

  • Maximilian sagt:

    Nie wieder spenden für den Zoo! Sonst vernichtet er nur wieder mehr einheimische Natur mit seinen Großprojekten.
    Mit dem Darwineum hat sich der Zoo bei vielen Rostockern keine Freunde gemacht.

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