Einführung ins Stück „Ein Sommernachtstraum“

Shakespeare live im Theater am Stadthafen

1. Februar 2010, von
Caroline Erdmann und Marc Steinbach im Theater am Stadthafen
Caroline Erdmann und Marc Steinbach im Theater am Stadthafen

Man möchte meinen, zum Beginn der neuen Woche und gleichzeitig des neuen Monats sind die chaotischen Zustände auf Rostocks Straßen langsam beseitigt und der Alltag kehrt endlich wieder ein. Die Organisation des Nahverkehrs hatte am Sonntag ja verhältnismäßig gut geklappt, da konnte man Montagmittags schon so einiges erwarten. Denkste. Offenbar hatte an diesem Tag jeder Busfahrer seine eigene Route, sodass nicht vorhersehbar war, welche Haltestellen angefahren wurden und wo man vergeblich wartete.

Trotz unveränderter Wetterverhältnisse sollte die Einführung in das Theaterstück „Ein Sommernachtstraum“ am Montagabend stattfinden. Auf die Räumung des Parkplatzes am Stadthafen kann ich zwar keine Garantie geben, aber mit der Straßenbahn (verbunden mit einem kleinen Fußmarsch) ist das Theater problemlos zu erreichen.

Marc Steinbach und Anu Saari
Marc Steinbach und Anu Saari

Im Foyer wiesen bereits ordentliche Stuhlreihen auf den erwarteten Besucherandrang hin. Und tatsächlich erzählt mir eine Frau, dass es beim letzten Mal so voll gewesen wäre, dass der Raum allein für die Zuschauer nicht ausgereicht hätte. Heute besteht allerdings kein Grund zu Platzangst; neben einem Ehepaar bin ich zunächst die einzige Besucherin, später kommen noch einige weitere und ein paar Schauspieler dazu.

In gemütlicher Runde kann die Einführung also beginnen. Zur Einleitung führt die Schauspielerin Caroline Erdmann ein kleines Drama von Bernd Schröder vor, welches sie im Bett während eines Alptraums zeigt. Als sie erwacht blickt sie das Publikum erschrocken an und sagt „Von Ihnen allen hab ich gerade geträumt.“ Eine schöne Einleitung ins Stück, da dieses sich doch vor allem mit Traum und Wirklichkeit auseinandersetzt.

Einführungsveranstaltung "Ein Sommernachtstraum" Volkstheater Rostock
Einführungsveranstaltung "Ein Sommernachtstraum" Volkstheater Rostock

Marc Steinbach, Dramaturg am Rostocker Volkstheater, ist für die Inszenierung des Stücks „Ein Sommernachtstraum“ verantwortlich und übernimmt höchst persönlich die Moderation der Einführungsveranstaltung. Eine Schlafforscherin aus der Nähe von Schwerin war auch eingeladen, aufgrund der Witterungsbedingungen aber leider verhindert.

Die Person Shakespeares ist nach wie vor sehr umstritten. 1564 nahe Stratford getauft, war er der Sohn eines Handwerkers. Später stieg er vom Schauspieler zum Autor, Dichter und sogar Theaterinhaber auf. „Ein Sommernachtstraum“ ist Shakespeares meist gespieltes Stück und wurde vermutlich als Auftragswerk für eine adelige Hochzeit geschrieben, wo es im Beisein der Königin Elisabeth im Garten aufgeführt worden ist.

Improvisationsstück von Studenten der HMT
Improvisationsstück von Studenten der HMT

Zur Unterstützung holt Marc Steinbach sich die Schauspielerin Caroline Erdmann und Regisseurin Anu Saari auf die Bühne. Beide sind ebenfalls an dem Stück beteiligt; Caroline Erdmann spielt sogar eine Doppelrolle, nämlich die Hippolyta und Titania. Unter der Moderation des Dramaturgen werden gemeinsam Fragen aufgeworfen und beantwortet sowie verschiedene Spekulationen über die Auslegung des Stücks diskutiert.

Das Schauspielensemble wird bei Shakespeares „Sommernachtstraum“ um einige Studenten der HMT aus dem 3. Semester erweitert. Ein paar davon sind bei der Einführungsveranstaltung anwesend und setzen sich zur weiteren Diskussion mit auf die Bühne. Mittelpunkt des Gesprächs sind natürlich Träume, die in dem Theaterstück eine entscheidende Rolle spielen. Zum Abschluss führen die Studenten ein kleines Improvisationsstück vor, welches sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt.

Wer die Einführungsveranstaltung leider verpasst hat, aber trotzdem auf das Stück neugierig geworden ist, darf sich am 12. Februar bei der Vorpremiere und am 13. Februar bei der Premiere gern selbst von den schauspielerischen Qualitäten der Hochschulstudenten überzeugen.

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