Eisbären Akiak und Noria ziehen ins Polarium im Zoo Rostock | Rostock-Heute

Eisbären Akiak und Noria ziehen ins Polarium im Zoo Rostock

Mitte bis Ende August sollen die beiden Eisbären Akiak und Noria als erste arktische Bewohner ins neue Polarium im Zoo Rostock einziehen – dessen Bau wird teurer als geplant

4. Juni 2018
Lüfteten heute das Geheimnis, wer die ersten Bewohner im Polarium sind: Zoodirektor Udo Nagel (li.), Kuratorin Antje Zimmermann und Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph (Foto: Joachim Kloock/Zoo Rostock)
Lüfteten heute das Geheimnis, wer die ersten Bewohner im Polarium sind: Zoodirektor Udo Nagel (li.), Kuratorin Antje Zimmermann und Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph (Foto: Joachim Kloock/Zoo Rostock)

Fast zwei eisbärenfreie Jahre nähern sich ihrem Ende, sehr zur Freude der Mitarbeiter des Rostocker Zoos. Diese fiebern der Ankunft des jungen Eisbärenpärchen Ende August entgegen und dann werden vermutlich alte Erinnerungen geweckt. Der nur wenige Tage vor Fiete am 22. November 2014 in Rhenen (Niederlande) geborene Akiak ist ein Enkel der legendären Rostocker Eisbären Churchill (28.11.1979 in Rostock – 26.10.2013 in Rostock) und Vienna (29.11.1988 in Wien – 13.01.2018 in La Palmyre). Seine zunächst noch Spielgefährtin und spätere Partnerin ist die am 21. November 2015 im Zoo Brno in Tschechien geborene Noria. Derzeit bemüht sich der Zoo noch um ein weiteres Weibchen.

„Wir sind sehr glücklich über unsere neuen Eisbären“, betonte Zookuratorin Antje Zimmermann. „Akiak und Noria werden die ersten arktischen Bewohner des Polarium sein. Mit der Ankunft aus dem niederländischen Zoo in Rhenen und aus dem tschechischen Brno rechnen wir Mitte bis Ende August.“

„Der Rostocker Zoo trägt spürbar zur touristischen Entwicklung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bei. Auch in der Vor- und Nachsaison werden den Gästen attraktive Freizeitaktivitäten geboten. Mit dem Polarium entsteht in Rostock ein weiterer Besuchermagnet, der weit über Grenzen Rostocks hinaus strahlen wird “, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Akiak ist ein Enkel der legendären Rostocker Eisbären Churchill und liebt das Wasser (Foto: Zoo Rhenen)
Akiak ist ein Enkel der legendären Rostocker Eisbären Churchill und liebt das Wasser (Foto: Zoo Rhenen)

Akiak, der verspielte „funny guy“ und Noria, etwas scheu und doch neckisch

Nicht nur die Großeltern, auch Akiaks Vater ist ein Rostocker, nämlich der am 18. Dezember 1998 im Rostocker Zoo geborene Victor. Seine Mutter Freedom kam am 6. Dezember 2001 in Kolmarden in Schweden zur Welt. Akiak wird von seinen holländischen Tierpflegern als sehr relaxter, sozialer und verspielter „funny guy“ beschrieben. Er habe optisch wie auch vom Verhalten große Ähnlichkeit mit seinem Vater Victor. Somit wird ein sanfter Riese mit Rostocker Wurzeln als erster männlicher Eisbär in das neu erbaute Polarium einziehen.

Norias Vater Umca stammt aus Alma-Ata in Kasachstan, wo er am 15. November 1998 geboren wurde. Ihre Mutter Kora erblickte am 27. November 1998 in St. Petersburg in Russland das Licht der Welt. Noria war von Geburt an eine sehr neugierige kleine Eisbärin. So kam sie früher aus der Wurfbox, als selbst erfahrene Tierpfleger es je erlebt hatten. Ihren „Entdeckergeist“ hat Noria behalten, denn obwohl sie gegenüber ihren Pflegern eher zurückhaltend ist, überwiegt immer ihre Neugier, wenn es ein neues Spielzeug oder Beschäftigung gibt. Noria liebt es, ihre Pfleger zu ärgern, indem sie zum Beispiel in das Wasserbecken springt, um die Pfleger nasszuspritzen, wenn diese am Gehege entlang gehen. Ein besonderes Merkmal von Noria ist ihre leicht krumme Nase, wie sie auch ihre Mutter und ihre Geschwister haben.

Eisbären werden mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif, wobei die Geschlechtsreife bei weiblichen Tieren etwas eher eintritt. „Mit 3 ½ und 2 ½ Jahren haben Akiak und Noria also noch etwas Zeit, sich und ihr neues Zuhause kennenzulernen, bevor sie eine Familie gründen“, so Antje Zimmermann.

Eisbärin Noria hat osteuropäische Wurzeln und ist ebenfalls eine kleine Wasserratte (Foto: Zoo Brno)
Eisbärin Noria hat osteuropäische Wurzeln und ist ebenfalls eine kleine Wasserratte (Foto: Zoo Brno)

Unerwartete Mehrkosten – Wirtschaftsministerium unterstützt den Neubau nochmals

Zoodirektor Udo Nagel informierte heute auch, dass das Wirtschaftsministerium dem Zoo hilft, unerwartete Mehrkosten beim Neubau aufzufangen. „Heute ist im doppelten Sinne ein guter Tag für unseren Zoo“, so Nagel. „Zum einen, weil wir nun wissen, welche Eisbären nach Rostock kommen und zum anderen, weil uns das Wirtschaftsministerium mit einer weiteren Zuwendung hilft, die entstandenen höheren Kosten decken zu können. Wir sind über diese Unterstützung sehr erleichtert.“

Die Mehrkosten für das Polarium belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium wird davon voraussichtlich rund 1,7 Millionen Euro übernehmen. Gründe hierfür sind unter anderem erhöhte Ausschreibungsergebnisse einzelner Vergabeverfahren und damit verbunden auch wachsende Materialkosten im Baugeschehen sowie unvorhersehbare Schwierigkeiten bei der Einbeziehung des alten Baubestandes. Damit belaufen sich die Gesamtinvestitionen auf 14,21 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit rund 11,6 Millionen Euro.

„Der Rostocker Zoo konnte nachweisen, dass die entstandenen Mehrkosten beim Polarium unabweisbar sind und unvorhersehbar waren. Deshalb müssen wir helfen. Jeden vierten Euro der Mehrkosten muss der Zoo tragen. Entscheidend ist, dass das entsprechende Internationale Zuchtbuch in Rostock bleiben kann und die ausgezeichnete Arbeit des Zoos mit seiner weit überregionalen Ausstrahlung unverändert erlebbar bleibt. Das Wappentier des Rostocker Zoos ist der Eisbär. Das Polarium wird helfen, unserer auch daraus erwachsenden hohen Verantwortung professionell und weit beachtet auch zukünftig gerecht zu werden“, so Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph.

Die Bauarbeiten auf der Bärenburg liegen indes im Zeitplan. Die Rohbauarbeiten des Gesamtprojektes sind zu 90 Prozent abgeschlossen. Der Innenausbau der technischen Gebäudeausrüstung läuft auf Hochtouren und macht große Fortschritte. Im Bereich der Pinguinanlage nimmt der Kunstfelsen schon deutliche Konturen an; dort sind die Landschaftsbauarbeiten im vollen Gange. „Nach aktuellem Stand kann der geplante Eröffnungstermin im September gehalten werden“, unterstrich der Zoodirektor.

Quelle: Zoo Rostock, Fotos: Zoo Rhenen/Zoo Brno/Joachim Kloock

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