Rostocker wählen Kontinuität: Methling siegt erneut

Jubelnder Roland Methling und Herausforderer mit langen Gesichtern versammeln sich zum Abschluss der OB-Wahl im Rathaus

6. Februar 2012, von
Nachdem alle 190 Wahlbezirke ausgezählt wurden, hat Roland Methling Grund zum Jubeln.
Nachdem alle 190 Wahlbezirke ausgezählt wurden, hat Roland Methling Grund zum Jubeln.

Auch im verflixten siebten Jahr wollten sich die Rostocker nicht von ihrem parteilosen Oberbürgermeister Roland Methling trennen. 173.550 Rostocker hatten gestern die Möglichkeit ihr Stadtoberhaupt für die nächsten sieben Jahre zu bestimmen. Lediglich 36,6 Prozent nahmen ihr Wahlrecht wahr – ob es nun am Ferienbeginn, dem klirrenden Frost oder doch eher an den weitgehend blassen Herausforderern lag. Eine Niederlage für die Demokratie sei es in jedem Fall, da waren sich fast alle Kandidaten einig.

53,8 Prozent der Urnengänger (knapp 20 Prozent aller Wahlberechtigten) stimmten ausdrücklich dafür, dass Roland Methling bleiben soll. Eine eindeutige Mehrheit, die sich bereits nach dem ersten Wahlgang ergab. Zu einer Stichwahl, wie von vielen politischen Herausforderern erhofft, kommt es daher nicht.

Roland Methling wird für einen Fernsehauftritt abgepudert.
Roland Methling wird für einen Fernsehauftritt abgepudert.

Mit 13,9 Prozent deutlich abgeschlagen kam Finanzamtschef und Politikneuling Dr. Ait Stapelfeld (SPD) auf Platz zwei. Knapp dahinter konnte Linken-Kandidatin Kerstin Liebich, die zuvor im Berliner Senat als Staatssekretärin tätig war, 13,8 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Bürgerschaftspräsidentin Karin Jens, die für die CDU antrat, schaffte lediglich 7,3 Prozent. Grünen-Kandidat Christian Blauel erreichte 5,4, Sybille Bachmann vom Rostocker Bund 4,7 und Einzelbewerber Toralf Vetter 1 Prozent.

Schon kurz nach 18 Uhr, als die ersten Ergebnisse der 190 Wahlbezirke im Rathaus eintrafen, zeichnete sich Methlings Sieg ab. Auch wenn er noch einige Prozentpunkte einbüßte, blieben seine Werte immer über der magischen 50-Prozent-Marke. Etwas nervös, aber doch siegesgewiss lief er mit einem Glas Bier und dem Handy in der Hand in der Rathaushalle hin und her, wo auf einer Leinwand die Ergebnisse der Zählung dargestellt wurden und sich zahlreiche Journalisten und Anhänger der Kandidaten versammelten.

Herausforderer Ait Stapelfeld (SPD) beim OB-Wahlabend
Herausforderer Ait Stapelfeld (SPD) beim OB-Wahlabend

Gegen 19:20 Uhr dann der letzte Wahlbezirk. Jetzt durfte Roland Methling offiziell jubeln: „Dass das Ergebnis so ausfällt, das ist ein Stück Genugtuung, ein klares Anerkenntnis der Rostocker Wählerinnen und Wähler für das, was wir getan haben in den letzten sieben Jahren.“

Doch auch er äußerte sich überrascht über das Ergebnis: „Ich habe sehr darauf gehofft. Aber diesen fulminanten Wahlsieg gegen vier etablierte Parteien, die aus Schwerin und Berlin unterstützt wurden, durchzusetzen, ist schon großartig.“

„Der große Zuspruch für Roland Methling ist auch für mich eine Überraschung“, bekannte Dr. Ait Stapelfeld, der sich als letzter der sieben Kandidaten im Rathaus eingefunden hatte. „Zufrieden“ zeigte er sich mit seinem persönlichen Ergebnis, „aber es hat eben nicht gereicht“. Jetzt müsse in der Fraktion sachorientiert für eine gute Stadtpolitik in Rostock weitergearbeitet werden.

Herausforderin Karina Jens gratuliert als Erste
Herausforderin Karina Jens gratuliert als Erste

Mit dem Amtsinhaber einen Neuanfang suchen muss und möchte nun auch die Bürgerschaft, erklärte deren Präsidentin Karina Jens. „An der Präsidentin wird es nicht liegen“, streckte die CDU-Kandidatin dem neuen und alten Oberbürgermeister die Hand entgegen.

Auch Sybille Bachmann, schärfste Kritikerin von Methling, gab sich kompromissbereit: „Dort, wo er vernünftige Politik macht, da werden wir ihn verteidigen. Dort, wo er keine vernünftige Politik macht, werden wir es ganz klar benennen.“ Als einzige Kandidatin schaute Bachmann am Wahlsonntag schon auf das Jahr 2018 und versicherte, in sieben Jahren erneut antreten zu wollen.

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