Silvesterfeuerwerk in Rostock – Regeln und Verbote

Das Abbrennen von Silvesterfeuerwerken bleibt in Rostock auch 2019 erlaubt – der Rostocker Meeresmüllstammtisch ruft an Neujahr zum Küstenputz auf

27. Dezember 2019, von
Hinweise zum Abbrennen von Silvesterfeuerwerken 2019 in Rostock
Hinweise zum Abbrennen von Silvesterfeuerwerken 2019 in Rostock

Zu laut, zu teuer, zu viel Feinstaub und doch immer wieder schön. Für viele Rostocker gehört das Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel einfach dazu. Für sie bleibt 2019/20 alles beim Alten. Ein von der Deutschen Umwelt-Hilfe (DUH) gefordertes Verbot gibt es in Rostock – zumindest vorerst – nicht. Für ein generelles Verbot fehlt die gesetzliche Grundlage.

In insgesamt 98 Städten forderte die DUH im Oktober ein Verbot des privaten Silvester-Feuerwerks. „Innerhalb weniger Stunden setzen Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel circa 5.000 Tonnen Feinstaub frei“, begründete die DUH ihre Forderung, „das entspricht 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge.“ Das Umweltbundesamt (UBA) spricht von 4.200 Tonnen Feinstaub (PM10) durch Pyrotechnik im gesamten Jahr, für den Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) sind beide Werte „utopisch“. Er verweist auf eine laufende Studie und spricht von lediglich „zehn Tonnen Feinstaub PM10 durch Feuerwerk“.

Zwar liegt Rostock mit einem PM10-Feinstaub-Jahresmittelwert von 24 µg/m³ (Messstation „Am Strande“) leicht über dem von der DUH herangezogenen Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 20 µg/m³, aber doch deutlich unter dem deutschen Grenzwert von 40 µg/m³.

Neben der Feinstaubproblematik verweist das Umweltbundesamt allerdings auch auf Verletzungen, Sachschäden, anfallenden Müll sowie durch Pyrotechnik gestörte Haus- und Wildtiere.

Silvesterfeuerwerke in Rostock nur zwischen 16 und 6 Uhr abbrennen

Wer dennoch nicht ganz auf Raketen & Co. verzichten möchte, muss ein paar Regeln beachten. Silvesterfeuerwerke, offiziell pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2, dürfen in Rostock nur zwischen dem 31. Dezember 2019 16 Uhr und dem 1. Januar 2020 6 Uhr abgebrannt werden.

Zu stroh- oder reetgedeckten Gebäuden sowie zu Tankstellen und Tankanlagen sind mindestens 200 Meter Abstand einzuhalten. In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist das Abbrennen von Pyrotechnik verboten.

Es sollten nur in Deutschland geprüfte Feuerwerkskörper verwendet und die Gebrauchsanleitung befolgt werden. Hinweise für ein sicheres Silvesterfeuerwerk gibt es bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Rostocker Meeresmüllstammtisch ruft zum Küstenputz auf

Da Ostseestrand und Stadthafen beim Abbrennen privater Feuerwerke sehr beliebt sind, bleiben hier besonders viele Reste übrig. Damit die oft kleinen Raketen- und Böllerteile möglichst gar nicht erst ins Meer gelangen oder vom Sand verdeckt werden, ruft der Rostocker Meeresmüllstammtisch am Jahresanfang zum Küstenputz auf.

Orte und Zeiten der Küstenputz-Aktionen:

  • 01.01.2020 10.30 Uhr: Jugendherberge Warnemünde
  • 01.01.2020 12.30 Uhr: StrandResort, Restaurant „Blaue Boje“ Markgrafenheide
  • 03.01.2020 10.00 Uhr: Leibniz Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Seestraße 15
  • 03.01.2020 10.00 Uhr: Fähranleger Gehlsdorf

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4 Kommentare

  • Peter Williams sagt:

    Nichts ist daran schön! Mit diesem leidigen Mist (der privaten Ballerei) sollte man endlich aufhören. Schön am Himmel sind höchstens professionelle Feuerwerke.

  • Hei ni Knoblauch sagt:

    Alle Jahre wieder kommt der Ruf nach Verboten, Unfreiheit & Nannystaat.
    Silvester und Feuerwerk gehören aber einfach zusammen und das mit langer Tradition. Frohes Neues!

  • Open Mind sagt:

    lange Tradition…
    Haben auch die Weißen gesagt, als die Sklaverei Schwarzer abgeschafft wurde!

    Kann es gute Gründe geben an schlechten Traditionen festzuhalten?

    NEIN!

  • D. Borchert sagt:

    Was wollt ihr uns noch alles verbieten? Silvesterböllerei gehört dazu!!! Verbietet lieber dann das Rauchen oder das ständige Handy-Geglotze (das ist ein Nottelefon, falls man von unterwegs jemand anrufen muss um Hilfe zu haben) und nicht um Spielchen auf der Straße zu machen und nicht zu gucken, wohin man läuft. Oder vebietet, dass die Eltern morgens ihre Kinder bis vor die Schultür fahren. Wir sind alle nach einigen Tagen Einweisung allein zur Schule gegangen. Hat uns das geschadet?

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