„Filomena“ – ein Filmprojekt von Holger Löwe

Filmemacher stellt Ergebnis seiner Arbeit im Gastatelier des Schleswig-Holstein-Hauses vor

20. April 2011, von

Holger Löwe träumt von der großen Leinwand. Als Autor und Filmemacher arbeitet der 31-Jährige fleißig daran, seine Ideen cineastisch zum Ausdruck zu bringen. Vor allem mit Kurzfilmen hat er in den letzten Jahren auf sich aufmerksam gemacht.

Für „Regeln der Filmkunst“ räumte er gleich zwei Preise beim 13. StudentenFilmFest „Golden Toaster“ im letzten Herbst ab, darunter auch den begehrten Publikumspreis. Dabei war dies nur ein Abfallprodukt des eigentlichen Kurzfilms „Supershow“, der erst kürzlich in der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Premiere feierte.

In seinem jüngsten Projekt erzählt der Autorenfilmer die Geschichte der Trapezkünstlerin „Filomena“. Sie ist der große Publikumsmagnet im kleinen Zirkus „Fantasia“. Doch nachdem sie von dem Messerwerfer Corelli verlassen wurde, fehlt es ihr an Selbstvertrauen, um ihre Akrobatiknummern in schwindelerregender Höhe präsentieren zu können. Der Zirkus verliert damit eine wichtige Attraktion und droht unterzugehen, sollte Filomena sich nicht von ihren Blockaden freimachen können.

Holger Löwe im Gastatelier des Schleswig-Holstein-Hauses
Holger Löwe im Gastatelier des Schleswig-Holstein-Hauses

„Mich interessiert, was passiert, wenn man persönlich starke Rückschläge hatte und unfähig ist, klar zu denken“, sagt Holger Löwe. Für ihn ein Balanceakt, für dessen Darstellung sich das Bild eines Trapezes mit seiner großen Fallhöhe geradezu anbot.

Mit dem Zirkus Fantasia im Rostocker Stadthafen fand sich auch schon ein geeigneter Drehort. „Mir ist schon seit Jahren aufgefallen, dass mitten in der Betonwüste des Stadthafens ein Zirkuszelt steht. Wieso hat da noch niemand gedreht?“, fragte er sich verwundert.

Nun will er im Sommer dort seinen Film „Filomena – Hungrig nach Freiheit“ realisieren. Das Buch dafür ist schon fertig. In den letzten drei Monaten hat er intensiv daran geschrieben. Dank eines Stipendiums der Hansestadt Rostock konnte er sich dafür in ein Gastatelier des Schleswig-Holstein-Hauses zurückziehen. „Es war ganz toll einen Tapetenwechsel zu haben. Hier gibt es viel Platz zum Denken und die weißen Wände fördern die Kreativität“, schwärmt der Autor, der normalerweise mit einem Arbeitsbereich in seiner eigenen Wohnung vorlieb nehmen muss.

Zirkus Fantasia im Stadthafen
Zirkus Fantasia im Stadthafen

Die mit dem Aufenthaltsstipendium verbundene Fördersumme von monatlich 775 Euro hat er zum Großteil seinen Künstlerkollegen zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit den Rostocker Regisseuren Mark Auerbach, Andreas Ehrig und André Jagusch arbeitet er an dem Projekt Filmspiel 4 „Hungrig“. Sein Film „Filomena“ ist einer von vier zwanzigminütigen Kurzspielfilmen, die in diesem Sommer mit Schauspielstudenten der Rostocker HMT und der Unterstützung des Instituts für Neue Medien produziert werden sollen.

Wenn alles klappt, dann wird im Oktober Premiere gefeiert. Und das nächste große Projekt plant Holger Löwe auch bereits: ein abendfüllender Spielfilm, die Königsklasse der Filmkunst. Schließlich gibt es noch einiges zu tun, damit er mit einem halben Glas Sekt auf der Berlinale auf seine Arbeit anstoßen kann.

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