Neue Kleingartenanlage in der Südstadt

Neue Flächen für Kleingärtner vom Groten Pohl und Bewohner der Südstadt

9. November 2017, von
Oberbürgermeister Roland Methling, Christian Seifert vom Rostocker Kleingartenverband und Stadtgrünamtsleiterin Dr. Ute Fischer-Gäde beim ersten Spatenstich für eine neue Kleingartenanlage in der Südstadt.
Oberbürgermeister Roland Methling, Christian Seifert vom Rostocker Kleingartenverband und Stadtgrünamtsleiterin Dr. Ute Fischer-Gäde beim ersten Spatenstich für eine neue Kleingartenanlage in der Südstadt.

Zum ersten Mal seit 27 Jahren wird in Rostock wieder eine Kleingartenanlage (KGA) gegründet. Die symbolischen ersten Spaten wurden gestern in die Wiese an der Nobelstraße in der Südstadt gestochen. In unmittelbarer Nachbarschaft zur KGA „Am Südrand“ e.V. sollen 22 Parzellen, ein Gemeinschaftsgarten und acht neue Parkplätze entstehen. In diesem Monat beginnen die Erschließungsarbeiten. Bis zum Frühjahr 2018 soll die Anlage den neuen Gärtnern übergeben werden. Die Stadt investiert 150.000 Euro in diese Neuanlage. Damit werden Zäune gebaut, Wasser- und Stromleitungen bis zu den Grundstücksgrenzen verlegt und Hauptwege angelegt.

Die Fläche wurde bereits vor mehreren Jahren im Rahmen der Erstellung des Bebauungslanes „Am Rote Burg-Graben/ südlich Tychsenstraße“ als Kleingartenfläche ausgewiesen. Früher befand sich hier der Hubschrauberlandeplatz der Roten Armee.

Für die neue Kleingartenanlage muss sich noch ein Verein gründen, sagt Christian Seifert vom Verband der Gartenfreunde e.V. Hansestadt Rostock, der diesen Prozess unterstützen wird. Vor allem sei die Anlage als Ausgleich für jene gedacht, die am Groten Pohl ihre Gärten aufgeben. Denn hier, zwischen Südstadtcampus und Bahngleisen in relativer Innenstadtnähe, möchte die Stadt ein neues Wohnquartier entwickeln und die Flächen anderweitig nutzen. Bisher gab es hier etwa 200 Gärten. Aber auch Gartenfreunde aus der näheren Umgebung sollen einen Garten in der neuen Anlage, für die noch ein Name gesucht wird, pachten können.

200 ehemalige Gärten am Groten Pohl im Vergleich zu 22 neuen Parzellen in der Nobelstraße – ein Zahlenspiel stehe hier nicht im Vordergrund, sagt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling. „Wer einen Kleingarten in Rostock haben möchte, für den steht auch ein Kleingarten zur Verfügung. Vor fünf Jahren waren wir noch davon ausgegangen, dass sich die Anzahl von Kleingärtner um 2000 verringert. Jetzt haben wir erfreulicherweise die Tendenz, dass sich viele Familien – und wir haben Zuzug an jungen Familien – wieder einen Kleingarten wünschen.“ Von bis zu 300 Interessierten geht Christian Seifert nach einer groben Schätzung aus. Allerdings sei die Nachfrage je nach Anlage sehr unterschiedlich.

Für den Verband der Gartenfreunde stellt die Zusammenarbeit mit der Verwaltung ein Pilotprojekt da. „Es ist schon beabsichtigt, dass – wenn die Nachfrage da ist – wir auch in anderen Baugebieten dem Quartiergedanken folgen und überall da, wo Wohnungsbau geschaffen wird, Kleingärten anbieten wollen,“ sagt der Verbandsvorsitzende.

Die Neugründung von Anlagen ist nur eine Strategie der großen Nachfrage nach einem eigenen Garten gerecht zu werden. Eine andere ist die Teilung von großen in kleinere Parzellen. Außerdem sollen mit einem Kleingartenfonds sogenannte „Schrottparzellen“ aufgewertet werden können.

Roland Methling kündet an: „Wenn wir das Gebiet Biestow entwickeln, werden wir auch mit Nachdruck versuchen in diesem Bereich an verschieden Stellen Kleingärten unterzubringen.“ Eine Zusage, ob am Groten Pohl auch eine Kleingartenanlage bleiben kann oder entstehen wird, kann Christian Seifert dem Stadtoberhaupt jedoch nicht abringen.

Potentielle Kleingärtnerinnen und Kleingärtner, die Interesse an der Nutzung einer Parzelle haben, können sich an den Verband der Gartenfreunde e.V. Hansestadt Rostock oder an das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege wenden.

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