DJ Dionysos Geschichten aus der Diskowelt

Hans Nieswandt stellt sein neues Buch in der Bühne 602 vor

22. April 2011, von

Meistens sind es Rockmusiker, die Bücher über ihren Beruf schreiben. Häufig geht es fast ausschließlich um „Sex, Drugs and Rock’n’Roll!“ Dass es jedoch auch anders geht, beweist Hans Nieswandt. Er ist hauptsächlich DJ und Produzent von elektronischer Musik, schreibt aber schon seit mehreren Jahren für verschiedene Zeitungen wie Spex und Spiegel. Am Karfreitag war er in der Bühne 602, um sein neues Buch „DJ Dionysos Geschichten aus der Diskowelt“ vorzustellen.

Bühne 602 im Stadthafen
Bühne 602 im Stadthafen

Der Roman ist der Abschluss seiner ersten Romantrilogie, die das Leben eines DJs beleuchtet. Nach „plus minus acht: DJ Tage, DJ Nächte“ und „Disko Ramallah: Und andere merkwürdige Orte zum Plattenauflegen“ gibt es im neuen Buch erstmals auch einen fiktiven Handlungsstrang. „Das Buch mischt zwei Textsorten: Es sind Fragmente eines unvollendeten Romans und Geschichten, die mich vom Schreiben eben dieses Romans leider abhielten“, sagte der Autor.

Hans Nieswandt in der Bühne 602
Hans Nieswandt in der Bühne 602

Dabei dreht sich jedoch auch in der erdachten Geschichte alles um Turntables, Ambient Beats und Minimal Electro – alles Begriffe aus der Welt der elektronischen Musik. Hinter DJ Dionysos, dem selbst ernannten „Schutzheiligen der DJs“ steckt die Figur Dennis. Dennis ist, so wie sein Erfinder, auch DJ und steht kurz vor seinem ersten großen Auftritt. Vorher steht aber noch jede Menge Stress mit seiner Freundin und eine große, generationenübergreifende Meinungsverschiedenheit mit dem Alt-DJ Dudi Rutschke.

Zu Beginn der gut besuchten Lesung nahm Hans Nieswandt einen großen Schluck Rostocker Pils. „Es ist besser als Kölsch, aber da gehört auch nicht viel dazu.“ Daraufhin gab es eine kurze Diskussion, was denn das beste lokale Bier sei. Das Ergebnis war ein Unentschieden zwischen dem Rostocker, Lübzer Pils und Stralsunder. Überhaupt war der Autor gut aufgelegt und suchte auch während der Lesung immer wieder den Kontakt mit dem Publikum.

Hans Nieswandt
Hans Nieswandt

In der ersten gelesenen Passage, erklärte Nieswandt, wie er überhaupt auf die Idee gekommen ist, einen Roman in der Welt der elektronischen Musik zu schreiben. Auslöser war Andry Rajoelina, der sich 2009 selbst zum Präsidenten von Madagaskar proklamierte, denn auch er war vor seiner politischen Karriere DJ. „Er kontrollierte nicht mehr nur den Dancefloor, sondern ein ganzes Land“, kommentierte der Autor.

Über einige geistige Abschweifungen kam er auf die Idee, dass Priester und DJs ja auch viel gemeinsam haben. Beide stehen für ihren Beruf auf einer Kanzel und sie versuchen, die Zuhörer zu erheben. Und wenn es DJ-Präsidenten und DJ-Priester gab, dürfe es doch auch nicht an einem DJ-Philosophen fehlen. Und so wurde DJ Dennis geboren und ein „Zauberberg der Clubkultur.“

Hans Nieswandt stellt „DJ Dionysos Geschichten aus der Diskowelt“ vor
Hans Nieswandt stellt „DJ Dionysos Geschichten aus der Diskowelt“ vor

Der gebürtige Mannheimer wechselte immer wieder zwischen Fiktion und realen Gesichten (in der Fachsprache nennt man das crossfaden). So erfuhren die Zuhörer, wie Dennis auf seinen Künstlernamen gekommen ist, aber auch wie Hans Nieswandt versucht hat, seinen Beruf auf die große Leinwand zu übertragen und dabei gnadenlos scheiterte.

Veranstaltet wurde die Lesung im Rahmen des elektronischen Stadthafenfestivals „Kommt Zusammen!“ Zum siebten Mal findet es an diesem Wochenende statt, beteiligt sind viele Clubs und Auftrittsstätten am Stadthafen. Unter anderem kann man Hans Nieswandt in der Nacht von Samstag auf Sonntag auch selbst als DJ im Besitos in Aktion erleben. Am Ostersonntag endet das Festival dann mit einer großen Party auf der MS Stubnitz.

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