Hansa Rostock unterliegt Preußen Münster mit 2:5

Trotz früher Zwei-Tore-Führung von Hansa Rostock gelingt es den Preußen, das Spiel komplett zu drehen und die Hansa-Kogge mit fünf Treffern zu versenken

9. August 2012, von
Hansa Rostock gegen Preußen Münster
Hansa Rostock gegen Preußen Münster

Wer hätte das gedacht? Nach einem tollen Start vergeigt Hansa Rostock seine 2:0-Führung und wird von den Preußen mit 5:2 (2:2) vom Platz gefegt. Nach der zweiten Klatsche im zweiten Auswärtsspiel der Saison dümpeln die Hansestädter im Niemandsland der Tabelle herum. Der Traum vom sofortigen Wiederaufstieg hat gestern seinen zweiten herben Dämpfer bekommen.

Im Vergleich zum 4:1-Erfolg über Babelsberg nahm Hansa-Trainer Wolfgang Wolf kaum Veränderungen vor. Nach seiner Sperre kehrt Trainersohn Patrick Wolf zurück in die Innenverteidigung, Kapitän Sebastian Pelzer übernimmt die gewohnte Außenposition und Michael Blum kann wieder nach vorne rücken. Denis Berger muss in der Domstadt erstmal auf der Ersatzbank Platz nehmen.

10.748 Zuschauer, darunter etwa 1.500 Hansa-Anhänger, sehen von Beginn an ein schnelles und spannendes Spiel. Der erste Torschuss von Edisson Jordanov (2.) ist noch etwa zaghaft und kann von Preußen-Keeper Daniel Masuch problemlos pariert werden.

Nur drei Minuten später zappelt das Leder dann aber im Netz der Gastgeber. Michael Blum startet einen Sprint auf der linken Außenbahn und lässt in einem tollen Solo fast bis zur Grundlinie alle Preußen stehen. Flanke auf den langen Pfosten und Johan Plat macht das, was er am besten kann: Er steht goldrichtig und schiebt zum Führungstreffer ein.

Edisson Jordanov freut sich mit Rick Geenen nach seinem Tor zum 0:2
Edisson Jordanov freut sich mit Rick Geenen nach seinem Tor zum 0:2

In der 7. Minute zappelt der Ball dann plötzlich im Netz der Rostocker. Nach einem Freistoß von Amaury Bischoff bringen die Rostocker den Ball nicht aus dem Strafraum, Preußen-Kapitän Stefan Kühne bekommt das Leder im Gewusel über die Linie, doch der Unparteiische entscheidet auf Abseits.

In der 17. Minute werden die Münsteraner dann erneut kalt erwischt. In einem schönen Solo lässt Jordanov die komplette Defensive der Preußen stehen und sorgt mit einem Schuss aus 20 Metern unter die Latte für den perfekten Abschluss.

Alles sieht nach einem glatten Durchmarsch der Gäste aus, doch die ersten Auswärtssieg-Gesänge der Rostocker Fans kommen zu früh. Gut eine Minute später folgt der Anschlusstreffer. Dimitrij Nazarov legt quer auf Philip Heise, der die Kugel unhaltbar für Kevin Müller über die Torlinie schiebt.

Hansa Rostock vs. Preußen Münster: Enttäuschte Rostocker
Hansa Rostock vs. Preußen Münster: Enttäuschte Rostocker

Zehn Minuten später sorgt ein Freistoß für den Ausgleich. Überraschend schnell ausgeführt will Pelzer die Flanke von Benjamin Siegert abwehren, doch dabei ist sein Arm im Spiel – klarer Fall für den Unparteiischen Karl Valentin: Handelfmeter. Kevin Müller ahnt zwar die richtige Ecke, doch Kühne verwandelt den Strafstoß routiniert zum Ausgleich.

Mit Beginn der zweiten Hälfte kommt Julien Humbert für Ondrej Smetana ins Spiel, doch das Unheil nimmt seinen Lauf. Sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff zeigt der Schiri erneut auf den Elfmeterpunkt. Nach eklatanten Problemen in der Rostocker Abwehr, kann Taylor in den Rostocker Strafraum eindringen und von Kevin Müller nur noch unsanft gestoppt werden. Wieder legt sich Kühne den Ball zurecht und wieder verwandelt er souverän zur 3:2-Führung.

Johan Plat (Hansa Rostock) im Zweikampf mit Kevin Schöneberg (Preußen Münster)
Johan Plat (Hansa Rostock) im Zweikampf mit Kevin Schöneberg (Preußen Münster)

Und dann können die Hausherren auch noch einen Standard für sich nutzen. Nach einer Ecke von Bischoff steigt Dominik Schmidt an der Torraumgrenze auf und drückt den Ball mit dem Kopf in die Maschen (57.).

Mit Denis Berger (für Pelzer) und Lucas Albrecht (für Mendy) bringt Hansa zwei frische Kräfte ins Spiel. Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung scheitert Albrecht nach einer Vorlage von Plat am rechten Pfosten, zehn Minuten später macht er es noch einmal spannend, scheitert nach einer Blum-Vorlage jedoch am Querbalken (70.). Besser läuft es auf der Gegenseite: Im direkten Duell lupft Taylor den Ball in der 83. Minute zum Endstand von 5:2 über Hansa-Keeper Müller.

„Wir haben heute als Mannschaft versagt“, resümiert Wolfgang Wolf nach dem Spiel. Für den Hansa-Trainer gibt es jetzt viel zu tun, aber ihm bleibt nur wenig Zeit – bereits am kommenden Sonntag ist der Chemnitzer FC in Rostock zu Gast. Um den Anschluss an die Spitze nicht vollends zu verlieren, müssen dann dringend Punkte aufs Konto.

Hansa-Trainer Wolfgang Wolf wirkt nachdenklich
Hansa-Trainer Wolfgang Wolf wirkt nachdenklich

Tore:
0:1 Johan Plat (5. Minute)
0:2 Edisson Jordanov (17. Minute)
1:2 Philip Heise (18. Minute)
2:2 Stefan Kühne (28. Minute, Handelfmeter)
3:2 Stefan Kühne (52. Minute, Foulelefmeter)
4:2 Dominik Schmidt (57. Minute)
5:2 Matthew Taylor (83. Minute)

Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Kevin Müller (Torwart)
Rick Geenen, Matthias Holst, Patrick Wolf, Sebastian Pelzer (Denis Berger, ab 60. Minute)
Edisson Jordanov, Ken Leemans
Noёl Alexandre Mendy (Lucas Albrecht, ab 60. Minute), Johan Plat, Michael Blum
Ondrej Smetana (Julien Humbert, ab 46. Minute)

Fotos: Eibner-Pressefoto

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