Universitätsklinik eröffnet Herzzentrum

Interdisziplinäres Behandlungszentrum verbessert Versorgung herzkranker Patienten

7. Mai 2010, von

Gute Nachrichten für Patienten. Um Herz- und Kreislauferkrankungen am Rostocker Universitätsklinikum künftig noch besser zu erkennen und zu behandeln, wollen die Spezialisten aus den Bereichen Kardiologie, Kinderkardiologie, Herzchirurgie sowie Anästhesiologie und Intensivtherapie ihre Kräfte im Universitären Herzzentrum Rostock (UHZ) bündeln.

Prof. Dr. Andreas Liebold (Minimal-invasive Herzchirurgie, Klappenrekonstruktionen)
Prof. Dr. Andreas Liebold (Minimal-invasive Herzchirurgie, Klappenrekonstruktionen)

„An oberster Stelle steht für uns die Qualität der Krankenversorgung“, erklärt der Sprecher der neuen Einrichtung Professor Dr. Andreas Liebold. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sollen interdisziplinäre Behandlungsteams gemeinsame Visiten und Sprechstunden durchführen.

Weitere Synergieeffekte verspricht sich der Herzchirurg vom Austausch ärztlichen und pflegerischen Personals sowie von Leitlinien-basierten Therapieentscheidungen.

Auf diese Weise sollen sich die Behandlungswege und Verweildauern der Patienten verkürzen. Gewünschte Nebenwirkungen dieser Vorgehensweise sind eine wirtschaftliche Effizienzsteigerung und eine höhere überregionale Attraktivität der Klinik. Schon jetzt kommen die Patienten aus einem Umkreis, der bis nach Berlin und Hamburg reicht. Andreas Liebold ist von der Qualität und Einzigartigkeit der Angebote überzeugt: „Wartezeiten gibt es nicht. Sobald eine Diagnose gestellt wurde, erfolgt die Behandlung.“

Prof. Dr. Hüseyin Ince (Koronarinterventionen, Perkutaner Aortenklappenersatz) im Gespräch mit Henry Tesch
Prof. Dr. Hüseyin Ince (Koronarinterventionen, Perkutaner Aortenklappenersatz) im Gespräch mit Henry Tesch

Obwohl sich die Einrichtungen der verschiedenen Kliniken bereits in räumlicher Nähe auf dem Gelände der Schillingallee befinden, beschreibt Andreas Liebold das Rostocker Herzzentrum derzeit noch als virtuelle Glaubensgemeinschaft: „Die Gründung ist der erste Schritt. Als zweiter Schritt steht eine logistische Vereinigung an. Ein Neubau ist für 2014 geplant.“ Dieser soll dann über einen Hybrid-OP verfügen, der Chirurgen und Kardiologen, Diagnostik und Therapie vereint.

Nachdem der erste Schritt mit dem Startschuss für das Herzzentrum im Beisein von Bildungsminister Henry Tesch am 6. Mai genommen wurde, ließen die Ärzte noch Einblicke in ihre Arbeitsbereiche zu. In der Chest-Pain-Unit erläutert der Ärztliche Direktor der Universitätsklinik Professor Dr. Peter Schuff-Werner, dass sich Menschen mit Brustschmerzen (engl. Chest-Pain) direkt an diese Ambulanz wenden können, ohne vorher den Hausarzt oder andere Stationen aufsuchen zu müssen. Da bei Schmerzen in der Brust eine schwere Herz- oder Kreislauferkrankung nicht ausgeschlossen werden kann, wird auf diese Weise eine schnelle Hilfe möglich.

Für das hohe fachliche Niveau der Behandlungen sorgt nicht zuletzt auch die wissenschaftliche Begleitung, die ein weiteres zentrales Anliegen des Herzzentrums ist. Weitere Aktivitäten sollen sich mit einem Curriculum ärztlicher Weiterbildung und Forschungsprojekten befassen.

Prof. Dr. Dietmar Bänsch (Elektrophysiologie, Katheterablation von Rhythmusstörungen) und Henry Tesch
Prof. Dr. Dietmar Bänsch (Elektrophysiologie, Katheterablation von Rhythmusstörungen) und Henry Tesch

Der Erfolg des neuen Herzzentrums hängt jedoch nicht nur von der fachlichen Qualität ab, sondern setzt auch ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft der einzelnen Beteiligten voraus. Professor Dr. Dietmar Bänsch, zuständig für Elektrophysiologie und Katheterablation von Rhythmusstörungen im UHZ, macht diesen Aspekt zum Abschluss der Führung noch einmal deutlich und weist daraufhin, wie sich die einzelnen Ärzte einbringen und sich gegenseitig unterstützen.

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