Klassik-Nacht und Pelikan-Nachwuchs im Zoo Rostock

Zur 21. Klassik-Nacht am 28. Juni gratulieren die Norddeutsche Philharmonie und der australische Stardirigent Nicholas Milton mit Klassikern und Ohrwürmern zum 120. Zoogeburtstag

13. Juni 2019
Die Musiker Hui-Tzu Lee (v.li.), Kristina Hübner und José António de Abreu von der Norddeutschen Philharmonie stimmten auf die Klassik-Nacht ein. (Foto: Zoo Rostock/Joachim Kloock)
Die Musiker Hui-Tzu Lee (v.li.), Kristina Hübner und José António de Abreu von der Norddeutschen Philharmonie stimmten auf die Klassik-Nacht ein. (Foto: Zoo Rostock/Joachim Kloock)

Wenn am 28. Juni 2019 die 21. Klassik-Nacht im Zoo Rostock wieder rund 3.000 Gäste begeistert, wird ganz in der Nähe auch ein kleiner Schreihals für eine tierische Geräuschkulisse sorgen. Die Musiker stellten heute nicht nur ihre Programmhöhepunkte vor, sondern schauten sich auch den ersten Pelikannachwuchs im Zoo Rostock an. Das Küken wird im Polarium per Hand aufgezogen und entwickelt sich prächtig.

In zwei Wochen werden der australischer Stardirigent Nicholas Milton und die Norddeutsche Philharmonie auf ihre Art und Weise „Happy Birthday“ sagen und dem Zoo zu seinem 120. Geburtstag gratulieren. „Es ist vermutlich das größte Geburtstagsständchen überhaupt für einen Jubilar“, so Zoodirektor Udo Nagel im Vorfeld des alljährlichen musikalischen Highlights . „Und natürlich auch das großzügigste Geschenk für unsere Zoobewohner, da die Erlöse direkt in den Natur- und Artenschutz fließen.“ Der Zoodirektor bedankte sich bei allen Beteiligten und Sponsoren, die seit vielen Jahren eines der bedeutendsten Benefizkonzerte des Landes tatkräftig und mit großem Engagement unterstützen.

Klassiker und Ohrwürmer für die Geburtstagsgäste

Dirigent Nicholas Milton, Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters, plant ein wahres Feuerwerk an Jahrhundertmelodien für die große Happy-Birthday-Party, die auch immer wieder einen Bezug zur Tierwelt aufzeigen. Die Besucher können sich so unter anderem auf Peter Tschaikowskis Tanz der Schwäne und den Walzer aus Schwanensee freuen, aber auch auf Edward Elgars Suite über „Wilde Bären“, Johann Strauss’ Polka-Libelle oder Rimski-Korsakows Hummelflug. Natürlich werden viele weitere Welthits für große Emotionen sorgen wie Rossinis Katzenduett, Strauss’ Fledermaus-Ouvertüre, Elgars berühmter Pomp and Circumstance Marsch Nr. 1 und Georges Bizets Les Toréadors aus Carmen.

Restkarten für die 21. Klassik-Nacht gibt es noch im Zoo, im OZ-Servicecenter, im Pressezentrum am Neuen Markt sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder auch online über den Zoo oder mvticket.de.

Das Benefizkonzert ist eine Koproduktion zwischen der Volkstheater Rostock GmbH und der Zoologischen Garten Rostock gGmbH, unterstützt durch die Premiumpartner für Natur- und Artenschutz sowie Rostocker Kultursponsoren. Das sind die Stadtwerke Rostock AG, Lotto-Toto MV, die Rostock Port GmbH, Wiro Wohnen in Rostock und die Ostseesparkasse Rostock, die ScanHaus Marlow GmbH, die EEW-Special Pipe Constructions GmbH, Pinax Werbemedien, die Nordwasser GmbH, die Warnowquerung GmbH, die Wohnungsgenossenschaft Schiffahrt-Hafen Rostock eG sowie die Karpack GmbH und die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG).

Erstmals Nachwuchs bei den Rosapelikanen

Lange mussten die Tierpfleger auf einen Zuchterfolg bei den Pelikanen warten. Im November 2007 zogen die ersten beiden Pelikane aus Schwerin nach Rostock. 2008 kamen vier Tiere aus dem Tierpark Hagenbeck dazu. Aktuell leben vier männliche und vier weibliche Tiere auf dem Ententeich am Eingang Trotzenburg in Gemeinschaft mit Stockenten und Möwen. 2008 wurde für die rosa Vogelschar die Anlage grundlegend modernisiert und die bekannte Wasserfontäne eingeweiht.

Auf welche Musik der kleine Pelikan steht, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall wiegt er schon über zwei Kilogramm und entwickelt sich prächtig und lautstark. (Foto: Zoo Rostock/Joachim Kloock)
Auf welche Musik der kleine Pelikan steht, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall wiegt er schon über zwei Kilogramm und entwickelt sich prächtig und lautstark. (Foto: Zoo Rostock/Joachim Kloock)

Die Rostocker Pelikane haben noch keine Bruterfahrungen, bauen aber seit einigen Jahren Nester. In diesem Jahr wurden mehrere Eier im Gehege entdeckt, eines davon wurde in den Brutapparat gelegt. Dort schlüpfte in der Nacht vom 17. zum 18. Mai das Küken. Der Minipelikan wog da gerade 133 Gramm, bringt es nun aber schon auf 2.100 Gramm.

„Das Jungtier entwickelt sich sehr gut, das Geschlecht ist noch unbekannt. Es ist zurzeit ein kleiner Schreihals, der sich lautstark bemerkbar macht, sobald ein Tierpfleger in seiner Nähe ist“, berichtete Zookuratorin Antje Angeli. „Die Brut insgesamt gestaltet sich schwierig, weil die Pelikane schon auf kleine Veränderungen sehr sensibel reagieren.“ Das noch dunkelfarbige Küken wird im Polarium aufgezogen, soll aber schon bald zu seinen Artgenossen auf den Ententeich wechseln. Aufgepäppelt wurde der kleine Pelikan am Anfang mit Babymäusen und kleinen Speisefischen, beispielsweise Stinten, frisst jetzt auch schon wie die erwachsenen Tiere größere Süßwasserfische, bevorzugt die Rotfeder.

Die stattlichen Rosapelikane (Pelecanus onocrotalus) mit dem unverwechselbaren Schnabel erreichen bei einem Gewicht von rund 14 kg bis zu 1,75 m Körperlänge und können 40 Jahre alt werden. Die Flügelspannweite beträgt bis zu 3,6 Metern. Pro Tag frisst ein Rosapelikan etwa zwei Kilogramm Fisch, den er in seinem Hautsack unter dem Schnabel fängt. Der Rosapelikan ist weltweit verbreitet und gilt trotz abnehmender Bestände nicht als gefährdet.

Quelle: Zoo Rostock, Foto: Joachim Kloock

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