7. Rostocker Kunstpreis 2012 – Ausstellung der Nominierten

Malte Brekenfeld, Alexander Klenz, Julia Körner, Susanne Rast und Iris Thürmer stellen freie Grafiken und Handzeichnungen in der Kunsthalle aus

21. Oktober 2012, von
Nominierte des 7. Rostocker Kunstpreises
Nominierte des 7. Rostocker Kunstpreises

Malte Brekenfeld, Alexander Klenz, Julia Körner, Susanne Rast oder Iris Thürmer – wer ist der bester Zeichner im Land? Das will die Kulturstiftung Rostock wissen und hat in diesem Jahr den 7. Rostocker Kunstpreis für freie Grafik und Handzeichnungen ausgeschrieben.

Die fünf Künstler, die aus Mecklenburg-Vorpommern kommen oder deren künstlerisches Wirken irgendwie mit unserem Land zu tun hat, haben es in die engere Auswahl geschafft.

Malte Brekenfeld in der Kunsthalle
Malte Brekenfeld in der Kunsthalle

Insgesamt 80 Künstler haben seit Mai ihre Bewerbungen eingereicht. Ein Rekord für den seit 2006 jährlich in einer anderen Kategorie verliehenen Kunstpreis, wie Stiftungsvorsitzender Professor Dr. Wolfgang Methling vermeldet. Nun hat eine zehnköpfige Jury mit Kunstwissenschaftlern, Künstlern und Galeristen fünf Nominierte ausgewählt, die ihre Arbeit noch bis zum 2. Dezember in der Kunsthalle präsentieren können. Am 1. Dezember wird schließlich der Sieger des Wettbewerbes, der einer der höchstdotierten Kunstpreise des Landes ist, bekannt gegeben.

Julia Körner
Julia Körner

10.000 Euro, gesponsert von der Provinzialversicherung, winken dem Gewinner des Rostocker Kunstpreises. Außerdem will die Hansestadt Rostock für jeweils 1.000 Euro den besten Fünf eine ihrer Arbeiten abkaufen. „Wir sind der Ansicht, dass somit ein Zeitdokument für dieses künstlerische Ereignis entsteht, welches noch in vielen Jahren in Ausstellungen erlebt werden kann“, begründet die Direktorin der städtischen Museen Dr. Michaela Selling diesen Entschluss der Hansestadt.

Und was können die Besucher schon heute in der Ausstellung der Nominierten erleben?

Susanne Rast in der Kunsthalle
Susanne Rast in der Kunsthalle

Die grotesken Bildwelten von Malte Brekenfeld. Mit Farbstiften und Tusche hat er sie auf großformatiges Büttenpapier gebracht. Inspiriert von kulturpolitischen Ereignissen, persönlicher Lektüre oder seinen Mitmenschen fügt er einzelne Beobachtungen in neue Zusammenhänge. Für seine mit symbolhaften Details ausgestatteten Geschichten bevorzugt der 1966 in Teterow geborene Künstler das Zeichnen, weil er „das seit seiner Kindheit schon getan“ hat. Vielleicht in ein paar Jahren, so kann sich der diplomierte Kommunikationsdesigner vorstellen, fühle er sich reif für ein Prosawerk.

Wie die Bleistiftzeichnungen von Julia Körner zu lesen sind, bleibt uneindeutig und geheimnisvoll. Harmlos nur vordergründig wirken sie auf den Betrachter durch ihre reduzierten Kontraste entrückt, traurig und melancholisch. „Wie das Leben ist. Es gehört beides dazu“, erklärt die 1976 in Heidelberg geborene Künstlerin, die in Greifswald und Dresden Kunst studierte und sich neben Zeichnungen auch intensiv mit der Malerei beschäftigt. „Ich möchte, dass es ein bisschen abgründig ist.“

Iris Thürmer
Iris Thürmer

Fasziniert von der Tiefe der menschlichen Psyche ist auch Susanne Rast. Behutsam tastet sie sich an sie heran, um sie formal umzusetzen. Oft in Holzskulpturen, wie wir im letzen Jahr bei der Ausstellung der Nominierten des 6. Rostocker Kunstpreises, der für Objekte, Plastiken und Skulpturen verliehen wurde, schon sehen konnten. Seit einigen Jahren aber auch mit eigenständigen Zeichnungen. „In der Bildhauerei sei die Unendlichkeit von Raum nicht so darstellbar sei, wie auf dem Papier“, vergleicht die 1962 in Rostock geborene Künstlerin, die in Kneese lebt und arbeitet.

Aufs Land hat sich auch die 1962 in Leipzig geborene Malerin Iris Thürmer zurückgezogen. Fasziniert von Strukturen, die sie überall entdeckt, wendet sie sich in ihrer grafischen Arbeit Zeichen und Systemen zu. Mehrere Serien hat sie in den letzten Monaten entwickelt, die nun in der Kunsthalle zu sehen sind.

Alexander Klenz in der Kunsthalle
Alexander Klenz in der Kunsthalle

48 A4-Zeichnungen an den Kunsthallenwänden stammen von Alexander Klenz. Wie die von Iris Thürmer gehören sie zu den eher abstrakteren Arbeiten in der Ausstellung der Nominierten. „Immer etwas Neues entdecken, was es noch nicht gibt“, so der Anspruch des 1974 in Bützow geborenen Künstlers, der abwechselnd in Berlin und in seiner Geburtsstadt lebt. „Zeichnen hat etwas mit denken zu tun“, sagt Alexander Klenz . Und da man dafür morgens am frischsten sei, kritzelt er gleich nach dem Aufstehen, noch halb im Schlaf die ersten Entwürfe in ein Skizzenbuch. Das nimmt er dann mit in sein Atelier, um hier an interessanten Strukturen weiterzuarbeiten und es zu verfeinern. Seit vier Jahren fertigt er so ausschließlich Zeichnungen an, fast jeden Tag eine. Es geht ihm bei seiner „Morgengymnastik“ immer wieder darum, sich zu überraschen und „über das, was wir können, hinauszugehen“.

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  • […] 2012 hat Klenz einen Teil schon in der Galerie im Turm ausgestellt (HIER), angetreten den Alltag zu vermessen, den Alltag eines Künstlers, er Klenz, war mit dieser Serie auch für den 7. Rostocker Kunstpreis nominiert, man schrieb: “„Zeichnen hat etwas mit denken zu tun“, sagt Alexander Klenz . Und da man dafür morgens am frischsten sei, kritzelt er gleich nach dem Aufstehen, noch halb im Schlaf die ersten Entwürfe in ein Skizzenbuch. Das nimmt er dann mit in sein Atelier, um hier an interessanten Strukturen weiterzuarbeiten und es zu verfeinern. Seit vier Jahren fertigt er so ausschließlich Zeichnungen an, fast jeden Tag eine. Es geht ihm bei seiner „Morgengymnastik“ immer wieder darum, sich zu überraschen und „über das, was wir können, hinauszugehen“.” (HIER) […]