Lange Nacht der Bücher bei Weiland

800 Besucher nutzen die Chance, bis Mitternacht in der Buchhandlung zu schmökern

23. Oktober 2010, von
Universitätsbuchhandlung Weiland zur Langen Nacht der Bücher
Universitätsbuchhandlung Weiland zur Langen Nacht der Bücher

Als ich am Freitag die Buchhandlung Weiland betrat, schmetterte mir Jazzmusik entgegen. Mit einem „Bei mir bistu shein“ wurde ich begrüßt. Wie passend. Das Ganze wurde live dargeboten von Andreas Pasternack und seiner Band und war der perfekte Auftakt zu einem gelungenen Abend.

Die Universitätsbuchhandlung Weiland in der Kröpeliner Straße hatte den Abend des 22. Oktobers unter das Motto „Lange Nacht der Bücher“ gestellt.

Auf den drei Etagen des Hauses konnte gelesen und gekauft, aber auch gelauscht und gestaunt werden. Denn der Abend war keine reine Verkaufsveranstaltung, sondern eine Mischung aus Kultur, Musik und Unterhaltung.

Die schon angesprochene Jazzmusik war in der obersten Etage platziert. Die Band um Andreas Pasternack sorgte den ganzen Abend über mit viel Power für ausgelassene Stimmung. Gelegentlich haben sich sogar Gäste zu einem Tanz hinreißen lassen.

Ein kulinarisches Highlight war die Back-Präsentation von Cynthia Barcomi, die nicht nur ihr neues Buch vorstellte, sondern auch Kostproben verteilte. Muffins, Kuchen und Kekse sorgten für einige Verzückung bei den Gästen. Wer nichts mehr abbekam, musste mit Brezeln vorlieb nehmen, die den ganzen Abend verteilt wurden.

Fridtjof Melms stellt den Roman Freiheit vor
Fridtjof Melms stellt den Roman Freiheit vor

Im Untergeschoss wurden die Lesungen abgehalten. Ein besonderer Service, den die Buchhandlung anbietet, sind die Buchtipps der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Diese können die Kunden sonst nur nachlesen, an dem Abend stellte aber jeder Angestellte sein Lieblingsbuch des Monats persönlich vor. Und es war für jeden Geschmack etwas dabei.

So empfahl Fridtjof Melms etwa den Roman „Freiheit“ von Jonathan Franzen. „Das letzte Buch des Autors ist vor neun Jahren entstanden und ich war gespannt, ob er noch mal so ein gutes Buch hinbekommt. Und ich muss sagen: Ja, hat er!“

Des weiteren stellten sich im Laufe des Abends auch das Literaturhaus Rostock und das Kempowski Archiv der Hansestadt vor.

Den Abschluss auf der unteren Ebene machte die Lesung von Stefan Bollmann. Wobei man sagen muss, dass es eher ein virtueller Museumsrundgang war. Das Buch „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ ist eine Sammlung von Kunstwerken lesender Frauen, die der Autor aus München mit kleinen Geschichten versehen hat.

Detlef Kluttig mit dem neuen Bildband von Mecklenburg Vorpommern
Detlef Kluttig mit dem neuen Bildband von Mecklenburg Vorpommern

Auch ein Verlag war anwesend, nämlich MAIRDUMONT aus Ostfildern bei Stuttgart. Der Verkaufsberater Buchhandel, Detlef Kluttig, stellte den neuen Reisebildband über Mecklenburg Vorpommern vor.

In acht Kapiteln werden die einzelnen Regionen des Landes vorgestellt, ergänzt von zwei Kapiteln über Kraniche und Parks. Die Fotos hat Martin Kirchner aus Röbel gemacht.

Kluttig stellte die Besonderheit des Buchhandels mit einer interessanten Studie heraus: „60 Prozent aller Besucher einer Buchhandlung wissen vorher nicht, welches Buch sie kaufen werden.“

Drucker Hans-Hilmar Koch mit Felix Kasten
Drucker Hans-Hilmar Koch mit Felix Kasten

So ging es auch Felix Kasten. Der Student entdeckte die Veranstaltung durch Zufall, war aber sehr begeistert. Auch er war unsicher, ob er noch ein Buch kaufen sollte. Vorher jedoch ließ er sich von Hans-Hilmar Koch die hohe Kunst des Buchdrucks zeigen.

Der Drucker aus Krakow am See war mit seiner alten Druckerpresse angereist und konnte den Gästen so an der seiner Meinung nach „bedeutendsten Kulturleistung der Menschheit“ teilhaben lassen. Jeder Interessierte konnte sich selbst ein Lesezeichen drucken oder eine handgemachte Postkarte kaufen.

Fillialleiter Florian Rieger
Fillialleiter Florian Rieger

Filialleiter Florian Rieger war enthusiastisch. „Wir haben vielleicht mit 300 bis 400 Gästen gerechnet. Jetzt sind es mehr als doppelt so viele geworden“, erzählte er freudestrahlend. Er freue sich auch sehr für seine Kollegen, die so viel Arbeit und Herzblut in die Vorbereitung und Durchführung des Abends gesteckt hatten. Er verriet mir auch, dass jetzt schon zwei Veranstaltungen dieser Art für das nächste Jahr geplant seien, eine im Frühjahr, eine im Herbst. Da wolle man dann auch die kleinen technischen Schwierigkeiten, wie das fehlende Mikro bei den Lesungen, gelöst haben.

Als ich die Buchhandlung verließ, spielten Andreas Pasternack und seiner Band „Ich war noch niemals in New York“, was auch auf mich zutrifft. Aber wenn ich mal ein Buch darüber lesen möchte, weiß ich, wo ich hingehen kann – dorthin nämlich, wo noch bis spät in die Nacht für die Kunden gearbeitet wird.

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