7. Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2011
„Gesundheit grenzenlos“ – Die Gesundheitswirtschaft als Wegbereiter des Gesundheitswesens
27. Juni 2011, von Stefanie
Die gute Nachricht zuerst: Die Entwicklung neuartiger medizinischer Therapien schreitet voran. Dadurch könnten wir immer älter werden und – was vielleicht noch wichtiger ist – länger vital bleiben.
Die schlechte Nachricht aber: Viele dieser Therapien und medizinischen Produkte sind sehr kostspielig. Wer soll das bezahlen?
„Ab wann wird aus diesen innovativen Therapien ein notwendiger medizinischer Standard als Kassenleistung?“, stellte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering heute bei der Eröffnung der 7. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft die Frage in den Raum. Der Markt stelle sich ungeordnet und stagnierend dar, dies sei schädlich für die Akzeptanz des Gesundheitssystems. Es müsse ordnend eingegriffen werden, forderte Sellering und rief dazu auf, sich mit diesem kontroversen Thema zu beschäftigen.

Etwa 600 geladene Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik waren dazu aus Deutschland, Polen, Österreich, Russland und den Niederlanden in das Kongresszentrum der Yachthafenresidenz Hohe Düne gekommen. In Foren, Referaten und Talkrunden diskutieren sie heute und morgen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Gesundheitswirtschaft.
„Innovation und Solidarsystem“ ist aber nur einer der vier thematischen Schwerpunkte des Branchentreffens. Telemedizin, Medizin im internationalen Wettbewerb und Lebenskonzepte für ein vitales Alter(n) sind weitere Bereiche, die heute und morgen unter dem Motto „Gesundheit grenzenlos“ diskutiert werden.

Partnerland in diesem Jahr ist Polen. Mit unserem Nachbarland gibt es zwar schon seit 20 Jahren eine gute Zusammenarbeit. Dennoch sei noch viel Potenzial ungenutzt und die Kooperation könnte noch vertieft werden, so Polens Vertreter Jacek Robak.
Chancen sieht er vor allem in der gemeinsamen Forschung, bei der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, in der Telemedizin und in der Kurtouristik. Arbeitsteilung könne er sich auch bei Fachspezialisten vorstellen, die regelmäßig sowohl in deutschen, als auch in polnischen Krankenhäusern tätig werden. „Es muss nicht so sein, dass jeder Patient im eigenen Land behandelt wird“, spielt Robak auf Situationen in Grenzregionen an, in denen ein Krankenhaus des anderen Landes näher liegt, als eins im eigenen Land. Hier könnten Ressourcen besser gemeinsam genutzt werden.

Die Gesundheitswirtschaft deckt ein breites Spektrum von Medizintechnik, Biotechnologie, gesunder Ernährung und Gesundheitstourismus ab. Gerade in unserem Bundesland sei sie ein Schlüsselbereich, so der Ministerpräsident. Fast 100.000 Menschen seien direkt oder indirekt in diesem Bereich beschäftigt und sorgten 2009 für einen Jahresumsatz von 3,8 Milliarden Euro.
„Es geht uns darum, die großen wirtschaftlichen Chancen zu nutzen und die bestmögliche medizinische Versorgung zu gleich zu sichern“, betonte Sellering abschließend.
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