Richard Serra und Lin Yung-Fa in der Kunsthalle Rostock

„Paperworks“ und „Der Dialog zwischen Bergen und Ozeanen“

7. Juli 2011, von
Kunsthalle Rostock zeigt "paperworks" von Richard Serra
Kunsthalle Rostock zeigt "paperworks" von Richard Serra

Große schwarze Flächen hängen derzeit an den Wänden im Westflügel der oberen Etage der Kunsthalle Rostock: Rechtecke, Kreise – einfache geometrische Figuren. Kleine Abweichungen durch geschwungene Linien oder mehrfacher Farbauftrag erzeugen räumliche Tiefe. Geschaffen hat sie der 1938 in San Francisco geborene Bildhauer Richard Serra. Weltweit hat er sich vor allem mit seinen monumentalen Stahlinstallationen im öffentlichen Raum einen Namen gemacht.

Einen eigenständigen Werkkomplex bilden seine grafischen Arbeiten. Obwohl sie keine vorbereitenden Entwürfe für seine dreidimensionalen Arbeiten sind, greift der Künstler auch hier Themen wie Maße, Gewicht und Gleichgewicht auf.

Kunsthalle Rostock zeigt "paperworks" von Richard Serra
Kunsthalle Rostock zeigt "paperworks" von Richard Serra

Der Charakter einer Linie oder einer Form lässt sich für Serra am Besten in Schwarz und Weiß ausdrücken. Als Grundlage für seine schwarzen Formen wählt er Blätter aus teils handgeschöpftem Papier, Bütten und Leinwand. Mit Ölkreiden, Kohle oder Tusche entstehen so Zeichnungen und Druckgrafiken.

In der Ausstellung „paperworks“ zeigt die Kunsthalle nun 38 Papierarbeiten aus den Jahren 1972 bis 2009. Filme über und von Richard Serra ergänzen den Einblick in die Arbeit eines der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart.

Lin Yung-Fa in der Rostocker Kunsthalle
Lin Yung-Fa in der Rostocker Kunsthalle

Im Kontrast zu den Zeichnungen des amerikanischen Künstlers Richard Serra stehen die Malereien von Lin Yung-Fa, die im Ostflügel gezeigt werden und diesmal nicht durch einen Rundgang miteinander verbunden sind.

Lin Yung-Fa kommt aus Taiwan und ist dort nicht nur als Künstler, sondern auch als wichtige kulturpolitische Persönlichkeit bekannt. Zum ersten Mal stellt er seine Arbeiten in Europa aus und hat es sich auch nicht nehmen lassen, zur Eröffnung persönlich mit seiner Familie in Rostock vorbei zuschauen.

37 seiner Bilder werden in „The Dialogue between Mountains und Oceans“, so der Titel der Schau, ausgestellt. Ganz traditionell wurden sie auf langen edlen Papierbahnen angebracht, die sich mit Bändern wieder einrollen lassen. Praktisch auch für den Transport. In nur zwei Kisten seien die Werke nach Rostock gekommen, erzählt Kunsthallenleiter Jörg-Uwe Neumann.

Lin Yung-Fa in der Rostocker Kunsthalle
Lin Yung-Fa in der Rostocker Kunsthalle

Zu sehen sind poetische asiatische Landschaften und Naturmotive. Mit der Technik der traditionellen Tuschmalerei hat er sie in dünnen, zarten Pastellfarben und kräftigem Schwarz aufs Papier gebracht. Gelernt hat Lin Yung-Fa das Malen bei einem Meister. Doch trotz der starken traditionellen Bindung hat er sich die Freiheit eines eigenen Stils erarbeitet, sagt Lin Yung-Fa. Nicht zuletzt auch die mit den Bildern kombinierten Verse stellen seine Malerei in einen zeitgenössischen philosophischen Kontext, der sich mit der Verbindung zwischen Mensch und Natur auseinandersetzt.

Wer neugierig auf die Begegnung von Ost und West, Tradition und Moderne geworden ist, kann die beiden Ausstellungen in der Kunsthalle noch bis zum 21. August besichtigen. Geöffnet ist das Kunstmuseum dienstags von 13 bis 18 Uhr sowie Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

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