Kunsthallenzwölfvorzwölfkunstkauf

Kunstweihnachtsmarkt in der Kunsthalle

14. Dezember 2010, von
Plastiken von Wilfried Schröder, im Hintergrund ein Gespräch mit dem Künstler
Plastiken von Wilfried Schröder, im Hintergrund ein Gespräch mit dem Künstler

Na, darf’s zu Weihnachten vielleicht ein kleines Kunstwerk sein? Oder vielleicht doch lieber gleich ein großes?

Kunstwerke in allen Größen von XL bis XS wurden am Sonntag in der Kunsthalle feilgeboten, von den Schöpfern höchstpersönlich. Zehn Künstler aus Rostock und der Region hatten sich am „Kunsthallenzwölfvorzwölfkunstkauf“ beteiligt. Grafiken, Skulpturen, Glasdesign, Fotografien, Schmuck oder Malereien – die Auswahl an schönen Dingen war groß, der Zulauf interessierter Besucher ebenfalls, na und die Künstler selbst zeigten sich auch recht zufrieden.

Christen Wilcken präsentiert ihre Druckgrafiken und Zeichnungen
Christen Wilcken präsentiert ihre Druckgrafiken und Zeichnungen

„Es hat sich gelohnt“, nickte jedenfalls Christin Wilcken. Die Grafikerin nahm zum ersten Mal an dieser Aktion teil. Mitgebracht hatte sie eine Auswahl ihrer Druckgrafiken und Zeichnungen. Ungegenständliches und Landschaften sind darauf abgebildet. Und wenn eine Künstlerin in Mecklenburg-Vorpommern Landschaften malt, dann darf das Meer natürlich nicht fehlen, dem sie gleich eine ganze Reihe gewidmet hatte. Obwohl ihre Heimatstadt Güstrow wohl eher nicht zu den Küstenregionen zählt. Aber das macht nichts.

Ihre Inspiration kommt aus ihr selbst, erzählt sie. Die 28-Jährige malt aus ihren Erinnerungen und aus ihrer Fantasie heraus, ohne Skizzen. Besonders fasziniert sie, wie sich mit schwarzem Grafit und Kohle auf einem weißen Blatt Papier Farbigkeit erzeugen lässt. Ihr Ziel ist es, trotz reduzierter Formensprache, dafür aber mit vielfältigen Strukturen ihren Bildern eine lebendige Wirkung zu verleihen.

Wanja Tolko mit seinen Buntstiftzeichnungen
Wanja Tolko mit seinen Buntstiftzeichnungen

Um Farbigkeit zu erzeugen, greift Wanja Tolko direkt zu den Buntstiften. „Das sind die von meinen Kindern, die habe ich ihnen weggenommen. Sie sind dann immer sauer, weil sie dann nichts haben“, erfahre ich vom Künstler. Aber keine Sorge der Bleistiftengpass wurde behoben. Damit dürfte einem friedlichen Weihnachtsfest bei Familie Tolko wohl nichts mehr im Wege stehen.

Was der Vater mit den Stiften gemacht hat, zeigen die Malereien und Grafiken, die er zur Weihnachtsverkaufsaktion in der Kunsthalle mitgebracht hatte. Bildelemente von Landkarten oder Zellstrukturen verknüpft er so, dass neue Bildinhalte entstehen. Anregungen holt er sich dafür aus medizinischen Vorlagen oder Zellschnitten. Seine Arbeiten machen deutlich: Ob Makro- oder Mikrokosmos, die Formen ähneln sich und Strukturen tauchen immer wieder auf. „Mein Alter Ego ist der ewige Landvermesser“, erklärt der Maler und Installationskünstler. „Dieses Forschertum ist das Ideal. Dieses Umherreisen, und wenn es nur ein Reisen in Bilderwelten ist, um Natur zu erforschen, fasziniert mich.“

Marlene zeichnet die Vorlage für ihre Druckgrafik
Marlene zeichnet die Vorlage für ihre Druckgrafik

Faszinierend, vor allem für die Kinder, war auch das Foliendruckverfahren von Heinz Brennigk. Gemeinsam mit der Pädagogin Elke Baaske hatte er vor dem Plastiksaal ein kleines mobiles Atelier aufgebaut. Hier konnten die Besucher selbst ihre Grafiken herstellen, was vor allem bei den Kleinen auf großes Interesse stieß. Auch die Nachwuchskünstlerin Marlene wurde hier kreativ und bot ihre Schöpfungen gleich auf dem Kunstmarkt an.

Besucher des Zwölfvorzwölfkunstkaufs in der Kunsthalle
Besucher des Zwölfvorzwölfkunstkaufs in der Kunsthalle

Ein reges Markttreiben herrschte am Sonntagnachmittag in der Rostocker Kunsthalle. Viele Werke der anwesenden Künstler – darunter auch Bildhauer Wolfgang Friedrich, die Maler und Grafiker Norbert Kaufmann und Britta Naumann, die Glasdesignerin Regina Kaufmann, die Bildhauer und Grafiker Wilfried Schröder und Alexandra Lotz sowie Tim Kellner mit seinen Fotografien – konnten nicht nur begutachtet und gekauft werden. Nicht selten nutzten die Interessenten auch die Gelegenheit, mit den Künstlern in intensive Gespräche zu kommen.

Bei so viel reizvollen visuellen Eindrücken blieb eigentlich nur ein Wunsch offen, die Musik. Obwohl ausdrücklich angekündigt mit „Musik wird gespielt!“, war davon leider nicht viel zu hören. Vielleicht ist der zuständige Kapellmeister ja angesichts der vielfältigen Kunst vor Ehrfurcht erstarrt.

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