Rostock singt zum 800. Stadtjubiläum

Klingende Zeitreise durch 800 Jahre Rostock – Großes Chortreffen zum Mitsingen am Ludewigbecken

17. Juli 2018, von
Kantor Markus Langer dirigiert die Sängerinnen und Sänger rund um das Ludewigbecken
Kantor Markus Langer dirigiert die Sängerinnen und Sänger rund um das Ludewigbecken

„Gemeinsames Feiern geht am besten durch gemeinsames Singen“, das unterstrich Sonntagabend Kantor Markus Langer. Von einem Boot aus dirigierte er einen riesigen Chor, dessen Sänger sich rund um das Ludewigbecken zum großen Mitsingen „Rostock singt“ anlässlich des 800. Stadtjubiläums eingefunden hatten.

Etwa 400 Mitglieder aus sieben Shantychören, Kirchenchören, weltlichen Chören und des Volkstheaters hatten sich auf eine einstündige klingende Reise durch acht Jahrhunderte der Geschichte Rostocks vorbereitet. Zwischendurch waren auch immer wieder die Zuschauer eingeladen mitzusingen.

„Auf der Suche nach Liedern über Rostock in verschiedenen Archiven haben wir eher wenig gefunden“, erzählt Musikwissenschaftlerin Yvonne Wasserloos, die für die Dramaturgie der musikalischen Zeitreise verantwortlich war. Ein besonderer Fund sei die Revue „Rostock einst und jetzt“ von 1927 gewesen. Die neuen Texte wurden auf bekannte Melodien gesungen. Die besungenen Eigenheiten Rostocks von damals sind auch heute nicht unbekannt. („Unser Rostock, eine wunderschöne Stadt, mit lebhaftem Verkehr“).

Eine neue Rap-Version lieferte Susi Koch zum „Von einem gottlosen Korn-Wucherer, wie ihn Gott gestraffet hat, in der Stadt Rostock“ aus dem 18. Jahrhundert. Die Berliner Sängerin hatte auch andere alte Liederschätze frisch arrangiert.

Das älteste Stück des Abends stammt aus dem Rostocker Liederbuch aus dem 15. Jahrhundert, das neueste von Marteria. Mit seinem „Mein Rostock“ von 2014 fand das gemeinsame Singen seinen krönenden Abschluss. Aber auch Volkslieder wie „Dat du min Leevsten büst“ und der Horst-Köbbert-Schlager „Du min Rostock“ wurden von Chören und Publikum leidenschaftlich mitgesungen.

Gemeinschaftsfoto der Chöre vor der Kulisse Rostocks (Foto: Joachim Kloock)
Gemeinschaftsfoto der Chöre vor der Kulisse Rostocks (Foto: Joachim Kloock)

Von der guten Stimmung auf der musikalischen Stadtjubiläumsveranstaltung zeigte sich auch Wolfgang Schmiedt angetan. Zwei Jahre Vorbereitung haben sich für ihn, der die Gesamtleitung innehatte, gelohnt. „Als wir das geplant hatten, gab es die Gebäude noch nicht“, erzählt er mit Hinblick auf die Neubauten rund um das Ludewigbecken und damit verbundenen akustischen Herausforderungen. Erst seit einigen Wochen sind hier die Baustellen verschwunden.

Am Fuße der Petrikirche, dem Gründungsort an der Warnow, wo ein neues Stück Rostock gewachsen ist, sei ein wunderbarer Ort für dieses besondere Musikfest. Dass die Promenade hier festivaltauglich ist, wurde bereits seit dem Mittag mit einem Shantychortreffen ausprobiert.

Bereits am Vormittag versammelten sich fast 300 Chorsängerinnen und -sänger für ein großes Gemeinschaftsfoto am Gehlsdorfer Ufer. Vor der bekanntesten Silhouette Rostocks stimmten sie sich mit Fritz Reuters „Ick weit einen Eikbom“ auf den musikalischen Tag anlässlich des 800. Stadtjubiläums Rostocks ein.

Als die Sonne schließlich unterging begeisterte ein weit sichtbares Höhenfeuerwerk über der Warnow zum Abschluss von „Rostock singt“ die vielen Zuschauer.

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