Erneut Warnstreiks im ÖPNV

Nachdem die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und KAV ergebnislos geblieben sind, ruft die Gewerkschaft am 25. und 26. Februar zum zweitägigen Warnstreik bei RSAG und Rebus auf

24. Februar 2020, von
Erneut Warnstreiks im ÖPNV
Erneut Warnstreiks im ÖPNV

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) ruft die Bus- und Straßenbahnfahrer im gesamten Land Mecklenburg-Vorpommern für Dienstag und Mittwoch (25./26. Februar 2020) zu einem zweitägigen Warnstreik auf, die einzige Ausnahme bildet neben Schwerin die Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH.

Bei der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) bleiben ab Betriebsbeginn um 3 Uhr morgens bis zum Donnerstagmorgen voraussichtlich alle Busse und Straßenbahnen in den Depots. Dies betrifft auch die Nachtbuslinien F1 und F2. Die S-Bahnen sowie die Warnow-Fähren zwischen Warnemünde/Hohe Düne und Kabutzenhof/Gehlsdorf verkehren planmäßig. Dies gilt auch für Regionalzüge mit RSAG-Personal zwischen Bad Doberan und Graal Müritz – die dort eingesetzten Mitarbeiter unterliegen einem anderen Tarifvertrag.

Die Rebus Regionalbus Rostock GmbH ist ebenfalls wieder vom Warnstreik betroffen. Auch hier kommt ein Großteil des Linienverkehrs im Landkreis und der Hansestadt Rostock zum Erliegen. Nach Angaben des Unternehmens werden am Dienstag die folgenden Strecken bedient:

  • Linie 119 Warnemünde / Lütten Klein – Bad Doberan
  • Linie 121 Rostock – Bad Doberan / Rerik
  • Linie 201 Stadtverkehr Güstrow – Bauhof Nord – Markt-Bahnhof-Distelberg – Waldweg-Bahnhof-Markt-Bauhof Nord
  • Linie 203 Stadtverkehr Güstrow – Parumer Weg – Markt / Bahnhof
  • Linie 250 Güstrow – Krakow am See / Linstow-Güstrow

Aktuelle Informationen zum Warnstreik werden auf www.rebus.de veröffentlicht.

Ebenso betrifft der Streik nach Ferienende erneut den Schülerverkehr. Laut Bildungsministerium M-V sind Schüler entschuldigt, wenn sie für ihren Schulweg auf durch den Ausstand entfallende Busse oder Straßenbahnen angewiesen sind. Der Unterricht in den Schulen findet statt.

Nachdem auch in der vierten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Personennahverkehrs (TV-N Mecklenburg-Vorpommern) am 17. Februar kein Ergebnis erzielt worden ist, gab es zunächst keinen neuen Verhandlungstermin. Nun haben sich Gewerkschaft und der Kommunale Arbeitgeberverband Mecklenburg-Vorpommern (KAV MV) auf einen Termin am 3. März 2020 in Rostock verständigt, bei dem der KAV ein neues Angebot unterbreiten möchte.

„Wir gehen mit der Erwartung in diese Verhandlung, dass der KAV-MV mit dem angekündigten Angebot einen deutlichen Schritt in Richtung einer Einigung macht“, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete. „Die Beschäftigten werden noch einmal in Warnstreiks am 25. und 26. Februar 2020 deutlich machen, dass sie einen solchen Schritt erwarten“

Bislang hat der KAV verschiedene Angebote mit unterschiedlichen Laufzeiten gemacht, die einer Lohnerhöhung von etwas über zwei Prozent im Jahr entsprechen. Verdi fordert für die rund 1.500 Beschäftigten 2,06 Euro pro Stunde mehr sowie eine monatliche Pauschale von 100 Euro. Dieser Angleichungsschritt an andere Tarifgebiete soll insbesondere die Ost-West-Unterschiede abbauen, da Busfahrer in Mecklenburg-Vorpommern trotz vergleichbarer Lebenshaltungskosten rund 250 Euro pro Monat weniger verdienen als im benachbarten Schleswig-Holstein. Der Tarifvertrag soll rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 für zwölf Monate gelten.

Der KAV weist die Forderungen als zu hoch zurück. Für Mecklenburg-Vorpommern würde dies zu jährlichen Zusatzkosten von rund 8,1 Mio. Euro und damit zu höheren Fahrpreisen führen. Die RSAG beziffert die jährlichen Mehrkosten der Verdi-Forderung mit ca. 4,4 Mio. Euro. Laut KAV beläuft sich die Forderung auf bis zu 458 EUR pro Monat und Beschäftigtem, was einer Gehaltssteigerung zwischen 15 und 20 Prozent entspricht.

Schlagwörter: Bus (49)RSAG (160)Straßenbahn (112)Streik (8)Verdi (8)

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16 Kommentare

  • Peter sagt:

    20% die Spinnen doch …. lasst sie streiken bis sie auf offener Straße von Passanten angefeindet werden. Sagt den Busfahrern was ihnen von ihnen Haltet!

  • Kerstin Heller sagt:

    Wie oft noch und es ist ja mal nett das wir es einen Tag davor durch die Presse es erfahren langsam reicht es

  • Michael sagt:

    Ich finde es beschämend, dass sich Ihr Unmut gegen die Beschäftigten richtet, anstatt gegen den Arbeitgeber. Der AG hat es in 30 Jahren nicht geschafft die Löhne ans West-Niveau anzugleichen. Nach wie vor bekommt man hier für gleiche Leistung wesentlich weniger.
    Da ist es durchaus legitim endlich einen Schlussstrich zu ziehen. Man hätte seit der Wende sukzessive die Gehälter mit kleinen Sprüngen an das West-Niveau angleichen können, jedoch nicht getan. In den vergangenen 10 Jahren gab es für die Beschäftigen nur minimal mehr als Inflationsausgleich.
    Damit trägt der Arbeitgeber eine deutliche Mitschuld an den Streiks.

  • Uwe sagt:

    Ich finde es gut das die Mitarbeiter der RSAG Streiken. Das ist ihr gutes Recht. Arbeitgeber Jammern immer, wenn es darum geht mehr Geld zu zahlen. Meine Unterstützung haben die Kollegen. 30 Jahre nach der Wende, wird es Zeit vernünftige Löhne zu erhalten. Macht weiter so.

  • Kattenberg Udo sagt:

    Wer hier sagt die haben doch nicht alle, haben keine Ahnung , oder haben ein super Gehalt . Ein einfacher Bus und Straßenbahnfahrer kann seine Familie nur durch Schichten, Wochenenddienste, Feiertags, geteilten Diensten und Überstunden halbwegs am öffentlichen Leben teilnehmen lassen. Die Kollegen arbeiten in der Regel 9 bis 10 Stunden , haben dann mindestens 8Stunden Ruhe. Da sind weder der Weg zur Arbeit noch die Schlafzeit berücksichtigt. Wo und wann kommt ein Arbeitnehmer Ausgeruht und Ausgeschlafen zum Dienst? Wir wollen Sicher befördert werden und das hat seinen Preis. Der Westen zeigt doch das es geht. Da wird die Arbeit noch Honoriert. Kollegen bleibt dran, gebt nicht nach. 🤘✊

  • Klaus sagt:

    Ich habe kein Verständniss mehr, wenn ich nicht zufrieden bin, wechsel ich den Arbeitgeber.
    Augen auf bei der Berufswahl – zum kotzen …..

  • Kolger sagt:

    Es gibt Arbeitnehmer die arbeiten mehr als 10 Stunden, haben 2 Jobs und bekommen trotzdem nicht mal die Hälfte an Gehalt, von dem was so ein Busfahrer verdient. Und weil die Streiken wird deren Arbeitstag noch komplizierter und länger, Die sollen das unter Sich austragen und mich nicht zum Komplizen bei diesen Nötigungen und Erpressungen machen. Hoffentlich geht der Gewerkschaft bald das Geld aus.

  • dr.listemann sagt:

    Die finanziellen Forderungen von VER.DI sind geradezu unverschämt sowie im Hinblick auf die „gewollte“ Verkehrsentlastung sogar kontraproduktiv. Die Streiks sind eine erneute Bestätigung dafür, dass auf den Individualverkehr absolut nicht verzichtet werden kann, um derartigen Erpressungsversuchen gegen die Öffentlichkeit wirksam begegnen zu können. Ansonsten halte ich persönlich (seit 1989/90) von den (westlichen) Gewerkschaften überhaupt nichts, und ich weiß auch warum …

  • Frechebiene sagt:

    So langsam reicht es aber auch ständig diese Streiks hatte heute morgen einen wichtigen Termin außerhalb den ich natürlich absagen mußte wer bezahlt mir den Ausfall natürlich keiner und noch frech zu sagen die Kosten für Taxi ect. Werden nicht übernommen finde ich ne Frechheit
    Dann sollen die Bahnen nicht wie üblich alle 20 bis 30 Minuten fahren es geht auch anders
    Alle 10 Minuten wäre besser in Norddeutschland geht es doch auch da fahren die Busse alle 6 Minuten
    So langsam reißt mir der geduldsfaden wenn es so weiter geht fährt bald keiner mehr Bahnen oder Busse 🤔🤔🤔🙄😵

  • S.Naumann sagt:

    Hab ja für alles Verständnis aber langsam reicht es.
    Es sollten zumindest der Schulweg für die Kinder gesichert sein Schulbildung ist genauso wichtig wie von jedem der Job.
    Wen man schon lesen muss das Kinder Nachts von zuhause abhauen nur um Pünktlich in der Schule zu sein fragt man sich was das soll für sowas sollte wenigstens ein Ersatz Bus geben und das für alle Schulen damit die Kinder sicher zur Schule kommen

  • Sven sagt:

    Warum stellen sich die Streikenden nicht einmal den Fahrgästen? Warum keine Gewerkschafter am Dobi? Man hat wohl Angst langsam eins „auf die Fresse“ zu bekommen.

  • Mark sagt:

    Ich kann Michael nur zustimmen. Es ist einfach erbärmlich, wie die Streikenden z.T. angefeindet werden. Was für eine verk***te Gesellschaft ist das, in der man sich dafür rechtfertigen muss, sein ganz normales Recht auf Arbeitskampf auszuüben? Leute, Leute … Man kann echt nur den Kopf schütteln.

  • Holger sagt:

    Keiner hat hier etwas gegen das Recht auf Arbeitskampf.
    Aber die Art und Weise wie die Gewerkschaften das durchsetzen.
    Man könnte sehr wohl morgens und nachmittags eine Zeit fahren damit die Leute ne Möglichkeit haben ihren Job nachzugehen. Die fahren eh meist auf Monatskarte.
    Und genau deswegen tut der Streik den Verkehrsbetrieben eh nicht weh, denn Monatskarten werden vorher bezahlt. Man bringt nur die Bevölkerung gegen sich auf.
    Warum soll ich Verständnis mit den Strickenden haben, wenn es dehnen auch egal ist wie die Mutter mit Kind morgens klarkommt, oder die älteren zum Arzt.
    Wie die Bevölkerung auf dem Land quasi abgeschnitten ist.
    Andere Berufsgruppen bekommen das auch anders hin.
    Oder sollten jetzt mal alle Krankenschwestern und Pflegekräfte streiken, die könnten wohl gerade jeden Lohn durchsetzen.
    Also miteinander nicht gegeneinander geht anders. Dieser Weg der Gewerkschaft ist falsch.

  • Klaus sagt:

    Arbeitskampf – Respekt vor Marx und Engels – jeder kann doch selbst entscheiden für welche Taler er arbeitet ….. und wenn ich mich unterbezahlt fühle … warum arbeite ich dann weiter ?
    naja …

  • Mark sagt:

    „…jeder kann doch selbst entscheiden für welche Taler er arbeitet ….. und wenn ich mich unterbezahlt fühle … warum arbeite ich dann weiter ?“

    Vielleicht weil wir eben nicht in Baden-Württemberg sondern MV leben, mit einer, sagen wir mal, sehr überschaubaren Auswahl an potentiellen Arbeitgebern, die Arbeit angemessen vergelten. Ihr Vorschlag mag für die wirtschaftlichen Boomregionen gut funktionieren, nur leben wir nun mal nicht in einer solchen. Die Alternative wäre natürlich, dass noch mehr Menschen in den den Süden der Republik abwandern. Wollen wir das?

    Wir Deutsche können uns nun wahrlich nicht über zu viele Einschränkungen durch Streiks beschweren. Ich empfehle da mal einen vergleichenden Blick mit anderen Ländern, wie Frankreich.

  • Stefan sagt:

    Das sag das mal den Millionen von Deutschen die nicht in der Gewerkschaft sind oder keine Tarifbindung haben, oder der Million Selbständige (wie ich einer bin) die kein Geld bekommen wenn sie Urlaub haben oder Krank sind! …. ihr Streikenden seit einfach nur schäbig…

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