Neuer technischer Vorstand der RSAG: Michael Schroeder

Vom Berliner Busfahrer zum Chef der Rostocker Straßenbahn – Michael Schroeder hat zum Jahresbeginn seine Arbeit als technischer Vorstand aufgenommen

5. Januar 2012, von
Michael Schroeder ist neuer technischer Vorstand der RSAG
Michael Schroeder ist neuer technischer Vorstand der RSAG

Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) hat einen neuen technischen Vorstand. Zum Jahresbeginn hat Michael Schroeder die Arbeit in dem Rostocker Verkehrsunternehmen aufgenommen. Der Diplomverkehrsingenieur aus Berlin löst Wilfried Eisenberg ab, der als Vorstandschef zur Bremer Straßenbahn AG wechselte.

In einem deutschlandweit ausgeschriebenen Bewerbungsverfahren konnte sich Michael Schroeder im letzten August durchsetzen und wurde für fünf Jahre bestellt.

An der Seite von Jochen Bruhn, der seit 26 Jahren für den kaufmännischen Bereich der RSAG verantwortlich ist, wird er nun die Geschicke der traditionsreichen Rostocker Straßenbahn AG lenken.

Seine Karriere begann der 50-Jährige 1981 als Omnibusfahrer bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Nach einem Studium und weiteren Qualifikationen arbeitete Michael Schroeder hier in verschiedenen Führungspositionen. Zuletzt war er als alleiniger Geschäftsführer der BT Berlin Transport GmbH tätig. Das 100-prozentige Tochterunternehmen der BVG, mit fast 2.000 Mitarbeitern, erbringt Fahrdienstleistungen für die BVG und wurde mit dem Ziel gegründet Kosten einzusparen bspw. mit einem eigenen Manteltarifvertrag.

Zu unserer Hansestadt habe der „Urberliner“ seit vielen Jahren eine enge Beziehung, ist er doch mit einer Rostockerin verheiratet. Das habe ihm die Entscheidung für einen Standortwechsel erleichtert, erklärt der Vater einer erwachsenen Tochter.

Den Schritt von einem großen Unternehmen einer Großstadt nach Rostock betrachtet Michael Schroeder als eine weitere Herausforderung. „Ich sehe hier ein gutes Unternehmen, was sich in den Jahren hervorragend entwickelt hat. Meine Zielstellung ist, daran anzuknüpfen, dass dieser erfolgreich eingeschlagene Weg auch zukünftig weiter nachhaltig verfolgt wird.“

RSAG Vorstand Jochen Bruhn und Michael Schroeder
RSAG Vorstand Jochen Bruhn und Michael Schroeder

Seit vier Tagen hat er nun schon die Ärmel hochgekrempelt. Zunächst will er sich mit den Partnern, zuständigen Behörden und der Bürgerschaft bekannt machen. Heute Morgen war er unterwegs, um sich einige aktuelle Infrastrukturschwerpunkte, wie das Nordkreuz, das kurz vor seiner Vollendung steht, anzuschauen.

Aber auch weitere Fragen der besseren Anbindungen liegen auf seinem Arbeitstisch. Dazu will sich die RSAG in diesem Jahr umfangreich mit Marktforschung beschäftigen.

Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen Innenstadt und Warnemünde. Auch die Neubaugebiete wie Schmarl und Groß Klein hat die RSAG im Blick. Doch „wir gehen nicht davon aus, dass wir da mit der Straßenbahn fahren werden“, sagt Jochen Bruhn und äußert sich auch zurückhaltend zu Plänen, Straßenbahnlinien in den Stadthafen zu führen. Bis März soll die Wirtschaftlichkeit dieses Vorhaben berechnet werden, bevor eine Entscheidung über die Realisierung getroffen wird.

Neben dem Ausbau der Infrastruktur steht die Fahrzeugbeschaffung dick auf der Agenda der RSAG. Bereits seit letztem August rollen fünf neue Hybridbusse durch Rostocks Stadtviertel. Ab Mitte 2013 sollen 13 neue Straßenbahnen peu a peu in Rostock eingesetzt werden. Vielleicht werden sie sogar mit einem Anschluss zum Aufladen von E-Bikes ausgestattet sein.

Nachhaltigkeit und E-Mobilität sind die Schlagwörter, mit denen die RSAG ihre Kunden und Noch-nicht-Kunden überzeugen will, statt ins Auto in öffentliche Verkehrsmittel einzusteigen. Für viele ist das nicht zuletzt auch eine Frage des Preises. Ab 1. Februar gelten bei den Fahrkarten neue, erhöhte Tarife.

Schlagwörter: RSAG (142)Straßenbahn (98)Verkehr (391)

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1 Kommentar

  • Klaus Armbröster sagt:

    Wir wohnen an der Endhaltestelle „Südblick“. Schon seit Jahren kritisieren wir das tägliche „Quietschkonzert“ wenn die Bahnen in die Endhaltestelle oder den Einstieg fahren. Viele Beschwerden wurden, wie in solchen Fällen einfach, abgebügelt. z.B. unterschiedliche Geschwindigkeiten der Außen- gegenüber den Innenrädern usw. Niemals wurde zugegeben, dass der zu geringe Radius die Ursache ist. Versuchen Sie bitte nicht etwas zu erklären, was ich auf Grund meines Berufes bestens kenne.
    Bitte stellen Sie das Quietschkonzert ab, denn trotz doppelter Verglasung war es in den letzten Tagen mal wieder unerträglich. Ein besonderes Vergnügen in den Sommermonaten, ohne Vergnüggungssteuerpflichtig zu sein.
    Meine konkrete Frage, wann wolle Sie diesen unmöglichen Zustand abstellen?
    Freue mich auf Ihre Antwort.
    MfG
    Klaus Armbröster

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