Verdi ruft zu Warnstreiks im ÖPNV auf

Die Gewerkschaft Verdi ruft für Dienstag, den 29. September 2020, zu bundesweiten Warnstreiks auf – auch in Mecklenburg-Vorpommern sollen Busse und Straßenbahnen in den Depots bleiben

25. September 2020, von
Verdi ruft am 29. September 2020 zu Warnstreiks im ÖPNV auf (Foto: Archiv)
Verdi ruft am 29. September 2020 zu Warnstreiks im ÖPNV auf (Foto: Archiv)

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) hat für Dienstag (29. September 2020) zu einem bundesweiten Warnstreik im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen. In Mecklenburg-Vorpommern soll an diesem Tag von Betriebsbeginn bis um 9 Uhr morgens gestreikt werden, erklärt Karl-Heinz Pliete, Fachbereichsleiter bei Verdi Nord. Bei der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) werden in diesem Zeitraum sämtliche Fahrten auf allen Bus- und Straßenbahnlinien ausfallen. Fähren, S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht vom Streik betroffen. Nach Ende des Streiks wird es noch eine Weile dauern, bis alle Busse und Straßenbahnen wieder fahrplanmäßig unterwegs sind, erklärt die RSAG. Auch bei Rebus falle alle Linienverkehre im gesamten Verkehrsgebiet des Landkreises und der Hansestadt Rostock aus.

Der Unterricht in den Schulen findet statt. Schüler, die wegen zu großer Entfernungen auf Busse oder Straßenbahnen angewiesen sind und diese auch sonst für den täglichen Schulweg die Schülerbeförderung nutzen, sind entschuldigt.

Grund für den Warnstreik sind die stockenden Verhandlungen für einen neuen Manteltarifvertrag. Verdi fordert für die bundesweit etwa 87.000 Beschäftigten einheitliche Regelungen in den Bereichen Nachwuchsförderung, Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. In dem Tarifkonflikt geht es der Gewerkschaft aber auch um Punkte, wie einen 30-tägigen Urlaubsanspruch und Sonderzahlungen, die bundesweit vereinheitlicht werden sollen.

In Mecklenburg-Vorpommern hätten Busfahrer aktuell erst nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Künftig soll dies für alle Beschäftigten gelten, erläutert Karl-Heinz Pliete eines der Ziele. Der Beruf sei aufgrund der hohen Verantwortung und des Schichtdienstes so stressig, dass diese Erholung benötigt werde.

Laut Verdi kennen die Arbeitgeber seit März die Forderungen, bislang würde es jedoch kein verhandlungsfähiges Angebot von der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) geben. Nachdem sich die VKA am Wochenende gegen die Aufnahme von Verhandlungen zu einem bundesweiten Rahmentarifvertrag ausgesprochen hat, soll der Druck mit Warnstreiks erhöht werden. „Die Arbeitgeber haben mit ihrer Verweigerungshaltung den Warnstreik provoziert. Wir hoffen, dass sie das Signal verstehen und baldmöglichst in Verhandlungen eintreten werden“, erklärt Karl-Heinz Pliete.

Erst Anfang des Jahres gab es in Mecklenburg-Vorpommern mehrere, teils mehrtägige Streiks im ÖPNV. Verhandelt wurde damals der Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N Mecklenburg-Vorpommern) für die Beschäftigten des öffentlichen Personennahverkehrs im Land. Nach einem Schlichterspruch gab es für die Arbeitnehmer rückwirkend zum 1. Januar 2020 monatlich 110 Euro, mindestens jedoch drei Prozent, mehr Geld. Zum 1. Januar sowie zum 1. Dezember 2021 soll eine weitere Erhöhung um denselben Betrag folgen.

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