Sanierungsgebiet „Stadtzentrum Rostock“

Vorfläche am Kröpeliner Tor und die Brachfläche unterhalb der „Petrischanze“ werden neu gestaltet – Schlotmann übergibt Förderbescheide

19. Januar 2011, von

Rostock liege ihm „ganz besonders am Herzen“, betonte Bauminister Volker Schlotmann heute Morgen im Rostocker Rathaus. Es sei kein Geheimnis, dass er besonders gern nach Rostock komme und wenn er – wie heute – Geld dabei hat, sei die Aufnahme umso freundlicher.

Bevor es ans Geld verteilen ging, brannte dem Minister aber noch ein Streit oder vielmehr ein „unnötiger Zank“, wie er es nannte, unter den Nägeln – Stichwort Darwineum.

„Ich kann hier klipp und klar und deutlich sagen“, erklärte Schlotmann, „ich stehe voll und ganz hinter diesem Projekt.“ Aus seiner Sicht läuft hier „ganz viel Kommunikation“, das sei „völlig anders als in anderen Großprojekten“. Für ihn entstehe im Rostocker Zoo ein „wissenschaftspolitisches Highlight, das seinesgleichen sucht“. Ihm „war danach, das heute Morgen einfach noch mal so deutlich zu sagen“.

Bausenator Holger Matthäus, Oberbürgermeister Roland Methling, Bauminister Volker Schlotmann und RGS-Geschäftsführer Reinhard Wolfgramm
Bausenator Holger Matthäus, Oberbürgermeister Roland Methling, Bauminister Volker Schlotmann und RGS-Geschäftsführer Reinhard Wolfgramm

Doch zurück zum Thema Geld. Zwei Förderbescheide hatte Schlotmann im Gepäck, die er heute im Beisein des Rostocker Bausenators Holger Matthäus an Oberbürgermeister Roland Methling übergab.

Im Rahmen der Städtebauförderung für das Sanierungsgebiet „Stadtzentrum Rostock“ stehen für zwei Einzelmaßnahmen zusammen 2,6 Millionen Euro Städtebaufördermittel zur Verfügung.

Vorfläche, Kröpeliner Tor
Vorfläche, Kröpeliner Tor

Die erste Maßnahme betrifft die Umgestaltung der Vorfläche des Kröpeliner Tores – vom Tor bis zum Schröderplatz. Entstehen werden hier unter anderem fünf Torelemente aus Stahlbeton, die eine Verbindung zwischen Stadtmauer und Kröpeliner Tor schaffen und zusammen den neuen Eingangsbereich zur Innenstadt bilden sollen. Bänke und Sitzmauern zum Verweilen sind ebenso geplant wie Stellplätze für Fahrräder. Und am Rand der Wallanlagen soll eine Aussichtsplattform entstehen.

Der erste Bauabschnitt wird sich von Mitte August bis zum Jahresende erstrecken, ein zweiter dann 2012 folgen. Die Gesamtkosten der Maßnahme sind mit 1,7 Millionen Euro veranschlagt, 1,4 Millionen kommen davon aus Städtebauförderungsmittel.

Petrikirche/Petrischanze Rostock
Petrikirche/Petrischanze Rostock

Die zweite Maßnahme betrifft die zum Jahresende vorgesehene Neugestaltung der Brachfläche unterhalb der Petrikirche/-schanze. Hier ist eine Grünfläche für den Freizeit- und Sportbereich geplant sowie ein öffentlicher Parkplatz für 61 Pkw und neun Reisebusse. Stellplätze für Fahrräder sollen entstehen und eine Toilettenanlage errichtet werden.

Die Gesamtbaukosten liegen hier bei 1,7 Millionen Euro, wovon 1,2 Millionen Euro durchs Städtebauförderungsprogramm finanziert werden.

Holger Matthäus, Senator für Bau und Umwelt, erinnerte an die alte Handelsstraße von Lübeck ins Baltikum: „Alle Reisenden, die Rostock in den letzten Jahrhunderten von Ost nach West durchquert haben, sind durch diese Tore gekommen.“ Daher sei es touristisch sehr bedeutsam, diese Flächen frei zu halten und behutsam neu zu gestalten. 2,6 Millionen gut angelegte Euro, um die beiden Eingangstore in die Stadt attraktiv zu gestalten, so der Senator.

Ein Wermutstropfen jedoch blieb für Schlotmann – die vom Bund um 25 Prozent gekürzte Städtebauförderung. „Das sind mehrere Millionen pro Jahr, die uns fehlen“, bekräftigte der Minister. Was Rostock betrifft, hatte unser Stadtoberhaupt aber schon die passende Lösung parat. Land und Stadt teilen sich einfach die fehlenden 25 Prozent, macht für jeden der Beteiligten 12,5 Prozent – bei eh schon leeren Stadtkassen kommt es darauf vermutlich auch nicht mehr an.

Was ist, wenn diese Idee bleibt, was sie ist, eine Idee nämlich, dazu wollte sich Methling heute noch nicht so recht äußern. Ob es in diesem Fall bei der bisherigen Prioritätenliste bleibt und die hinteren Projekte einfach entfallen oder ob die Liste noch einmal überarbeitet wird, ließ der Oberbürgermeister offen.

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