Tag des offenen Denkmals 2014 – farbenfroh durch Rostock

Universitätsgebäude, Ausspanne, Kuhtor, Hornscher Hof und ehemalige Ankerfabrik öffneten ihre Türen zum Tag des offenen Denkmals 2014 in Rostock

14. September 2014, von
Hornscher Hof in der Nördlichen Altstadt Rostocks am Tag des offenen Denkmals 2014
Hornscher Hof in der Nördlichen Altstadt Rostocks am Tag des offenen Denkmals 2014

Wohl kaum ein Denkmal trifft mit seiner äußeren Fassade das Motto „Farbe“ so gut wie der Hornsche Hof in der Nördlichen Altstadt Rostocks. Mit dem Anstrich in einem kräftigen Rotton sticht das Gebäude neben der sonst eher eintönigen Häuserreihe sofort ins Auge. Ein schöner Ort also, um den Tag des offenen Denkmals 2014 zu beginnen.

Die dreiflügelige Speicheranlage aus dem 17./18. Jahrhundert hat bereits eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Während das Haus anfangs noch als Brau- und Wohnhaus genutzt wurde, ging es 1702 in den Besitz von Friedrich Wilhelm Graf von Horn über, der dort bis zu seinem Tod residierte. Nachdem man das Gebäude später zwischenzeitlich sogar als Theatersaal nutzte, wurde es um 1796 schließlich zur Speicheranlage umgebaut. Da das Bauwerk jedoch viele Jahre stillstand, verfiel es mit der Zeit immer mehr. 2012 wurde der Hornsche Hof daher neu saniert und zu Wohnungen umgebaut.

In diesem Zug bekam das Gebäude ebenfalls seinen roten Anstrich. „Frühere Befunde zeigen, dass der Hornsche Hof auch früher schon rot war. Da man das größtenteils kaputte Steinmaterial nicht mehr so wie damals hinbekam, musste es mit weißer Kalkschlämme ausgebessert werden. Das passte jedoch nicht zur Backsteingotik und führte zu einem fleckigen Gesamtbild. Daher entschied man sich für einen roten Anstrich“, erklärte Birgit Mannewitz von der Denkmalpflege.

Kellergewölbe in der ehemaligen Anker Spirituosen Fabrikanlage
Kellergewölbe in der ehemaligen Anker Spirituosen Fabrikanlage

Weiter führte der Weg in die Kröpeliner-Tor-Vorstadt, wo die ehemalige „Anker Spirituosen“ Fabrikanlage darauf wartete, besichtigt zu werden. Ganz so farbig wie beim Hornschen Hof war es hier allerdings nicht. Denn die 1870 von K. Steinbeck gegründete Brauerei ist heute eine riesige Baustelle. Nach zwei schweren Bränden konnten nur Teile des Sudhauses, der Malzturm sowie die Kelleranlagen gesichert werden. Letztere durften ausnahmsweise zum Tag des offenen Denkmals in kleinen Gruppen besichtigt werden. Die vom Brand gezeichneten Kellergewölbe wirkten bei dem nur spärlichen Licht fast etwas unheimlich. Nur ein paar Graffitis sorgten für zusätzliche Farbtupfer an den sonst grauen, dunklen Wänden.

Casita Maria
Casita Maria

Bei dem nächsten Denkmal in der Östlichen Altstadt sah das schon wieder ganz anders aus. Bereits von außen wirkte das grüne Haus namens „Casita Maria“ am Beginenberg 2 freundlich und einladend. Und auch der kleine Garten im idyllischen Innenhof lud nach einem langen Marsch zum Ausspannen ein.

Tag des offenen Denkmals: Kuhtor in Rostock
Tag des offenen Denkmals: Kuhtor in Rostock

Da das Wetter heute allerdings eher grau in grau war und ein paar kleine Regenschauer bereithielt, zog es die meisten schnell runter in das historische Kellergewölbe. Früher befand sich dort eine Ausspanne, in der Reisende ihre Pferde ausspannen und versorgen konnten. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Viele Besucher gönnten sich hier eine kleine Pause und aßen in gemütlicher Atmosphäre ein Stückchen Kuchen von dem Buffet, das Maria Pistor zusammen mit Freunden vorbereitet hat. Dabei konnten sie die Ausstellung „Farbenreich“ der Künstlerin Ute Kleist aus Rostock bewundern.

Gestärkt ging es anschließend nur ein paar Straßen weiter zum Kuhtor, das ebenfalls für neugierige Besucher geöffnet hatte. Im ältesten Stadttor Rostocks, welches schon als Gefängnis und Wohnhaus genutzt wurde, befindet sich heute die Mediationsstelle Rostock. Hier konnten neben der Architektur „Speaking Socks“, handgestrickte Designersocken der Designerin Heike Burkert, angeschaut werden.

Doch auch ein Besuch im Universitätshauptgebäude durfte am Tag des offenen Denkmals 2014 nicht fehlen. Das dachten sich wohl die Meisten. Verständlich, denn das Gebäude hat heute nicht nur nach einer langen Sanierungszeit das erste Mal wieder für Interessierte geöffnet, sondern überrascht zudem mit einer tollen Farbvielfalt. Vor allem das Foyer mit seinen orange-blauen Verzierungen an Wänden und Säulen und die prunkvolle Aula im Hauptgebäude der Uni Rostock mit ihrem neu gestalteten farbigen Fenster waren Hingucker des Tages.

Fotos vom Tag des offenen Denkmals 2014 in Rostock:

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