„Bronenosec“ gewinnt Nord Stream Race 2014

Um 03.35 Uhr ging Team Russia mit der „Bronenosec“ im Vorhafen von Warnemünde über die Ziellinie und sicherte sich neben dem finalen Etappensieg auch den Gewinn des Nord Stream Race 2014 in der Swan 60-Klasse

5. Juni 2014
Bronenosec/Team Russia bei der nächtlichen Zielankunft in Warnemünde, Foto: onEdition
Bronenosec/Team Russia bei der nächtlichen Zielankunft in Warnemünde, Foto: onEdition

Am 5. Juni um 03.35 Uhr ging Team Russia mit Skipper Igor Frolov im Vorhafen von Warnemünde über die Ziellinie. Damit sicherte sich die Crew der „Bronenosec“ nicht nur den finalen Etappensieg, sondern auch den Gewinn des Nord Stream Race 2014 in der Swan 60-Klasse. Zweiter auf der Langstrecke von Helsinki nach Warnemünde wurde die chinesische „Windward“ von Yeliang Fan mit Skipper Lorenzo Bortolotti an Bord. Team China konnte sich damit in der Gesamtwertung noch von Platz vier auf den zweiten Rang vorschieben. Dritter sowohl in der Gesamtwertung als auch auf der letzten Etappe wurde der deutsche Segelprofi Tim Kröger mit seiner „Spirit of Europe“-Crew.

„Bronenosec“ gewinnt Nord Stream Race 2014, Foto: onEdition
„Bronenosec“ gewinnt Nord Stream Race 2014, Foto: onEdition

Die „Bronenosec“ wurde mit einem deutlichen Vorsprung von 20 Punkten ihrer Favoritenrolle gerecht. „Ich bin sehr stolz auf meine Crew. Sie haben einen tollen Job gemacht und durchgehend sehr hart gearbeitet“, sagte Frolov bei der Ankunft im Yachthafen Hohe Düne. Sein Navigator Tommaso Chieffi berichtete von einem interessanten Rennen. Für ihn war ausschlaggebend, dass die „Bronenosec“ schneller unterwegs war als die Konkurrenz und teilweise auch den etwas besseren Wind hatte. „Es waren letztendlich viele kleine Details.“

Auch Lorenzo Bortolotti war zufrieden mit der Leistung seines Teams: „ Ich bin sehr glücklich über den zweiten Platz in diesem Rennen und auch in der Gesamtwertung. Das war ein großartiges Rennen!“ Weiter berichtete der italienische America’s Cup-Veteran, dass die „Windward“ nach dem Start als führende Yacht um die erste Marke gegangen sei und diese Position auch einige Zeit halten konnte. Der Ausbruch von Tim Kröger in südlicher Richtung brachte dann aber einen Wechsel in der Führung. „Team Europe hat eine drastische Entscheidung getroffen“, bestätigte Bortolotti. Diese hat sich ausgezahlt. „Aber nach rund zwei Tagen konnten wir sie dann wieder überholen.“ Noch besser hat es allerdings die „Bronenosec“ gemacht. Bortolotti: „Die kennen das Boot wirklich sehr gut. Meine Anerkennung für Igor und Tommaso. Sie haben eine tolle Crew, und ich freue mich für sie.“

Lange Zeit führte Team Europe auf der 600 Seemeilen langen Etappe von Helsinki nach Rostock-Warnemünde die Flotte an und hatte damit gute Chancen, sich mit einem Sieg den zweiten Platz in der Gesamtwertung zu sichern. „Wir sind aber nicht enttäuscht. Dass wir mit den beiden Führenden nicht mithalten konnten, lag ausschließlich am Speed. Wir haben uns immer richtig positioniert. Unser Navigator Wouter Verbraak hat das sehr gut umgesetzt. Außerdem haben wir nie locker gelassen, aber an die Vorderen kamen wir nicht mehr ran, mehr war nicht drin“, so Tim Kröger.

Lobend äußerte er sich über die beiden Nachwuchssegler, Anna Reinsberg-Anderssohn und Matti Cipra, die für die Langstrecke nach Warnemünde ins Team Europe aufgenommen wurden. „Das war meine erste Langstrecke, und es hat viel Spaß gemacht. Eigentlich segle ich ja 470er. Ich würde zwar nicht komplett wechseln, aber ich könnte mir schon vorstellen, immer mal wieder Offshore zu segeln“, sagte Cipra in Warnemünde.

Trotz eines sechsten Platzes auf der Langstrecke war Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein, Skipper von Team Germany, zufrieden. Die Mannschaft lag vor der Langstrecke noch auf dem zweiten Rang in der Gesamtwertung, fiel nun aber auf den vierten Platz zurück. „Wir haben eine taktische Entscheidung gefällt, die leider nicht aufgegangen ist. Dadurch sind wir so weit zurückgefallen, dass wir in einem komplett anderen Windsystem gesegelt sind und keine Chance hatten, noch an das Feld heranzukommen“, sagte der Skipper bei Ankunft in Warnemünde. Zudem hatte die „SGM“ Probleme mit dem Achterstag und musste von da an auf Nummer sicher gehen. „Wir wollten auf keinen Fall aufgeben, um uns noch den vierten Platz im Gesamtklassement zu sichern. Wir haben eine junge Crew an Bord, die fast ausschließlich aus Amateuren besteht und in dieser Konstellation noch nie zusammengesegelt ist. Deshalb können wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein.“

Dass jungen Nachwuchsseglern der Wechsel ins Offshore-Segeln nicht immer leicht fällt, bestätigte Vadim Mikhaylov, Navigator des russischen Youngster-Projekts „Gazprom Youth Sailing Challenge“. Für viele der jungen Segler war es die erste Langstreckenregatta. „Die meisten segeln viel kleinere Boote. Das ist schon ein großer Unterschied.“ Individualisten seien hier nicht gefragt, sondern Teamarbeit. „Einige Jungs hatten mit dem 3-Stunden-Wachsystem Probleme. Aber letztendlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden“. Das Nachwuchsteam belegte mit der „Tsaar Peter“ in dem 600-Seemeilen-Rennen den vierten Platz und endete in der Gesamtwertung auf Rang 5, gefolgt von Team Estland mit Skipper Alar Volmer auf Platz 6. Die russische ORC-Yacht „Blagodarnost 2“ von Sergey Pavlenko war zum Zeitpunkt der Pressemitteilung noch nicht im Ziel. Erwartete Ankunftszeit ist der 5. Juni 2014 ca. 20 Uhr.

Gesamtergebnis Swan 60 nach Leg 1, Inshore Races und Leg 2

PlatzSegelnr.BootsnameLeg 1InshoreLeg 2Punkte Total
12460Bronenosec / Team Russia33410
232010Windward / Team China715830
32860Spirit of Europe / Team Europe1291233
42660SGM / Team Germany1562445
52760Tsaar Peter / Team Russia Youth18121646
62260Petite Flamme / Team Estonia10182048

Quelle: Veranstalter, Fotos: onEdition

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