Wettbewerb „Studium Optimum“ an der Uni Rostock

Erste Runde des Wettbewerbs „Studium Optimum“ beendet – 28 universitäre Projekte werden mit fast zwei Millionen Euro gefördert.

13. Juli 2012, von
Studium Optimum
Studium Optimum

Ein Wettbewerb ohne richtigen Hauptpreis, dafür aber mit über 20000 Gewinnern, das ist „Studium Optimum“. Bei dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt wurden gestern 28 Förderungsanträge angenommen, die ab dem nächsten Semester zu einer spürbaren Verbesserung der universitären Lehre führen sollen. Dafür werden langfristig fast zwei Millionen Euro an Fördergeldern ausgeschüttet.

Projektleiter Stefan Göbel
Projektleiter Stefan Göbel

Insgesamt wurden in den letzten Monaten 79 Projektvorschläge eingereicht. Diese kamen von den einzelnen Fakultäten der Universität, aber auch von Studierenden und Institutionen im universitären Umfeld, wie dem Sprachenzentrum oder der Universitätsbibliothek. Hauptziele sollten es sein, die Studienmöglichkeiten ganz konkret zu verbessern, den Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden zu intensivieren und innovative Ideen zu fördern. „Wir sind sehr zufrieden, hätten uns aber noch mehr studentische Anträge gewünscht“, sagte Projektmitarbeiterin Cornelia Cobernuß.

Die ausgewählten Konzepte zeichnen sich durch eine hohe Bandbreite aus, sowohl was die beantragte Summe als auch was die inhaltliche Seite betrifft. Einige Planungen sind so umfangreich, dass mehrere Hunderttausend Euro hineinfließen. Die fünf Bereiche, auf die sich die Projekte erstrecken, sind integriertes Lernen, didaktische Kompetenz, Mentoring und Tutoring, Module und Curricula und Qualitätssicherung.

Professor Dr. Elmar Mohr vom Projekt "AUF Qualitätsoffensive in Studium und Lehre"
Professor Dr. Elmar Mohr vom Projekt "AUF Qualitätsoffensive in Studium und Lehre"

Zur Qualitätssicherung zählt auch das an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät ausgezeichnete Konzept „AUF Qualitätsoffensive in Studium und Lehre.“ Ungefähr 350.000 Euro fließen in diesen Bereich. Damit sollen unter anderem 25 Hilfskraftstellen geschaffen werden. Sie sollen vor allem Probleme im gesamten universitären Lebenszyklus erkennen und an Lösungen arbeiten. „Wir wollen schon bei den Bewerbern auf Studienplätze anfangen, Verbesserungspotential zu nutzen“, erzählte Projektmitglied Dr. Elmar Mohr. Wie in vielen anderen Projekten geht es hier also vor allem um Evaluation und der daraus resultierenden Qualitätsverbesserung.

Bald noch mehr Teil des Studiums? Professor Dr. Clemens Cap mit einem Smartphone vom Projekt "Tweedback"
Bald noch mehr Teil des Studiums? Professor Dr. Clemens Cap mit einem Smartphone vom Projekt "Tweedback"

Im Bereich „integriertes Lernen“ ist das Projekt „Tweedback“ der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik und der Universitätsmedizin angesiedelt. Die Namensähnlichkeit mit dem Kurznachrichtendienst Twitter ist dabei nicht zufällig. Denn das vom Projektteam um Professor Dr. Clemens Cap und Professor Thomas Mittlmeier entwickelte Tool soll auf eine ganz ähnliche Weise funktionieren. „In den Vorlesungen nutzen die meisten Studenten eh Laptops und Smartphones, warum nicht auch, um mit dem Dozenten zu kommunizieren?“

Der Dozent bekommt auf einem Gerät dann ein Livefeedback und kann auf häufige Fragen eingehen. Ein Prototyp, der auf einer Tagung eingesetzt wurde, hat schon einmal sehr gut funktioniert. Mit den 60.000 Euro Fördergeld soll die technische Entwicklung, eine didaktische Begleitung und punktuell auch die Lehrsaalausstattung verbessert werden, damit „Tweedback“ überhaupt eingesetzt werden kann. Wenn alles gut läuft, könnten im Frühjahr auch erste universitäre Testläufe starten.

In den nächsten Wochen wird das Team vom Projekt „QualitätsDialog“, in das „Studium Optimum“ eingebettet ist, die Vorbereitungen treffen, damit alle Projekte zum Beginn des Wintersemesters mit der Arbeit anfangen können. Dann geht der Wettbewerb auch in eine zweite Runde, sodass bis zum 4. Dezember Zeit ist, weitere Vorschläge einzureichen, für die dann noch mal fast eine Million Euro ausgeschüttet werden sollen. Wie schnell jedoch merkbare Verbesserungen im Studium einsetzen, bleibt abzuwarten.

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