Warnemünder Sandwelt 2022 erzählt Märchen vom Meer

Von Sindbad, dem Seefahrer, bis zur kleinen Meerjungfrau gestalten internationale Künstler ihre Sandskulpturen bei der 12. Warnemünder Sandwelt an Karls Pier 7

8. April 2022, von
12. Warnemünder Sandwelt 2022 - Sandskulpturenausstellung an Pier7 - Andrius Petkus (Litauen, hinten), Othmar Schiffer-Belz (Deutschland, v.l.), Susanne Ruseler (Niederlande), Michela Ciappini und Leonardo Ugolini (beide Italien)
12. Warnemünder Sandwelt 2022 - Sandskulpturenausstellung an Pier7 - Andrius Petkus (Litauen, hinten), Othmar Schiffer-Belz (Deutschland, v.l.), Susanne Ruseler (Niederlande), Michela Ciappini und Leonardo Ugolini (beide Italien)

Sturm, Regen und Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. „Wir haben diese Woche leider nicht das beste Sandweltwetter erwischt“, sagt Othmar Schiffer-Belz, künstlerischer Leiter der Warnemünder Sandwelt. In den warmen Jacken der Eiswelt trotzen die vier internationalen Künstler seit vergangenem Freitag dem Wetter und gestalten an Karls Pier 7 in Warnemünde ihre Kunstwerke aus Sand.

Mit Schaufel, Spatel, Pinsel und speziellem Sand

Die bis zu sechs Meter breiten und dreieinhalb Meter hohen Skulpturen bestehen aus speziellem Sand, der extra aus einer Grube im brandenburgischen Niederlehme kommt. Anders als die rundgeschliffenen Sandkörner am Ostseestrand hat er eine eckige Kornstruktur, erklärt Schiffer-Belz. Wird er angefeuchtet und zusammengedrückt, verzahnen sich die Sandkörnchen.

Etwa 300 Tonnen werden für die Warnemünder Sandwelt insgesamt benötigt. Der größte Teil wurde aus den Skulpturen des Vorjahrs wiederverwendet, eine neue Fuhre Material kam hinzu. Bevor die Künstler Hand anlegen konnten, wurde der Sand mit einem massiven Holzgestell etagenweise eingeschalt und wie im Straßenbau verdichtet. So entstanden die stabilen, pyramidenförmigen Rohlinge, aus denen die Bildhauer ihre Figuren herausarbeiten. Für die groben Strukturen greifen sie zur Schaufel, feine Details arbeiten sie mit Spachtel, Pinsel und Pusterohr heraus.

Susanne Ruseler gestaltet die Sandskulptur „Die kleine Meerjungfrau“
Susanne Ruseler gestaltet die Sandskulptur „Die kleine Meerjungfrau“

Internationale Künstler gestalten Warnemünder Sandwelt

Gestaltet wird die 12. Warnemünder Sandwelt von vier internationalen Künstlern, die umfangreiche Erfahrungen im Modellieren von Sand- und Eisskulpturen haben. Der litauische Bildhauer Andrius Petkus, Rekordhalter für die größte Eisskulptur in Vilnius, hat sich in diesem Jahr vom Märchen „Der Froschkönig“ der Brüder Grimm inspirieren lassen. Um schneller zu seinem erlösenden Kuss zu kommen, hat sich sein Froschkönig einen Trick einfallen lassen: Er versteckt sich in einem Glas voller Trinkhalme und wartet darauf, dass ihn jemand beim Trinken versehentlich küsst.

Nebenan gestaltet die niederländische Künstlerin Susanne Ruseler das Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen.

Mit Spachtel und Blasrohr arbeitet Michela Ciappini feinste Details aus der Sandskulptur heraus
Mit Spachtel und Blasrohr arbeitet Michela Ciappini feinste Details aus der Sandskulptur heraus

Erstmals in Warnemünde dabei ist die italienische Sandkünstlerin Michela Ciappini. Zusammen mit ihrem Landsmann Leonardo Ugolini formt sie die große Skulptur am Fähranleger auf beiden Seiten mit Motiven aus „Sindbad der Seefahrer“. Auf der Vorderseite wird dargestellt, wie Sindbad auf der Insel Kolossa den Zauberer Sokurah vor einem Zyklopen rettet. Von der Wasserseite aus ist zu sehen, wie Sindbad sich mit seinem Turban an den Fuß des Riesenvogels Roch bindet und so von der einsamen Insel entkommt.

Der russische Künstler Dmitry Klimenko konnte in diesem Jahr nicht nach Warnemünde reisen, seine Poseidon-Sandskulptur aus dem Vorjahr bleibt stehen.

Sandskulpturenausstellung bis zum 30. Oktober 2022 geöffnet

Noch bis Sonntagabend kann den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut werden. Anschließend bleibt die Open-Air-Ausstellung bis zum 30. Oktober 2022 geöffnet, der Eintritt ist frei.

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