Jetzt online über Zukunftsszenarien für Rostock diskutieren

Zweite Beteiligungsphase für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes gestartet

20. August 2018
Am Info-Mobil können Rostocker Zukunftsszenarien für die Stadt diskutieren.
Am Info-Mobil können Rostocker Zukunftsszenarien für die Stadt diskutieren.

Heute startete die zweite Online-Beteiligung im Stadtdialog zum Zukunftsplan, dem Flächennutzungsplan (FNP). Bis Sonntag, 9. September 2018, können online drei Szenarien für Rostocks Zukunft angeschaut, kommentiert und bewertet werden. Die Ergebnisse der Online-Beteiligung werden in einem Zukunfts-Workshop am 29. September 2018 in der Nikolaikirche vorgestellt und vertieft diskutiert. Bis Ende 2018 soll ein breit getragenes Szenario als Grundlage für den Vorentwurf des Flächennutzungsplans vorliegen.

Auf der Internetseite www.zukunftsplan-rostock.de können bis zum 9. September drei mögliche Szenarien für die künftige Entwicklung der Stadt kommentiert und favorisiert werden. In die Szenarien sind zahlreiche Anregungen aus der ersten Beteiligungsphase eingeflossen. Jedes Szenario zeigt eine Lösung, um die nötigen Bauflächen im Stadtgebiet zu verteilen: Rostock könnte in drei neuen Stadtteilen (in Biestow, Evershagen und Lichtenhagen), in einem großen neuen Stadtteil (in Biestow, Evershagen oder Lichtenhagen) oder in vielen kleinen Baugebieten wachsen.

„Wir wünschen uns eine breite und kontroverse Diskussion, um gemeinsam den besten Weg für Rostocks Zukunft herauszuarbeiten“, sagt Senator Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski. „Die Szenarien-Diskussion zeigt Stärken und Schwächen jeder Lösung, aber auch Interessenkonflikte auf, um Kompromisse zu ermöglichen“, so Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft, das den Dialog steuert.

Die Ergebnisse der Online-Beteiligung werden in einem Zukunfts-Workshop am Sonnabend, 29. September 2018, von 13 bis 18 Uhr vorgestellt und vertiefend diskutiert. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich, entweder per E-Mail an info@zukunftsplan-rostock.de oder telefonisch unter Tel. 040 430947 55.

Ziel ist es, ein von möglichst vielen Rostockerinnen und Rostockern getragenes Szenario zu entwickeln, das Ende 2018/Anfang 2019 in einem Ergebnis-Forum präsentiert wird. Das Szenario wird eine Grundlage für den Vorentwurf des Flächennutzungsplans sein, der ab 2019 ausgearbeitet wird. Es schließt sich dann das förmliche Verfahren nach dem Baugesetzbuch mit weiterer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an.

Parallel zur zweiten Online-Beteiligung ist wieder das Mitmach-Mobil an vier Tagen in Rostock unterwegs.  Der Stadtdialog wird im Auftrag der Hanse- und Universitätsstadt Rostock von dem Hamburger Kommunikationsbüro Superurban in Kooperation mit Markus Birzer (Moderation) und dem Büro We-Build.City (Online-Beteiligung) durchgeführt.

Hintergrund

Was ist der Anlass für den Stadtdialog?
Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock ist der zentrale Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturstandort in Mecklenburg-Vorpommern. Laut aktuellen Prognosen wird die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner in den nächsten 20 Jahren weiter um mindestens 25.000 Menschen ansteigen. Es werden neue Bau- und Freiflächen für unterschiedlichste Bedürfnisse erforderlich, um den Bedarf von zukünftig rund 230.000 Menschen befriedigen zu können. Für das zu erwartende Wachstum wird die Stadt den neuen Flächennutzungsplan (FNP) ausarbeiten. Der Plan legt fest, welche Flächen künftig für Wohnungsbau, Gewerbe und Industrie sowie für Wissenschaft und Forschung aber auch für Freizeit- und Erholung, städtisches Grün und Verkehrswege bereitgestellt werden.

Was ist ein Flächennutzungsplan?
Der Flächennutzungsplan (FNP) legt für das gesamte Gebiet von Rostock in groben Zügen die künftige Nutzung fest: Wo wird gewohnt? Wo ist welches Gewerbe? Wo sind welche Infrastrukturen? Welche Flächen werden künftig nicht baulich genutzt? Der FNP ist wichtig: Auf seiner Grundlage entstehen alle rechtsverbindlichen Bebauungspläne der Stadt.

Was passiert mit den Beiträgen aus dem Beteiligungsprozess?
Alle Beiträge (Online-Beteiligung, Mitmach-Tour, Veranstaltungen) werden gesichert und auf der Internetseite öffentlich dokumentiert. Nach dem abschließenden Forum werden die Ergebnisse der Beteiligung in einer Broschüre zusammengefasst, die als Entscheidungshilfe an die Rostocker Politik übermittelt wird.

Wie geht es nach dem Ergebnis-Forum weiter?
Mit dem Ergebnis-Forum endet diese Phase des Stadtdialoges. Anschließend wird ab 2019 zunächst mit der Erarbeitung des Vorentwurfs des Flächennutzungsplans begonnen. Dieser wird dann in weiteren Beteiligungsverfahren wieder öffentlich diskutiert.

Wo und wann ist das Mitmach-Mobil im Einsatz?
Jeweils in der Kröpeliner Straße bzw. am Universitätsplatz:
am Montag, 20. August 2018, von 11 bis 15 Uhr,
am Dienstag, 21. August 2018, von 16 bis 20 Uhr,
am Mittwoch, 29. August 2018, von 16 bis 20 Uhr, sowie
am Sonntag, 2. September 2018, in der Stadthalle Rostock bei der Veranstaltung beneFIT 2018.

Weitere Informationen:
www.zukunftsplan-rostock.de

Quelle: Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Pressestelle

Schlagwörter: Bürgerbeteiligung (23)Flächennutzungsplan (4)Wohnungsbau (8)

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1 Kommentar

  • Nadine K. sagt:

    Dieser Artikel zeigt vorwiegend einen positiven Blickwinkel dieser Bürgerabstimmung, jedoch nicht die Nachteile, die durch die zukünftige Stadtplanung für viele Bürger entstehen. Bei allen zur Wahl stehenden Szenarien werden Kleingartenanlagen einfach wegrationalisiert und durch „Beton“ ersetzt. Also vor was für eine Wahl bzw. Abstimmung werden wir hier gestellt? Man kommt demnach vom Regen in die Traufe.
    Außerdem ist die Internetseite https://zukunftsplan-rostock.de so kompliziert aufgebaut, dass die Inhalte nicht schlüssig sind und das Votum nicht leicht abzugeben ist. Vielleicht fällt deshalb die Beteiligung an dieser Umfrage noch sehr gering aus. Zumal viele ältere Menschen bzw. Pächter eines Kleingartens gar keinen Zugang zu digitalen Medien besitzen, sich nicht informieren können und demnach auch keine Möglichkeit haben sich zu dem Zukunftsplan unserer Stadt zu äußern und sich zu wehren.
    Ich als Kleingärtner bin schockiert mit welcher Skrupellosigkeit mit unseren grünen Oasen „russisches Roulette“ gespielt wird. Man ist verunsichert, wie lange die Anlagen noch existieren, kann man noch Projekte in den Anlagen oder in der eigenen Parzelle verwirklichen, werden die Vereine die leerstehenden Gärten unter diesem Aspekt der Wegrationalisierung noch los?!
    Ich frage mich, ob nur das Geld im Vordergrund steht?
    Die ökologische Notwendigkeit der Kleingärten und Grünflächen sind unabdingbar für unser städtisches Gleichgewicht und sollte nicht so leichtfertig mit Füßen getreten werden. Das Bienensterben ist ein großes, aktuelles Thema und wir als Kleingärtner können maßgeblich dazu beitragen mit einer Vielfalt an Blüten und aufgestellten Insektenhotels dieses Problem zu lösen. Zudem bieten unsere Kleingärten mit Grünflächen, Bäumen, Biotopen, Tümpeln und Teichen vielen Vögeln und Kleintieren Nist- und Lebensräume. Diesen Faktoren darf man nicht einfach ignorieren, denn sie sind auch ein wichtiges Fundament für das zukünftige Zusammenleben zwischen Mensch und Natur.
    Aber auch von meinem emotionalen Standpunkt als Kleingärtner muss ich an die Planer plädieren, denn nicht nur Flora und Fauna würden durch einen Wegfall unserer Anlagen benachteiligt, sondern auch die soziale Komponente, die mit dieser Kultur verknüpft ist.
    Gärtnern lehrt uns so viel und ist ein wichtiger Ausgleich für den täglichen Stress und die Hektik in unserer Stadt. Viele Generationen kommen zusammen und pflegen Ihre Parzelle und in Gemeinschaft Ihre Anlagen. Die sozialen Kontakte, Gespräche und der Austausch sind ein bedeutsamer Grund einen Garten zu haben oder sich einen anzuschaffen. Auch für Familien mit Kindern ist es ein geschätzter und kostengünstiger Rückzugsort, um gemeinsame Erlebnisse und Abenteuer zu teilen. Wir können unsere Kinder im wahrsten Sinne des Wortes lehren, dass man erntet, was man sät. Wir wünschen uns, dass auch unsere Kinder und deren Kinder dieses Erbe und diese Kultur weiterreichen können und dass sie nicht für Gewerbe oder Wohnungen „sterben“ muss.

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