Preisvergabe beim 20. Landesfilmfest MV 2010

Rostocker Nachwuchsfilmer räumen Preise ab

7. November 2010, von
Yves Bartell von New X-iT gewann mit "Glashagen" den Hauptpreis des 20. Landesfilmfestes Mecklenburg-Vorpommern
Yves Bartell von New X-iT gewann mit "Glashagen" den Hauptpreis des 20. Landesfilmfestes Mecklenburg-Vorpommern

Ein junger Mann will mit einem Bus nach Glashagen fahren. Glashagen? Gleich mehrere Dörfer in Mecklenburg-Vorpommern tragen diesen Ortsnamen. Und natürlich landet der junge Mann im falschen. Aber damit nicht schlimm genug. Die Fahrt nach Glashagen entwickelt sich zu einem Horrortrip. Ungemütliche Gesellen tauchen in dem Dorf auf: Skinheads, ewig gestrige Ossis, dem Alkohol-Zugeneigte – so wie man sich die Dorfbewohner im Nordosten halt so vorstellt.

Die Jury des 20. Landesfilmfestes Mecklenburg-Vorpommern
Die Jury des 20. Landesfilmfestes Mecklenburg-Vorpommern

Aus dieser Geschichte hat New X-iT, eine Gruppe aus zwanzig Rostocker Schülern und Studenten, unter der Regie des Politikwissenschaftsstudenten Helge Eisenberg einen fünfzehnminütigen Film gedreht. Am Wochenende war „Glashagen“ beim 20. Landesfilmfest Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Das satirische „Roadmovie ohne Auto“ räumte hier gleich mehrere Preise ab. Als einziger der insgesamt 42 Beiträge des Landesfilmfestes erhielt er von der Jury die volle Punktzahl und gewann so den Hauptpreis. Auch die kleine Trophäe für die beste Filmidee konnte Yves Bartell entgegennehmen. Der Schüler der Rostocker Werkstattschule ist einer der beiden Hauptdarsteller und freut sich nun, dass „Glashagen“ im nächsten Jahr auch auf dem Bundesfilmfestival Spielfilm in Wiesbaden gezeigt wird.

Szene aus "Nefastus" mit Luise Heyer und Mark Auerbach
Szene aus "Nefastus" mit Luise Heyer und Mark Auerbach

Bleibt zu hoffen, dass der Film dort bei Jury und Publikum genauso gut aufgenommen wird wie im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Denn auch die Zuschauer des Landesfilmfestes Mecklenburg-Vorpommern honorierten den Kurzspielfilm mit einem zweiten Platz in der Publikumswertung. Damit musste sich „Glashagen“ nur dem zweiten großen Abräumer des Wochenendes geschlagen geben: „Nefastus“.

Dessen Macher Kristian Erdmann, Anne Mantei, Stephan Kretschmann, Holger Salisch, Kathleen Teichmann und Lutz Teichmann dürfen nun ein vom Publikum gefülltes kleines rosafarbiges Sparschweinchen als Preis mit nach Hause nehmen.

Anne Mantei und Stephan Kretschmann gewannen mit Nefastus den Publikumspreis
Anne Mantei und Stephan Kretschmann gewannen mit Nefastus den Publikumspreis

Und was hat dem Publikum an der Geschichte des einsamen Postboten, der das Postgeheimnis verletzt und in den Briefen der Menschen lebt, gefallen?

Es lag vielleicht an der ungewohnten Machart des Films. „Wir haben uns mit einem alten Medium, dem Stummfilm beschäftigt. Das ist ein sehr ästhetisches Medium und spricht vielleicht auch besonders die Jüngeren an“, vermutet Stephan Kretschmann. Anne Mantei ergänzt: „Die Sprache fällt weg. Es ist ein Schwarz-Weiß-Film. Da muss man mit viel subtileren Mitteln arbeiten.“

Die beiden absolvieren gerade eine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton. Die Idee zu diesem Film ist in einem Kurs entstanden, der von Mark Auerbach geleitet wurde, der gemeinsam mit der HMT-Absolventin Luise Heyer auch die Hauptrolle übernahm.

Da die Vorbereitungen zu „Nefastus“ im Vergleich zu den anderen Wettbewerbsteilnehmern nach Meinung der Jury die aufwendigsten waren, wurde auch diese Leistung des Filmteams mit einem Sonderpreis gewürdigt.

Wer nach diesem Wochenende weitere Filme made in Mecklenburg-Vorpommern sehen möchte, der sollte sich den kommenden Mittwoch vormerken. Beim Studentischen Kurzfilmfestival „Golden Toaster“ im LiWu wird dann eine Auswahl aktueller Arbeiten von Studierenden der Hochschulen des Landes gezeigt.

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