Medienkompetenz-Preis M-V 2012 im Stadthafen verliehen

Die mit 1000 Euro dotierten Preise für Medienkompetenz gehen 2012 ans Jugendmediencamp und an die Grundschule nach Kargow

10. Mai 2012, von
Vergabe des Medienkompetenz-Preises M-V 2012 im Theater im Stadthafen
Vergabe des Medienkompetenz-Preises M-V 2012 im Theater im Stadthafen

Zwei dicke Fische suchten heute im Stadthafen ein neues Zuhause. Viele haben ihre Angelruten vergeblich ausgeworfen, denn nur in Kargow und in einem kleinen Dorf bei Neustrelitz werden die Tiere ihr restliches Leben verbringen. Die Rede ist aber nicht von Aquariumsbewohnern, sondern von den MeKofischen. Diese wurden heute im Rahmen des Medienkompetenz-Preises M-V 2012 im Theater im Stadthafen mit einem spannenden Programm vergeben.

Spannend deshalb, weil sich insgesamt acht Projekte Hoffnung auf die zwei Preise machen durften. Diese wählte eine Jury vorab aus den insgesamt 40 eingereichten Projekten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern aus. Dabei war Rostock mit neun Einsendungen am häufigsten vertreten. Die anderen Projekte waren kreuz und quer verstreut, von Wolgast bis Ludwigslust und von Neubrandenburg bis Kühlungsborn.

Zwei MeKofische warten auf ein neues Zuhause
Zwei MeKofische warten auf ein neues Zuhause

Seit 2006 vergeben die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur die Preise in zwei Kategorien. Mit je 1000 Euro Preisgeld und einer Fischstatue werden sowohl ein außerschulisches als auch ein schulisches Projekt ausgezeichnet. Dabei werden Institutionen belohnt, die Medienkompetenz modellhaft an Menschen aller Altersgruppen vermitteln und dabei auch eine gewisse Nachhaltigkeit anstreben.

Die vertretenen Medienformen waren auch in diesem Jahr wieder breit gefächert. So war eine Foto AG nominiert, die im letzten Jahr den Sonderpreis der Jury gewann, verschiedene Filmprojekte, Nachrichtensendungen, Hörspiele, ein Schulversuch und sogar ein Jugendmediencamp. Inhaltlich wurden meist lokale Themen behandelt, zum Beispiel Entwicklungen in der Stadt oder an der Schule, aber auch der Umgang mit sozialen Netzwerken oder die Integration von Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen.

"Filmwerkstatt befähigt" - Wismarer Werkstätten
"Filmwerkstatt befähigt" - Wismarer Werkstätten

Letzteres war bei „Filmwerkstatt befähigt“ der Fall. Das Video-Projekt gestalteten 13 Teilnehmer der Wismarer Werkstätten zum 20. Jubiläum der Einrichtung. Die dort arbeitenden Männer und Frauen haben selbst eine körperliche oder geistige Einschränkung und dokumentierten ihren Arbeits- und Lebensalltag. Auf der Bühne präsentierten sie sich äußerst sympathisch. Ein Teilnehmer antwortete auf die Frage nach seiner Motivation: „Die Welt braucht Farbe und wir wollten zeigen, dass wir auch ganz normale Menschen sind.“

Medienkompetenz-Preis M-V 2012 im Theater im Stadthafen - Die Preisträger
Medienkompetenz-Preis M-V 2012 im Theater im Stadthafen - Die Preisträger

Im Wettbewerb musste sich das Projekt, das vom Filmbüro MV betreut wurde, nur dem Jugendmediencamp geschlagen geben. Dieses sogenannte „Cross-Media-Projekt“ wird seit 18 Jahren vom Jugendpresseverband Brandenburg e. V. in einem kleinen Dorf bei Neustrelitz durchgeführt. Jugendliche zwischen 14 und 24 können dort in verschiedenen Workshops intensiv in alle Medienbereiche, wie Radio, Zeitung und Fernsehen, aber auch in verschiedene kreative Angebote, reinschnuppern. Das Camp hat das Motto „Mit der Technik in die Pampa“, weil die ungefähr 150 Teilnehmer alle auf einer großen Wiese zelten und arbeiten.

Ben, Hanna und Robert vom Jugendmediencamp
Ben, Hanna und Robert vom Jugendmediencamp

Ben, Hanna und Robert nahmen Fisch und Scheck stellvertretend für das über ganz Deutschland verteilte Organisationsteam entgegen. Vor allem Hanna, die 2009 als Teilnehmer auf dem Camp angefangen hat, war außer sich vor Freude: „Ich bin völlig aus dem Häuschen.“ Die Drei haben überhaupt nicht mit der Auszeichnung gerechnet: „Ich dachte, wir fahren entspannt nach Rostock, haben einen schönen Tag und fahren dann wieder“, erzählt Ben. Das Preisgeld wollen sie vor allem in Vorbereitung und Fahrtkosten der ehrenamtlichen Organisatoren investieren.

Video-Projekt "Schülerfernsehen" der Sophie Medienwerkstatt e.V.
Video-Projekt "Schülerfernsehen" der Sophie Medienwerkstatt e.V.

Im schulischen Bereich erreichte das Video-Projekt „Schülerfernsehen“ der Sophie Medienwerkstatt e. V. aus Hagenow und Wittenburg den sehr guten zweiten Platz. Die Schüler konnten dabei selbst einmal richtig Fernsehen machen und in alle Bereiche vor und hinter der Kamera einen Einblick bekommen. Neben schulinternen Themen gab es auch Interviews, etwa mit Harald Ringstorff. Auch wenn die Hintergründe wichtig und spannend waren, erzählten die Schüler, dass vor allem der Spaß im Mittelpunkt stand.

Schüler der Grundschule Kargow - "Alles über uns Kraniche"
Schüler der Grundschule Kargow - "Alles über uns Kraniche"

Die Gewinner des Medienkompetenz-Preises M-V 2012 im Bereich Schule waren zugleich auch die jüngsten Teilnehmer. „Alles über uns Kraniche“ können Zuhörer des spannenden Hörspiels der Kargower Grundschule „Uns lütt Schaul“ erfahren. Die kleine Schule hat nur drei Stammlehrer und insgesamt 48 Schüler. Die Viertklässler schrieben kleine Geschichten zu dem heimischen Vogel und machten daraus in Zusammenarbeit mit dem Medientrecker spannende Hörspiele. Die Jury lobte, dass neben dem Umgang mit der Technik auch die Arbeit im Team trainiert wurde.

Mit dem Medienkompetenz-Preis schwamm auch das diesjährige FiSH, das Festival im Stadthafen, seine ersten Runden. Den offiziellen Startschuss gab es dann am Abend, passenderweise mit dem Film „Über das Meer“, der von allen Seiten sehr gelobt wurde. Bis Sonntag dürften Filmfreunde im Rostocker Stadthafen nun auf ihre Kosten kommen.

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2 Kommentare

  • K.-W.Wolff sagt:

    Ich bedauere zwei Dinge – die nichts mit meinen Glückwünschen an die Gewinner des Preises 2012 zu tun haben.
    Egal wie schwierig es ist, aber es sollte möglich sein, die Platzierten durch Nennung der Projekte und der Autoren zu würdigen.
    Ist es zeitgemäß, dass die Bewerbung durch „Selbstanzeige“ geschieht? Mich um einen Preis zu bewerben….. Oder hat das etwas mit der Aussage der ehem. Ministerin aus Brandenburg (R. Hildebrandt) zu tun, dass das letzte Schuljahr dem Schauspiel gehören sollte?

  • Andre sagt:

    Lieber K.-W.Wolff,
    die Nennung von insgesamt 40 Projekten wäre meiner Meinung nach zu viel gewesen, daher habe ich nicht jedes einzelne Projekt genannt. Ich habe aber die Seite des Medientreckers verlinkt, wo man sich Informationen über die Teilnehmer einholen kann.
    Den zweiten Punkt kann ich nicht wirklich nachvollziehen, vielleicht könnten Sie Ihre Kritik da noch etwas konkretisieren.

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