Spektakuläre Polarlichter über Warnemünde
Vergangene Nacht konnten in Deutschland wieder intensive Polarlichter beobachtet werden – wir haben auf der Westmole in Warnemünde Fotos und einen Zeitraffer erstellt.
20. Januar 2026, von Olaf
In der vergangenen Nacht konnten in ganz Deutschland außergewöhnlich intensive Polarlichter beobachtet werden. Auch über der Ostseeküste vor Warnemünde zeigte sich das Naturschauspiel in beeindruckender Form – wir haben die Polarlichter von der Westmole aus fotografiert und zusätzlich einen Zeitraffer von der Hafeneinfahrt erstellt.
Während das Polarlicht (Nordlicht, Aurora borealis) in Ländern wie Island, Schweden oder Finnland vergleichsweise häufig auftritt, ist es in unseren Breiten ein seltenes Ereignis. Umso bemerkenswerter war diese Nacht: Die Polarlichter waren in weiten Teilen Deutschlands deutlich mit bloßem Auge sichtbar und lockten zahlreiche Fotografen sowie Schaulustige an die Warnemünder Ostseeküste.
Der Grund für die außergewöhnliche Sichtbarkeit lag in der extremen Stärke des auslösenden Sonnensturms. Es handelte sich um einen Sonnensturm der zweithöchsten Stufe S4 (schwer) und damit um den stärksten registrierten Sonnensturm seit dem 29. Oktober 2003 – also seit über 20 Jahren. Ereignisse dieser Intensität sind äußerst selten und erklären, warum die Polarlichter selbst in Deutschland ungewöhnlich hell, strukturiert und langanhaltend zu sehen waren.
In diesem Artikel zeigen wir euch nicht nur Fotos und ein Zeitraffer-Video der Polarlichter aus Warnemünde, sondern geben euch auch Tipps, wie, wann und wo sich Nordlichter am besten beobachten und fotografieren lassen – selbst mit dem Smartphone.
Polarlichter über Warnemünde

Üblicherweise fotografiert man Polarlichter an möglichst dunklen Orten fernab künstlicher Lichtquellen. In dieser Nacht war das Polarlicht jedoch derart hell und intensiv, dass Aufnahmen trotz strahlender Molenfeuer und hell erleuchteter, vorbeifahrender Schiffe von der Warnemünder Westmole aus möglich waren.
Die offene Ostsee, die Hafeneinfahrt und die markante Mole bildeten dabei eine außergewöhnliche maritime Kulisse für das leuchtende Schauspiel am Nachthimmel.
Besonders eindrucksvoll: Die Nordlichter zeigten sich nicht nur – wie der Name vermuten lässt – im Norden. Von der Westmole aus war grünes Polarlicht sogar in südlicher Richtung über dem Seebad Warnemünde zu sehen, vom Hotel Neptun bis hinüber zum Leuchtturm.
Polarlichter mit dem Smartphone fotografieren
Um Polarlichter zu fotografieren, benötigt man keine teure Kameraausrüstung für mehrere Tausend Euro. Auch mit aktuellen Smartphones lassen sich problemlos spektakuläre Aufnahmen erzielen.
Zwar sind die Bildsensoren in Smartphones aus Platzgründen vergleichsweise klein, dafür verfügen sie meist über lichtstarke Objektive mit großer Offenblende. Zudem sind in modernen Geräten mehrere Kameras verbaut, darunter häufig Ultra-Weitwinkelobjektive, mit denen sich ein großer Teil des Himmels erfassen lässt – ideal für Polarlichter.
Wichtig ist:
- Nachtmodus aktivieren
- Blitz ausschalten
- Smartphone möglichst ruhig halten oder auf einem Stativ fixieren
Polarlichter mit dem bloßen Auge sehen

In Deutschland sind Polarlichter häufig nur fotografisch nachweisbar, da Kameras mit längeren Belichtungszeiten deutlich mehr Licht erfassen als das menschliche Auge.
In der vergangenen Nacht war dies anders: Die Nordlichter waren klar und strukturiert mit bloßem Auge sichtbar. Entscheidend für eine gute Beobachtung ist ein möglichst dunkler Standort sowie ausreichend Zeit für die Dunkeladaption der Augen. Der Strand mit freiem Blick auf die Ostsee erweist sich hierfür als ideal.
Die Anpassung der Augen an die Dunkelheit dauert mindestens zehn bis 15 Minuten. Wichtig ist, in dieser Zeit nicht auf helle Handy-Displays oder andere Lichtquellen zu schauen.
Wie entstehen Polarlichter?

Polarlichter entstehen durch starke Sonneneruptionen, bei denen es zu einem erdgerichteten koronalen Massenauswurf (Coronal Mass Ejection, CME) kommt. Trifft die dabei freigesetzte Plasmawolke aus Elektronen, Protonen und weiteren Teilchen auf das Magnetfeld der Erde, wird dieses stark verformt.
Man spricht von einem geomagnetischen Sturm, der auch technische Auswirkungen haben kann – etwa auf Satelliten, Navigations- und Kommunikationssysteme oder in Extremfällen auf Energienetze.
Dringen die geladenen Teilchen entlang der Magnetfeldlinien in die obere Erdatmosphäre ein, regen sie dort Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle zum Leuchten an. Je nach Höhe und Teilchenart erscheinen die Polarlichter grün, rot oder violett.
Behauptungen, Polarlichter würden künstlich durch HAARP erzeugt, entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage und sind nachweislich falsch.
Wann sind Polarlichter in Norddeutschland zu sehen?
Polarlichter treten hauptsächlich in einem Gürtel um die magnetischen Pole der Erde auf. Bei starken geomagnetischen Stürmen kann sich dieses sogenannte Polarlichtoval jedoch weit nach Süden verschieben – bis nach Mitteleuropa und Deutschland.
Eine exakte Vorhersage ist nicht möglich, dennoch gibt es hilfreiche Informationsquellen. Internationale Daten liefert unter anderem SpaceWeatherLive. Für norddeutsche Breitengrade bietet Michael Theusner auf seiner Website eine übersichtlich aufbereitete Echtzeit-Polarlichtvorhersage an.
Zeitraffer-Video von den Polarlichtern in Warnemünde (19. Januar 2026):
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