FRIEDA-Aktie im Rathaus vorgestellt

Aktiengesellschaft KARO stellt alternativen Weg zur Kulturförderung in der Hansestadt vor

20. Februar 2012, von
Vorstellung der FRIEDA-Aktie im Rathaus
Vorstellung der FRIEDA-Aktie im Rathaus

Wenn es um Kultur geht, geht es fast immer auch um Geld. Bereits im Vorfeld der Oberbürgermeister-Wahl lockte das Kandidatengespräch zum Thema Kultur zahlreiche Besucher in die Bühne 602. Thema war dort auch die Frieda 23 – ein besonders ambitioniertes Projekt, um ein kulturelles Zentrum in Rostock zu schaffen. Mit der Vorstellung der FRIEDA-Aktie wurde heute im Rathaus ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung des Kulturzentrums getan.

Ursprünglich war das Haus in der Friedrichstraße ein Schulgebäude, 2005 zogen Kunstschule und Institut für Neue Medien hier ein. Gleichzeitig bemühten sich die beiden Einrichtungen um einen Umbau der Frieda 23. Anfangs noch als GbR wurde Ende 2008 die gemeinnützige Aktiengesellschaft KARO (Kultur-Aktien Rostock) als Betreibergesellschaft gegründet. Das Ziel der Organisation ist es, gemeinnütziges Kulturkapital zu sammeln. Vier Akteure haben sich zur KARO gAG zusammengeschlossen: das Institut für Neue Medien, die Kunstschule Rostock, das Lichtspieltheater Wundervoll (Li.Wu.) und der lokale Radiosender Lohro.

Sascha Wawerek (Förderverein Lohro), Anne Kellner (Li.Wu.), Simone Briese-Finke (Kunstschule), Ingo Körber (Lohro), Sven Ehrecke (Institu für neue Medien), Wanja Tolko (Kunstschule Rostock) und Klaus Blaudzun (Institut für neue Medien)
Sascha Wawerek (Förderverein Lohro), Anne Kellner (Li.Wu.), Simone Briese-Finke (Kunstschule), Ingo Körber (Lohro), Sven Ehrecke (Institu für neue Medien), Wanja Tolko (Kunstschule Rostock) und Klaus Blaudzun (Institut für neue Medien)

Die vier Einrichtungen wollen dann auch bis Ende 2013 das Gebäude beziehen. Insgesamt werden 2800 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen und neben den vier großen Partnern wird es auch Platz für kleinere Ateliers und Büros geben. So soll ein Ballungsraum geschaffen werden, in dem sich die Einrichtungen auch untereinander positiv beeinflussen.

Insgesamt wird momentan mit ungefähr 4,8 Millionen Euro Baukosten gerechnet. Diese werden durch Städtebaufördermittel (2,9 Mio Euro) und Finanzierungsmittel der Stadt (150.000 Euro) gedeckt. Zusätzlich wurden jedoch auch zwei Kredite aufgenommen: 1,25 Millionen Euro kommen von der Bochumer GLS Bank (Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken), 350.000 Euro von der OstseeSparkasse. Bereits jetzt wird mit 150.000 Euro Eigenmitteln der KARO gAG gerechnet. Um diese Eigenmittel aufzutreiben, wurde die FRIEDA-Aktie geboren, die Anne Kellner, Chefin des Li.Wu. und Vorstandsmitglied der KARO, heute im Rathaus vorstellte.

Anne Kellner stellt das Projekt Frieda 23 vor
Anne Kellner stellt das Projekt Frieda 23 vor

Jeder, der die Kunst- und Kulturarbeit des Vereins fördern möchte, kann ein Aktienpaket erwerben. Eine Aktie hat den Gegenwert von 25 Euro. Angeboten werden die Papiere in Paketen zu 100, 500 und 2000 Euro. Es wird zwar keine klassische Dividendenauszahlung geben, dafür gibt es eine kulturelle Rendite. Sie zeigt bürgerliches Engagement und das Interesse an der Rostocker Kulturszene. Bislang wurde bereits Aktienkapital in Höhe von 82.700 Euro gezeichnet.

Kunstaktie für die Frieda 23
Kunstaktie für die Frieda 23

Neben den drei Paketen gibt es auch noch eine spezielle Kunstaktie. Dafür soll jedes Jahr ein Rostocker Künstler besondere Bilder zur Verfügung stellen, die dann zusammen mit der Aktie an den Käufer übergeben werden. Eine Kunstaktie entspricht einer FRIEDA-Aktie, kostet aber 555 Euro. In diesem Jahr hat der Grafiker Wolfgang Friedrich eine Collage aus fünf Bildern zusammengestellt.

Einer, der von dem Ergebnis profitieren wird, ist Ingo Körber von Radio Lohro. „Jeder, der schon mal bei uns in der Margaretenstraße war, weiß, dass eine räumliche Verbesserung nötig ist. Und wir glauben, dass mit der Frieda 23 ein gutes Zusammenspiel verschiedener Medien möglich ist.“ Er beschreibt die Aktie als Versuch, neue Wege in Rostock zu gehen. Kultur sei immer schwer zu finanzieren und so versuche man, eine neue Möglichkeit zu nutzen, Gelder dafür aufzutreiben. Doch nach der Frieda 23 soll noch nicht Schluss sein. „Wir wollen mit der KARO gAG einen langfristigen Kulturpartner in Rostock etablieren.“

Bleibt abzuwarten, ob sich das Konzept einer Kulturaktie durchsetzt. Momentan steht einzig die Frieda 23 im Zentrum der Arbeit, jedoch ist fest geplant, auch nach der Fertigstellung weitere Projekte zu starten, die dann auch von einer Aktienfinanzierung unterstützt werden.

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