Uni Rostock: „Rostocker Rektoren im Spiegel der Kunst“

Ausstellung von Rektorenporträts in der Südstadtbibliothek – feierliche Übergabe des jüngsten Ölgemäldes von Prof. Strothotte in Anwesenheit der Künstlerin

14. April 2011, von
"Rostocker Rektoren im Spiegel der Kunst" in der Südstadtbibliothek
"Rostocker Rektoren im Spiegel der Kunst" in der Südstadtbibliothek

Die Universität Rostock ist reich. Denn sie ist nicht nur Hort des Wissens. In ihrer fast 600-jährigen Geschichte hat sich auch ein beachtlicher Kunstschatz angesammelt.

Neben den Universitätskleinodien, den Kunstwerken der Universitätskirche und einer Reihe von Gemälden, zählen dazu auch 130 Bildnisse von Professoren. Bis ins späte 16. Jahrhundert reicht ihre Entstehungszeit zurück.

Ulrike Angermeier und  Professor Dr. Thomas Strothotte
Ulrike Angermeier und Professor Dr. Thomas Strothotte

Eine vergleichsweise junge Tradition haben hingegen die Rektorenporträts. Anlässlich des 550.Gründungsjubiläums der Alma Mater Rostochiensis beschloss der Senat 1965, dass von allen seit der Wiedereröffnung der Universität im Jahre 1946 amtierenden Rektoren Porträts angefertigt werden sollen. Namhafte Künstler wie Bernhard Heisig, Willi Sitte und Werner Tübke beteiligten sich an der Umsetzung dieser Aufgabe.

Nun werden erstmals 18 Rektorenporträts aus diesem und den vergangenen beiden Jahrhunderten in der Gesamtschau „Rostocker Rektoren im Spiegel der Kunst“ in der Südstadtbibliothek präsentiert.

Darunter auch das jüngste Werk der Sammlung. Ein Porträt von Professor Dr. Thomas Strothotte, der die Universität von 2006 bis 2008 leitete. Bei der Ausstellungseröffnung wurde es zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Jetzt hat die Universität Rostock auch fast einen Rembrandt“, offenbarte Rektor Professor Dr. Wolfgang Schareck seine Gedanken, als er das Ölgemälde zum ersten Mal betrachtete.

Ulrike Angermeier
Ulrike Angermeier

Die Malerin Ulrike Angermeier freute sich sehr über dieses Lob, gehört der berühmte niederländische Barockmaler doch zu einem ihrer beiden „Götter der Porträtmalerei“. Besonders wie Rembrandt es versteht, durch ganz leise Gesichtsmimik das Nachdrückliche in einer Person dazustellen, fasziniert die 28-jährige Promotionsstudentin aus Bayern.

Er diente ihr deshalb als Vorbild bei der Darstellung des Stabilen. Für die Bewegung ließ sie sich von ihrem zweiten „Helden“ Rembrandts Zeitgenossen Frans Hals inspirieren. Denn der Spannungsmoment zwischen ruhig und tragend einerseits und packend und dynamisch andererseits interessierte sie besonders an ihrer Arbeit am Porträt. Beobachtet hatte sie diese Eigenschaften ihres Modells schon nach wenigen Begegnungen. Mit „einer gewissen leichten Behäbigkeit, die dann immer ganz schnell in eine Wahnsinnsdynamik hochschießt, sobald er ein Thema hat“, beschreibt sie ihren ersten Eindruck von Thomas Strothotte.

Thomas Strothotte neben seinem Porträt
Thomas Strothotte neben seinem Porträt

Und was sagt der Abgebildete selbst zu seinem Porträt? Der zeigte sich sichtlich begeistert über die Darstellung. „Ich freue mich auf jeden Fall, dass es hier ist. Was mir besonders gut gefällt, ist das, was alles nicht darin ist“, deutete er geheimnisvoll auf die Offenheit des Gemäldes hin. Aber auch einige Details, wie die Intensität der Farben in der Mitte und die besondere Symbolik des offenen Fensters für Professoren, hob er hervor.

Dabei ließen seine Körperhaltung, seine Mimik und Gestik, aber auch seine Stimme und Prosodie bei seinen Ausführungen direkt neben dem Bild keinen Zweifel daran, dass es Ulrike Angermeier gelungen war, den ehemaligen Rektor der Universität Rostock zu porträtieren.

Die Ausstellung „Rostocker Rektoren im Spiegel der Kunst“ kann noch bis zum 13. Mai kostenfrei besucht werden.

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