Chapeau Claque im MAU-Club

Lyrischer Elektro-Pop begeistert eingefleischte Fans

5. März 2011, von
Chapeau Claque im Rostocker MAU-Club
Chapeau Claque im Rostocker MAU-Club

Ein Chapeau Claque ist ein Zylinder, den Magier klassischerweise dafür benutzen, um weiße Kaninchen oder Blumensträuße daraus hervorzuzaubern. Chapeau Claque ist aber auch der Name einer jungen Band aus Erfurt, die am Donnerstag im MAU konzertierte. Einen Strauß lieblicher Songs zauberten auch sie, Maria Antonia Schmidt und ihre vier Musiker, auf die Bühne.

Umfasst von einer seidenen Elektro-Pop-Schleife enthielt dieser einen musikalischen Mix von chilligen und melancholischen Liedern bis zu sehr tanzbaren Nummern wie dem funkigen „Zum Tanz“.

Bassist Tim Kleinsorge und Sängerin Maria Antonia Schmidt
Bassist Tim Kleinsorge und Sängerin Maria Antonia Schmidt

Von Anfang an sorgte Sängerin Maria Antonia Schmidt für Intensität und Leidenschaft auf der Bühne. Im leichten Seiden-Tops und kurzer Shorts schaffte sie es im eher kühlen MAU-Club das Feuer bei ihren überwiegend weiblichen Fans zu entfachen und entledigte sich für „Pale Blue“ sogar ihrer warmen Stiefel. Ein Song, der ihr „sehr am Herzen liegt“, verriet sie den Zuhörern und pries auch gleich das neue Album „Hab und Hut“ an, auf dem das gute Stück zu finden ist. Darauf auch der nächste Titel „Platte an“, welches dann „noch mehr zum Tanzen“ animierte.

Zum Tanzen, oder eher zum Schweben, war auch gleich einer der ersten Titel „Unsere Liebe – ein Storch“, in dem die Sängerin auf einem Bein stehend und mit den Armen schwingend wie ein Vogel abzuheben schien. Eine Pose, die sie im Laufe des Konzerts noch öfter einnehmen sollte. Sie passt schließlich zu den zumeist sommerluftig-leichten Melodien der Band, die Maria Antonia Schmidt mit ihrer klaren und sanften Stimme vortrug. Beeindruckend, wie sie es verstand, diese von zuckersüß und flauschig bis eindringlich und leidenschaftlich je nach Stimmung im Song zu modulieren.

Maria Antonia Schmidt, Sängerin von Chapeau Claque
Maria Antonia Schmidt, Sängerin von Chapeau Claque

Da machte es auch gar nichts, dass die sympathische Frontfrau von Chapeau Claque mit ihren Moderationen nicht so zufrieden war (ist ja eh nur Nebensache) und etwas verlegen vom Wal (Grüße an LOHRO) zum kleinen Vögelchen und dem neuen Titel „Knallt ein Spatz“ überleitete.

Unüberhörbar hingegen hatte sich die Sängerin bei den Lyrics ihrer Songs bemüht, die vor allem auf Deutsch aber auch auf Englisch verfasst wurden. Bildgewaltig und nachdenklich setzt sich die Band darin mit dem Hier und Jetzt auseinander. Ja klar, Liebe spielt natürlich eine wichtige Rolle – wäre ja auch enttäuschend, wenn nicht – aber auch aufmerksame Beobachtungen aus dem uns umgebenden Mikro- und Makrokosmos spiegeln sich wider. Wie der Klimawandeltitel „25 Grad im November“ vom Vorgänger-Album „Fabelweiss“. Davon gab es übrigens auch noch das aufgeregte „Rot“ und das sehr gefühlvolle „Last Dance“ zuhören.

Chapeau Claque in Rostock
Chapeau Claque in Rostock

Nicht fehlen durfte natürlich auch „Pandora Kiss Miss Tragedy“, der bisher größte kommerzielle Erfolg von Chapeau Claque, die mit Northern Lite mit dem Titel „Enemy“ bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest 2007 den sechsten Platz belegten und so vielleicht dem Fernsehpublikum bekannt sein dürften.

Als letztes Lied des Rostocker Konzerts spielte Chapeau Claque „Froschtod“. Dabei musste dann schließlich auch das Publikum noch einmal deutlichen Einsatz zeigen. Mit der hymnischen Zeile „Dass wir uns im Himmel wiedersehen“ bildete es darüber hinaus einen passenden Abschluss für den Abend im MAU-Club.

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