Neue Corona-Ampel in MV

Die Corona-Ampel in Mecklenburg-Vorpommern soll einfacher und verständlicher werden – ab Freitag gelten neue Regeln, die vor allem Ungeimpfte betreffen

24. August 2021, von
Neue Corona-Ampel in MV
Neue Corona-Ampel in MV

„Es soll keine Schließungen geben“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin. Mit Impfen, Testen und Maskenpflicht will Mecklenburg-Vorpommern durch die vierte Corona-Welle im Herbst und Winter kommen.

Helfen soll dabei eine neue, vereinfachte Corona-Ampel, die noch stärker als bisher die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen berücksichtigt. „Auch in Mecklenburg-Vorpommern werden die Inzidenzen weiter steigen“, schätzt Prof. Dr. Emil Reisinger, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Unimedizin Rostock, „die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern wird aber nicht in dem Maße steigen.“ Aktuell werden 23 Erkrankte in Kliniken behandelt, etwa 80 Prozent davon sind nicht geimpft, so Reisinger. Acht Patienten liegen derzeit auf einer Intensivstation.

Corona-Ampel in MV künftig mit vier statt sechs Farben

„Klar ist: Unser Ampelsystem sieht keine Schließungen mehr vor“, betont Schwesig. „Es soll alles offenbleiben.“ Die Ampel beschreibt nur noch, welche Schutzmaßnahmen ab welcher Stufe gelten. Statt bislang aus sechs Stufen besteht die neue Corona-Ampel künftig nur noch aus den vier Farben grün, gelb, orange und rot. Gelten soll das neue System ab Freitag.

„Bei Grün ist alles im grünen Bereich“, erläutert Schwesig. Hier gelten die bekannten Hygienemaßnahmen, wie Abstand oder die Maskenpflicht beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ab der Stufe Gelb gilt – wie aktuell in Rostock – eine Testpflicht für Ungeimpfte in den meisten Innenbereichen, etwa beim Friseur, im Kino oder Restaurant. Neu ist: In Diskotheken oder bei anderen Tanzveranstaltungen benötigen Ungeimpfte künftig einen PCR-Test. Schüler müssen ab der gelben Ampel eine Maske tragen.

Die Stufe Orange (Inzidenz zwischen 50 und 200) setzt vor allem auf Eigenverantwortung. Es gibt Empfehlungen für den Privatbereich, etwa stärker die Maske zu nutzen oder sich bei Treffen von Ungeimpften vorher testen zu lasen.

Zeigt die Ampel auf Rot (Inzidenz über 200), gelten strengere Schutzmaßnahmen. So müssen Masken in Innenbereichen auch wieder am Platz getragen werden und für Ungeimpfte gelten Kontaktbeschränkungen. An Außenveranstaltungen mit bis zu 15.000 Zuschauern, wie etwa bei den Heimspielen von Hansa Rostock, dürfen dann nur noch Geimpfte und Genesene (2G-Regel) teilnehmen. Sind auch Negativ-Getestete zugelassen (3G-Regel), verringert sich die Anzahl der Personen auf maximal 5.000, bei Innenveranstaltungen auf die Hälfte.

Bei einer niedrigen Zahl von Patienten im Krankenhaus oder auf den Intensivstationen kann die Ampel-Einstufung weiterhin abgesenkt, bei einer hohen Zahl heraufgestuft werden. „Eng wird es, wenn wir zu einer Auslastung auf den ITS-Stationen kommen, die über 90 ist“, sagt Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Bei 600 Betten im Land entspricht dies – wie bislang in der roten Stufe – mehr als 15 Prozent.

Inzidenz für Geimpfte und Ungeimpfte wird einzeln ausgewiesen

Die Sieben-Tage-Inzidenz für Geimpfte und Ungeimpfte soll in Mecklenburg-Vorpommern künftig getrennt ausgewiesen werden. Aktuell liegt der Wert bei 26,4, der Unterschied zwischen Immunisierten (5) und Nicht-Geimpften (60) ist jedoch deutlich, betont Reisinger: „Das Risiko zu erkranken, ist zwölfmal geringer, wenn ich geimpft bin.“

Ca. 62,4 Prozent der Bevölkerung in MV sind einmal geimpft, bei den Zwölf- bis Siebzehnjährigen sind es 18,4 Prozent. „Ich kann mir vorstellen, dass wir in den nächsten Monaten eine Zulassung für die fünf- bis elfjährigen Kinder bekommen“, schätzt Reisinger. Bislang sind Corona-Impfstoffe nur für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen.

„Bitte lassen Sie sich impfen“, appellierte Schwesig erneut an die Einwohner im Land, „damit schützen Sie sich selbst vor einer schweren Erkrankung. Sie schützen ihre Familie und Freunde und Sie haben es auch in der vierten Welle leichter.“

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