Wer finanziert zweites Corona-Testzentrum?

Zusätzlich zur Unimedizin plant Rostock ein zweites Corona-Testzentrum in der Hansemesse Schmarl – noch ist jedoch unklar, ob das Land die Kosten dafür übernimmt

4. November 2020, von
Das Corona-Testzentrum an der Unimedizin Rostock - die Stadt möchte ein zweites Testzentrum in der Hansemesse Schmarl einrichten (Foto: Archiv)
Das Corona-Testzentrum an der Unimedizin Rostock - die Stadt möchte ein zweites Testzentrum in der Hansemesse Schmarl einrichten (Foto: Archiv)

Aufgrund steigender Corona-Neuinfektionen plant die Hansestadt Rostock die Errichtung eines zweiten Corona-Testzentrums. Entstehen soll es in der Hansemesse Schmarl. Ob und wann das neue Testzentrum in Betrieb geht, steht allerdings noch nicht fest – die Finanzierung ist bislang unklar.

Als „nicht zufriedenstellend“ beschreibt Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen die aktuelle Situation am Corona-Testzentrum der Universitätsmedizin Rostock in der Schillingallee. Zwar wurde gerade ein großes Zelt auf dem Vorplatz aufgestellt, um die Wartenden vor Wind und Wetter zu schützen, doch es könne nicht sein, dass man dort stundenlang mit Fiebersymptomen o.ä. anstehen muss, um einen Test zu erhalten, so Madsen gestern Abend auf der Sitzung des Hauptausschusses.

Ein zweites Testzentrum soll für Entlastung sorgen. Errichten möchte die Stadt es in der Hansemesse Schmarl. Hier gibt es nicht nur ausreichend Platz in der Messehalle, auf dem Parkplatz könnten auch Zelte für einen Autotest per Drive-In aufgebaut werden, erläutert der Oberbürgermeister.

Wer für die Kosten aufkommt, steht allerdings noch nicht fest. Auf dem Gipfeltreffen mit der Landesregierung wurde letzte Woche zwar vereinbart, dass das Land die Kosten für Testzentren übernimmt, so Madsen. Unklar sei jedoch, ob dies auch für noch zu errichtende Zentren gilt. Er habe gerade einen Brief an die Landesregierung geschickt, um dies zu bestätigen.

Unterstützung für den Betrieb des Testzentrums sei sowohl von der Bundeswehr als auch von Landesbediensteten angeboten worden, doch auch da gilt es noch zu klären, wer die Kosten übernimmt.

Wenn es nicht gelingt, eine Lösung mit dem Land zu finden, würde die Stadt die Verantwortung für ihre Bürger übernehmen und ein kommunales Testzentrum einrichten. „Dann haben wir natürlich Kosten, die wir sonst nicht hätten“, so Madsen. Die 300.000 Euro, die der Hauptausschuss gestern zusätzlich als Corona-Budget freigegeben hat, dürften dafür nicht ausreichen.

Bereits Ende März hat Rostock an der Stadthalle ein zweites Abstrichzentrum eingerichtet. Aufgrund mangelnder Nachfrage stellte es jedoch schon Mitte April seinen Betrieb wieder ein.

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