Zweites Corona-Testzentrum eröffnet

In der Hansemesse in Rostock-Schmarl wurde heute ein zweites Corona-Abstrichzentrum eröffnet – für einen Test ist eine Überweisung vom Gesundheitsamt oder Hausarzt erforderlich

9. November 2020, von
Corona-Testzentrum mit Drive-In in der Hansemesse in Rostock-Schmarl
Corona-Testzentrum mit Drive-In in der Hansemesse in Rostock-Schmarl

In Rostock gibt es ein zweites Corona-Testzentrum. Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und Prof. Dr. Emil Reisinger, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Rostock, eröffneten heute Mittag das zweite Abstrichzentrum der Hansestadt.

Mit dem neuen Corona-Testzentrum möchte sich die Stadt für Situationen wappnen, „in denen in kurzer Zeit eine Vielzahl von Tests notwendig werden könnten“, so Madsen. „Wir wären nicht in der Lage, mehrere Schulen gleichzeitig zu testen mit den RKI-Tests“, hatte der Verwaltungschef bereits letzte Woche auf der Hauptausschusssitzung erklärt. Das neue Zentrum war zu diesem Zeitpunkt bereits geplant, die Finanzierung durchs Land stand allerdings noch aus. Inzwischen hat die Landesregierung die Übernahme der damit verbundenen Kosten zugesichert.

Betrieben wird das Corona-Testzentrum vom Klinikum Südstadt, dem Medizinischen Labor Rostock sowie dem Deutschen Roten Kreuz. Bei der Errichtung gab es Unterstützung von der Universitätsmedizin, die bereits das erste Testzentrum in der Schillingallee betreibt und dort bisher nahezu 100.000 Tests durchgeführt hat, erklärt Emil Reisinger. Bei Bedarf kann auch weiterhin auf die Testkapazität der Unimedizin zurückgegriffen werden. „Es ist kein ersetzendes, sondern ein ergänzendes Angebot“, betont Madsen, vor allem wenn in den nächsten Tagen mehr Tests benötigt werden sollten.

Drive-In – Corona-Abstriche direkt aus dem Auto

„Deutlich digitaler, Testkapazität erhöhen, Wartezeit verkürzen“, nennt Claus Ruhe Madsen die wichtigsten Ziele, die mit dem neuen Testzentrum erreicht werden sollen.

Direkt am Südstadt-Klinikum wollte man aufgrund der verkehrlichen Situation kein Abstrichzentrum einrichten, „das blockiert einfach die Zu- und Abfahrten“, erläutert dessen Ärztlicher Direktor Jan Roesner, warum die Entscheidung auf die Hansemesse gefallen ist. „Hier gibt es genug Wartekapazität, ohne dass die Leute dichtgedrängt oder gar im Regen stehen müssen.“

Erstmals werden in Rostock Abstriche in einem Corona-Drive-In-Zelt direkt aus dem Auto heraus angeboten, was insbesondere mobilitätseingeschränkten Personen helfen soll.

Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (v.l.), Gesundheitssenator Steffen Bockhahn und Prof. Dr. Emil Reisinger bei der Eröffnung des neuen Corona-Testzentrums in der Hansemesse in Rostock-Schmarl
Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (v.l.), Gesundheitssenator Steffen Bockhahn und Prof. Dr. Emil Reisinger bei der Eröffnung des neuen Corona-Testzentrums in der Hansemesse in Rostock-Schmarl

Test nur mit Überweisung und Ausweis

Ein Corona-Test ist nur nach einer Überweisung des Hausarztes oder des Gesundheitsamtes, die direkt an das Testzentrum gesendet wird, sowie der Vorlage eines Ausweises möglich. Auch private Tests, etwa für Reiserückkehrer, werden angeboten – die Kosten liegen je nach Labor zwischen 60 und 160 Euro, so Reisinger.

Das Abstrichzentrum in der Hansemesse Schmarl ist ab sofort montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Mit dem Pkw erfolgt die Anfahrt über den Groß Kleiner Damm, Fußgänger erreichen das Testzentrum über den Fußweg vom S-Bahnhof Lütten Klein.

Grundsätzlich kann sich jeder das für ihn besser erreichbare Testzentrum aussuchen. Wenn die Anmeldung telefonisch über den Hausarzt oder das Gesundheitsamt erfolgt, muss dies jedoch angegeben werden, damit die Überweisung ins richtige Zentrum gefaxt wird.

Mehr Digitalisierung, Testergebnisse nur teilweise über die Corona-Warn-App

Um die Abläufe schneller zu gestalten, gibt es ein Pdf-Formular, in dem man vorab seine Daten eintragen kann. In den nächsten Tagen soll dieser Prozess deutlich digitaler werden, so Madsen.

Wer die Corona-Warn-App installiert hat, erhält sein Testergebnis – wenn alles funktioniert – direkt über die App und kann mögliche Kontakte so warnen. Das Medizinische Labor Rostock ist bereits an die Warn-App angebunden. Bei der Unimedizin ist dies bislang noch nicht der Fall, das soll jetzt aber noch einmal geprüft werden, sagt Prof. Reisinger.

Hansemesse soll Impfzentrum werden

Wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht, soll die Hansemesse in Schmarl auch für Corona-Impfungen genutzt werden, kündigt OB Madsen an.

Erst heute Mittag haben Biontech und Pfizer erklärt, dass der von ihnen entwickelte Impfstoff einen mehr als 90-pozentigen Schutz vor Covid-19 biete. In den USA soll jetzt eine beschleunigte Zulassung (Notfallgenehmigung) beantragt werden.

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