„Die Welle“ - Studenten der Uni Rostock in der Bühne 602

Studenten des Instituts für Germanistik präsentieren Theaterstück nach dem Roman „Die Welle“ von Morton Rhue

16. Juli 2010, von
„Die Welle“ - Klasse
„Die Welle“ - Klasse

„Ist so eine Diktatur heute möglich?“, fragt Ben Ross, Lehrer an einer amerikanischen High School seine Schüler. Gemeint ist die Diktatur im nationalsozialistischen Deutschland, die Gegenstand seines Geschichtsunterrichts ist. Um den Jugendlichen näher zu bringen, wie die „Gleichschaltung“ der Menschen unter der Nazi-Diktatur möglich war, führt er mit ihnen ein heikles Experiment durch.

Der amerikanische Autor Morton Rhue hat diesen Versuch in seinem Jugendroman „Die Welle“ beschrieben und 1981 veröffentlicht. Er wurde zu seinem größten Erfolg. Auch in Deutschland begeistert das Buch mittlerweile seit mehreren Generationen viele junge Leser.

In diesem Sommersemester hatten sich nun elf Germanistikstudenten der Universität Rostock intensiv mit dem Roman auseinandergesetzt und dazu ein Theaterstück entwickelt. Am Mittwoch feierte es auf der Bühne 602 Premiere.

„Die Welle“ - Schüler und Lehrer
„Die Welle“ - Schüler und Lehrer

Zwei Monate hatte die Studentengruppe zuvor daraufhin gearbeitet, den Text gelesen, zwei Verfilmungen gesichtet und schließlich eine eigene Strichfassung geschrieben. „Wir haben überlegt, welche Szenen wichtig sind und was dynamisch gut zusammenpasst“, erzählte Martin Altmann, der in dem Stück den Schüler Robert verkörpert. Die Theaterpädagogin Dagmar Waidelich, die das Projekt leitete, lobte die hohe Motivation der Teilnehmer: „Die Studierenden sind total darauf eingestiegen und haben ihre Rollen selbst ausgefüllt.“

Steffen Oestreich als Lehrer Ben Ross
Steffen Oestreich als Lehrer Ben Ross

Die Rolle des charismatischen Lehrers Ben Ross beispielsweise übernahm Steffen Oestreich. Dieser initiiert das Experiment, welches bei den Schülern auf große Begeisterung stößt. Es entsteht eine Bewegung, „die Welle“ genannt, die bald über den Unterricht hinausgeht und sich verselbstständigt. Die Macht, die aus dieser Bewegung erwächst, fasziniert die Jugendlichen und verändert ihr Verhalten. Doch nicht nur zum Guten.

Alex Pröger und Nadine Bublat
Alex Pröger und Nadine Bublat

Bald werden diejenigen, die nicht Teil „der Welle“ sein wollen, ausgegrenzt und mit Gewalt bedroht. Zu ihnen gehört auch Laurie (Nadine Bublat), die sich kritisch und unerschrocken gegen „die Welle“ stellt, auch wenn dadurch ihre Beziehung zu David (Alex Pröger) in Gefahr gerät.  Dem Lehrer wird unterdessen klar, dass ihm der Unterrichtsversuch entgleitet. Von seiner Frau Christy muss er sich vorwerfen lassen, dass er „kleine Monster“ geschaffen hat.

Johanna Steinberg und Steffen Oestreich
Johanna Steinberg und Steffen Oestreich

„Es war ganz schön gruselig, wie man mitgerissen wird. Das war ein einschlägiges Gefühl“, fasst Leona Steinkühler ihre Erfahrungen mit der Schauspielerei zusammen. Für die Studierenden hat sich die Arbeit gelohnt. Sie haben nicht nur viel Neues im Buch entdeckt, sondern auch dicke Freundschaften untereinander geschlossen. „Wir gehen jetzt nicht so einfach auseinander“, sind sie sich einig und können sich vorstellen, das Stück auch einmal Schülern zu zeigen.

Sophie Pstrong, Ina Groth, Sebastian Rießer und Maximiliane Thiel
Sophie Pstrong, Ina Groth, Sebastian Rießer und Maximiliane Thiel

Dem Publikum in der Bühne 602 hat die Premiere jedenfalls schon mal gefallen. Viele Freunde und Kommilitonen waren gekommen, um sich das Ergebnis der Semesterarbeit anzuschauen. „Besonders interessant fand ich die Umsetzung vom Buch in ein Theaterstück“, meinte die 21-jährige Lehramtsstudentin Sophie Pstrong, die mit ihren Studienfreunden ins Theater gekommen war.

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2 Kommentare

  • Steinke sagt:

    Hallo,
    gibt es das Stück „die Welle“ von Morton Rhue noch einmal zu sehen? Möchte es mit Jugendlichen anschauen.
    Danke für eine kurze Nachricht!
    Herzliche Grüße,
    K. Steinke

  • Luise Sarfert sagt:

    Hallo,
    ich würde das Stück „Die Welle“ gerne mit der TheaterAG des Beethoven-Gymnasiums in Bonn aufführen, und wollte fragen, ob sie mir verraten könnten, wie ich an ein Skript komme, bzw. ob wir ein Exemplar von ihnen nutzen dürften.
    mit freundlichen Grüßen
    Luise

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