8. Filmfest FiSH - Festival im Stadthafen 2011

Bundeswettbewerb „Junger Film“ und andere cineastische Perlen

12. Mai 2011, von
New X-iT arbeitet am neuen Drehbuch
New X-iT arbeitet am neuen Drehbuch

Arbeitstreffen der freien Filmgruppe New X-iT. Im Schatten der Markise einer Szenekneipe in der KTV haben Florence, Mark, Leon und Matthias mit erfrischenden Getränken auf Holzbänken Platz genommen. Später kommt auch Aaron hinzu. Vor ihnen auf dem Tisch liegen frischbedruckte Blätter. Ihr neues Film-Projekt nimmt langsam Form an.

Es soll ein Fake-Trailer werden, ein Werbespot für einen Film, den es eigentlich gar nicht gibt. Noch trägt er den Arbeitstitel „Join(t) der Liebe“, aber wer weiß, wie lange noch. Es soll ein Drogenfilm werden, eine Satire. Der Handlungsablauf steht schon. Die Szenen sollen nun klarer und das Drehbuch fertiggestellt werden, erklärt Mark. Die organisatorischen Fäden laufen bei Aaron zusammen. Der 17-jährige Schüler wird auch später beim Dreh die Regie übernehmen. „Bei der Vorbereitung sammeln wir gemeinsam Ideen. Beim Dreh teilen wir uns die Arbeit vor und hinter der Kamera auf“, erklärt er die Arbeitsweise im Team. Insgesamt etwa 15 Schüler und Studenten treffen sich regelmäßig in der Medienwerkstatt des Instituts für Neue Medien. In den letzten eineinhalb Jahren haben sie so schon drei Filme produziert, die auch erfolgreich auf Filmfesten gelaufen sind: „Helmut“, „Glashagen“ und „Minus acht grad“.

FiSH im Stadthafen
FiSH im Stadthafen

Letzterer wird auch am kommenden Wochenende beim 8. FiSH – Festival im Stadthafen zu sehen sein. Der Titel weist auf die extremen Drehbedingungen auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt hin. Mit Mistelzweigen, Riesenrad und Treuetest fand New X-iT hier aber alle Requisiten, um die Stationen einer Beziehung vom Kennenlernen, übers Verlieben bis zu den Krisen und der anschließenden Versöhnung darzustellen – mit einem Augenzwinkern, aber ganz ohne Worte.

Matthias Spehr
Matthias Spehr

„Minus acht grad“ nimmt übrigens als einziger Beitrag aus Mecklenburg-Vorpommern am bundesweiten Kurzfilm-Wettbewerb „Junger Film“ beim FiSH teil. 408 Filme wurden insgesamt dafür von jungen Filmemachern unter 27 Jahren eingereicht – ein Rekord, wie Juryleiter Matthias Spehr stolz bemerkt. 29 Beiträge wurden schließlich ausgewählt und werden nun vom 13. bis 15. Mai im MAU-Club im Stadthafen gezeigt und von einer sechsköpfigen Jury bewertet. Ihre Mitglieder, darunter Regisseure, Schauspieler und Filmkritiker, tagen öffentlich. „Das ist eine Besonderheit“, stellt Matthias Spehr fest. Ein Festival auf Augenhöhe möchte FiSH sein, die Filmemacher sollen mit Jury und Publikum ins Gespräch kommen können. „Wir legen viel Wert auf Kommunikation.“

Ein kunterbuntes Programm mit Kurzspielfilmen, Dokumentationen, Animationen und Experimentalfilmen soll ausreichend Gesprächsstoff liefern. Krisen und deren Bewältigung oder der kritische Blick aufs Web 2.0 sind dabei nur einige Themenschwerpunkte. „Wir haben Filme ausgewählt, die uns berühren, in denen wir neue Gestaltungsweisen entdecken oder die den Zeitgeist widerspiegeln. Wir haben aber auch Filme abgelehnt, die zu glatt waren“, fasst der Juryleiter die Auswahlkriterien zusammen.

Neben dem bundesweiten Wettbewerb „Junger Film“ werden beim FiSH aber noch weitere cineastische Höhepunkte serviert.

So gibt es seit einigen Jahren schon das Gastlandfenster, in dem Filme junger Filmemacher eines Ostseeanrainerstaates gezeigt werden. Waren es in der Vergangenheit Filme aus Dänemark, Polen, Estland und Litauen, flimmern in diesem Jahr bei „Off Sverige“ elf Beiträge aus Schweden über die Leinwand. „Die Uhren ticken dort anders. Die Filme kratzen zum Teil an der Political Correctness“, macht Matthias Spehr auf neue Seherlebnisse neugierig.

MAU und Bühne 602 sind die Hauptaustragungsorte des FiSH, aber auch im Circus Fanatasia, Theater im Stadthafen, Hansa-Kino und im LiWu wird der Film am Wochenende gefeiert
MAU und Bühne 602 sind die Hauptaustragungsorte des FiSH, aber auch im Circus Fanatasia, Theater im Stadthafen, Hansa-Kino und im LiWu wird der Film am Wochenende gefeiert

Einen Blick zurück können die Zuschauer der „SehSterne“ werfen. Klassiker aus 20 Jahren kultureller Filmförderung MV, wie zum Beispiel „Stilles Land“ von Andreas Dresen aus dem Jahre 1991, wurden hier in das FiSH-Parallelprogramm an der Bühne 602 aufgenommen. Aber auch aktuelle Streifen, wie Dieter Schumanns „Wadans Welt“ werden gezeigt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Filmfestivals liegt im Bereich der Filmmusik und speziell für Kinder gibt es das KinderFiSH.

Nicht zu vergessen sei der Medienkompetenzpreis, der morgen im Theater im Stadthafen an schulische und außerschulische Projekte im Rahmen des FiSH verliehen wird. Dabei geht es vor allem um den pädagogischen Prozess beim Erstellen von Schülerzeitungen, Radiosendungen, Filmen oder Websites.

Morgen beginnt das Festival im Stadthafen. Was wann und wo läuft, erfahrt hier auf der Website www.fish-rostock.de.

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