Segler vs. Freie Trommler – dicke Luft im Stadthafen

In Ruhe segeln oder laut trommeln – an den gegenüberliegenden Warnowufern fühlt man sich bei seinem Hobby gestört

5. Juli 2012, von
Die Segelvereine fühlen sich durch die Freien Trommler gestört
Die Segelvereine fühlen sich durch die Freien Trommler gestört

Die sommerliche Idylle im Stadthafen trügt. Zwischen den Warnowufern ist ein Streit ausgebrochen, der an den Nerven zerrt. Dabei will man doch nur seinem Hobby frönen: Die einen auf der Haedgehalbinsel wollen trommeln, die anderen im Yachthafen am Gehlsdorfer Ufer wollen einen ruhigen Abend auf ihren Booten genießen. Das passt nicht zusammen und Geduld und Toleranz werden knapp.

„Das ist eine Lärmbelästigung sondergleichen. Es ist unzumutbar, was dort abgeht: ein monotoner sinnloser Lärm“, beklagt sich Dieter Dreischang vom See- und Segelsportverein, der dadurch auch schon Mitglieder verloren habe.

„Das betrifft nicht nur unseren Verein, sondern auch alle anderen Vereine und ansässigen Gehlsdorfer, die einfach nur genervt sind“, so der Segler, der mehr als 130 Mitgliedern vorsteht.

Snare und Hi-Hats in weniger als 200 Meter Entfernung zum nächsten Yachtclub
Snare und Hi-Hats in weniger als 200 Meter Entfernung zum nächsten Yachtclub

„Wir wollen nicht nerven, wir wollen einen Kompromiss“, sagt Matthias Rust von den Freien Trommlern. Wenn das Wetter in den Sommermonaten schön ist, ziehen sie von ihrem Raum im Peter-Weiss-Haus in den Stadthafen auf die Haedgehalbinsel und trommeln dort dienstags von 18 bis 22 Uhr. Etwa zehn bis zwölf Musikanten improvisieren dann inspiriert von afrikanischen Rhythmen auf ihren Djemben, Cajóns und anderen Percussioninstrumenten. Die Gruppe versteht sich als offene Plattform, um sich musikalisch auszuleben. Jeder, egal ob mit oder ohne musikalische Vorbildung, kann sich ihr anschließen.

Wenn sie im Stadthafen spielen, gesellen sich Jongleure und Hörlustige um sie herum, die auch mal bei einem Glas Wein den Sommerabend genießen. Viel Zuspruch hätten sie bisher erfahren, so die Trommler, als kulturelle und soziale Bereicherung seien sie gelobt worden. Selbst aus Gehlsdorf seien schon Anwohner hinübergekommen, um sie zu einer Party einzuladen. Ein Paar würde sich sogar extra in Gehlsdorf raussetzen, um den Klängen zu lauschen.

Steffi Sachs wurde am Gehlsdorfer Ufer vom Trommeln begeistert
Steffi Sachs wurde am Gehlsdorfer Ufer vom Trommeln begeistert

Am Gehlsdorfer Ufer hat auch Steffi Sachs die Trommeln bei einem Spaziergang zum ersten Mal gehört. „Sie sind etwa halb so laut“, vergleicht sie die Lautstärke dort mit dem Stadthafen. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie sich im letzten Sommer der Gruppe anschloss.

„Seit zehn Jahren spielen wir an der Stelle“, erzählt Matthias Rust. In der Vergangenheit habe es auch schon Probleme gegeben. Doch die seien mittlerweile behoben. Polizei und Hafenmeister seien verständigt und auch die Ortsamtsleiter von Gehlsdorf und Stadtmitte hätten nach einem Gespräch im letzten Jahr nichts zu beanstanden gehabt.

„Sie melden sich immer regelmäßig an und ab, und das läuft“, lobt Thomas Meier vom Polizeirevier Reutershagen, der die Anrufe oft entgegennimmt. Beschwerden gebe es so gut wie keine. „Es ist nicht so, dass gegen die Trommler Sturm gelaufen wird, im Gegenteil. Sie gehören zum Stadthafen.“

Idyllsche Ruhe am Yachtclub? - Nur auf dem Foto, nicht aber dienstags zwischen 18 und 22 Uhr bei schönem Sommerwetter
Idyllsche Ruhe am Yachtclub? - Nur auf dem Foto, nicht aber dienstags zwischen 18 und 22 Uhr bei schönem Sommerwetter

Auch der Hafenwart sieht keinen Anlass zum Handeln. „Wir sind für Liegeplätze zuständig, nicht dafür, ob hier jemand trommelt oder nicht trommelt“, sagt Jochen Drohla.

40 Stunden seien es insgesamt im Jahr ungefähr, hat ein Freier Trommler die Spielzeit der Gruppe zusammengerechnet. Doch dieser Angabe widersprechen die Segler heftig. „Oft auch mindestens zwei Mal abends in der Woche und nicht immer ist um 22 Uhr Schluss“, entgegnet Dieter Dreischang und erwartet, dass „normale und vernünftige“ Stadthafenruhe einkehrt.

„Wir wollen Brücken bauen. Nur habe ich den Eindruck, dass die andere Seite nicht dazu bereit ist“, zeigt sich Matthias Rust an einer Beilegung des Konflikts interessiert. Auch an alternative Standorte habe man schon gedacht, sei aber noch nicht fündig geworden.

Schlagwörter: Freie Trommler (3)Gehlsdorf (42)Lärm (7)Musik (318)Segeln (78)Segelverein (1)Stadthafen (229)Trommeln (5)

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20 Kommentare

  • Trommler sagt:

    „40 Stunden seien es insgesamt im Jahr ungefähr, hat ein Freier Trommler die Spielzeit der Gruppe zusammengerechnet. Doch dieser Angabe widersprechen die Segler heftig. „Oft auch mindestens zwei Mal abends in der Woche und nicht immer ist um 22 Uhr Schluss“, entgegnet Dieter Dreischang und erwartet, dass „normale und vernünftige“ Stadthafenruhe einkehrt.“ …

    Diese Aussage ist eine freche Lüge … Das kann die Polizei auch bestätigen, denn sie kontrollieren das und werden an dieser Stelle sicher auch hellhörig, da ihnen ein solcher Fall seit den zeitlichen Absprachen noch nie untergekommen ist und sie es abgesehen davon genauso wie wir nicht nachvollziehen können, da der Lärm keine 100 Meter weiter von der Strasse am Strande übertönt wird. Zum Bootssteg sind es mindestens 200 Meter Luftlinie und der dort ankommende Geräuschpegel liegt weit unter den Richtwerten der Immisionsauflagen …

    Auch sind wir Trommler bei weitem nicht die einzigen Geräuschquellen und gerade als Segler sollte man doch alleine wegen der jährlichen Hansesail schon mal ein bisschen inne halten, wenn es um Lärm und Rummel geht … Da veranstalten quasi die Kollegen mit den grossen Booten auch nicht gerade leise ihre Partywoche …

    Normal und vernünftig wäre ein bisschen Toleranz und vor allem auch bei der Wahrheit zu bleiben … Wir sind echt nur 4 Stunden die Woche ausserhalb der Ruhezeiten und nur bei Sommerwetter wenn nicht gerade Hansesail oder Theater auf der Haedke-Halbinsel ist … also 40 Stunden im Jahr ist schon grosszügig gerechnet …

    Auch das in unserem Gästeblog http://freie-trommler.de/index.php?option=com_easybook&view=easybook&Itemid=20 nachzulesende „Verpisst euch aus Stadthafen ihr Affen“ (Originale Schreibweise) lässt schon genug auf das Niveau der Gestörten schliessen …

    Ganz traurig!

  • Segler sagt:

    Schade dass die Sicht der Segler hier in diesen Beitrag etwas zu wenig dargestellt und verstanden wird. Wir zahlen unsere Liegegebühren um einen schönen und ruhigen Liegeplatz zu bekommen, damit wir unseren wohl verdienten Feierabend mit unserem Hobby genießen können und zur Ruhe kommen.
    Sicher trägt der Wind den Schall nicht in voller Lautstärke ans andere Ufer aber auch nicht jeder Schlag und Ton kommt hier an. Genau dies führt ungemein zu einem unregelmäßigen Rhythmus der schnell auf die Nerven geht.
    Dass Gehlsdorfer Anwohner nicht so gestört werden, erklärt sich doch auch, wenn man die großen Bäume hinter den Vereinen sieht und man doch hinter Schallgeschützten Gläsern sitzt. Schall wird nicht ewig getragen.
    Warum die allg. Ruhezeit so ausgehebelt wird, muss man auch nicht verstehen. In anderen Zeitungberichten lese ich dann, dass es in der Stadt durch Verkehr zu laut ist. Wieso muss es zu den Abendstunden sein?
    Wieso nicht die z.B. Holzhalbinsel? Gegenüber ist doch nur die Deponie.

    So wie sich hier über das Unverständnis der Segler mokiert wird, ist das Verständnis von den Trommlern für die Segler auch nicht vorhanden.

    Und mir sind auch keine Gespräche mit Trommlern und Seglern bekannt.

  • Me sagt:

    Also meiner Meinung muss man hier schon bei der Wahrheit bleiben. 40 h pro Sommersaison geht rechnerisch garnicht. Ich habe mir mal die Treffzeiten auf der Homepage der Freien Trommler angesehen. Wenn man sieht wie oft man sich trifft, das von 18-22 Uhr = 4 h und das mal 4 x Dienstag im Monat sind bei wir schon bei 16 h pro Monat. Und weiter sagen wir sie spielen 5 Monate im Sommer. Das Ergebnis kann man sich dann ausrechnen. Jetzt hat da jemand (Rechenkünstler Trommler) aber ganz schön daneben gelegen. ;-)

  • Stefanie sagt:

    @Segler
    vielen Dank für die Ergänzung, dazu sind Kommentare ja da.

    Ich möchte dazu noch anmerken, dass ich durchaus auch mit weiteren Seglern, die sich gestört fühlen, gesprochen habe, die sich aber in diesem Rahmen nicht offen äußern wollten und ich habe auch Segler getroffen, die sich nicht gestört fühlen und sogar Sympathie bekundet haben.

  • Antje sagt:

    Bin zwar weder Seglerin noch Trommlerin, aber gerne abends noch ein wenig im Stadthafen unterwegs und freue mich immer, dass dort etwas Leben herrscht. Ob nun gegrillt, Kubb gespielt oder getrommelt wird.

    Wir haben uns im letzten Jahr selbst schon einmal zu den Trommlern gesetzt und auf der Haedge den Sonnenuntergang genossen – das war soooooo schön!

    @Me: Es steht doch oben, dass sie nur bei schönem Wetter draußen spielen – wenn an jedem Dienstag tolles Wetter wäre, das wär cool, Du kleiner Rechenkünstler. Abgesehen davon einmal die Woche 4 Stunden sollte man doch wirklich tolerieren können!

    Antje

  • Segler sagt:

    @Stefanie

    Ich persönlich bin auch nicht betroffen und auch ich weiß, dass es Seesportler gibt die sich dadurch nicht gestört fühlen.

    Ich finde es aber etwas schade, gerade wenn ich das in Facebook lese, dass hier die Seesportler so angegangen werden. Es ist ja nun mal auch ein Konflikt (so denke ich) zwischen Jung und gesetzterem Alten. Die Jugend nutzt die neuen Medien um Stimmung zu machen und die andere Seite schreibt noch Briefe und sammelt Unterschriften. Das kann auf keinen grünen Zweig kommen.

  • Matze sagt:

    @Segler

    Das erste „Angehen“ kam nicht von unserer Seite. Es gab pöbelnde und drohende Besuche bei uns abends und es gab unsachgemäße Schimpfkommentare auf unserer Homepage. Dass sich dadurch einige verärgert fühlen und das im I-Net kundtun, kann ich gut verstehen. Es ist aber nicht gerecht, nur unsere Reaktion anzugreifen und „schade“ zu finden.

    Zum Thema Stimmungsmache: Die Zeitungen und Premium-Online-Nachrichtendienste ;) sind auf uns zugekommen, wir haben auch hier nur reagiert und versuchen natürlich unsere Sicht gut darzustellen! Und wir haben nach meinem Wissen auch noch keinen Brief (auch nicht elekronisch) oder ein Gesprächsangebot von Seiten der Segler bekommen! Die Stimmungsmache gegen uns ging also von anderer Seite aus. Das kann auch auf keinen grünen Zweig kommen.

  • Trommler sagt:

    Schöne Segler seid ihr! So ein Segelboot kann doch Segeln! Einfach Leinen los und ein bischen um die Ecke schippern und vor Anker gehen, so einfach ist das. Holzhalbinsel ist zu dicht an der Altstadt und stört Menschen beim Wohnen … Ich Rechenkünstler habe mir mal erlaubt, die Hansesail und diverse Theaterfestlichkeiten abzuziehen … und die Schlechtwettertage … Aber mal im Ernst: so ein Liegeplatz ist doch bloß zum Parken gedacht wenn mal nicht gesegelt wird! Kaffeetrinken könnt ihr Pseudosportler ja wohl auch woanders … Ihr denkt, dass euer Liegeplatz ein Erholungsort ist? In den Bootshallen daneben wird geflext und gesägt … Ihr seid mal ganz klar im Stadtgebiet und wir Trommler hebeln mal gar nichts aus und die Stadt erst recht nicht. Ich find, dass ihr eure eh schon völlig hochgegriffenen Ansprüche auch mal vier Stunden in der Woche ein bisschen zur Freude der Allgemeinheit (denn die scheint euer Problem mit uns nicht nachvollziehen zu können) hinten anstellen. Ihr seid schließlich nicht allein auf diesem Planeten. Dann noch was zum Angehen: erstens ist unsere Facebook-Gruppe offen und jeder kann da seine Meinung schreiben und was ich so lese, differenziert schon zwischen den Seglern, denen das Trommeln gefällt und euch Opas, die ein Boot zum Campen brauchen und es nicht auf die Reihe kriegen, damit auch mal fix eben um die Ecke zu fahren. Kein Schwanz versteht eure Intoleranz, mal für 4 Stunden in ein paar Wochen über euren Tellerrand zu schauen und zu akzeptieren, dass es Menschen gibt, die gerne Trommeln – zum Kaffetrinken habt ihr den ganzen Rest der Woche und macht einen Aufriss, als stünden wir täglich 24 Stunden mit nem Schlagbohrer auf dem Nachbargrundstück … Und dann erst mal diese nassen Kommentare auf unserer Webseite … Echt schräg! 4 lächerliche Stunden die Woche – reißt euch mal am Schlübber … und tut gefälligst nicht so, als ob alle Segler eure Probleme haben oder bezeichnet euch nicht als Segler, wenn ihr am Bootssteg rumchillt … So, ich steigere mich schon wieder in genau euer Niveau rein und Hör an dieser Stelle lieber auf … Allen andern Seglern sei gesagt: Nix gegen Segler – Segeln fetzt!

  • Segler sagt:

    Na ich merke schon, die Gemüter werden sich wohl nicht runter fahren lassen. Da sind mal wieder ein paar norddeutsche Dickköpfe aneinander geraten. Wie gesagt, trommelt ruhig weiter, mich betrifft es (noch) nicht.

    Ich werd mich nicht weiter äußern und sage es nur noch mit den Worten…

    …“nun stehen wir hier und wissen nicht weiter“…..

  • Dr. Wilfried Ellmer sagt:

    Gerade (6. Juli 2012, 20.30 Uhr) sitzen wir auf der Terrasse in Gehlsdorf, das erste Mal gemeinsam in dieser Woche und geniessen nach dem Abschleifen eines Stuhles auf dem Nachbargrundstueck, was gerade zu Ende ist, eine scheussliche Musik aus dem Stadthafen, die doppelt so laut ist wie das Trommeln. Tausendmal lieber haetten wir jetzt das Trommeln, was wir als spontan, natuerlich, lebendig und schoen empfinden, und unserer Erfahrung nach ist 22 Uhr immer Schluss gewesen.

    Wir hoffen sehr, dass das auch so bleibt.

    Wilfried Ellmer

  • Markus sagt:

    Ich bin für eine Mauer auf der Warnow…
    Im Geiste scheint sie ja bereits zu stehen.
    Nein ehrlich:
    Wenn ich hier so lese, wie hart der Ton einiger Beteiligter ist, bin ich leicht enttäuscht, weil ich finde, dass man mit einem ehrlichen offenen Ohr für die andere Seite und Bereitschaft zu Verständnis den besten Kompromiss erreicht.
    Dialog soll eben KEINE FRAGE des längeren Hebels sein.

    Einige Segler scheinen wütend zu sein, weil sie nach dem harten Alltag Ruhe und Entspannung am Wasser suchen und weil sie erwarten, dass dieser Wunsch respektiert wird.

    Und einige Trommler scheinen wütend zu sein weil sie ja ebenfalls nur frei und mit Spaß an der Sache ihre Kultur leben möchten und AUCH erwarten, dass dieser Wunsch respektiert wird.

    Vielleicht können ja beide nochmal in sich gehen – und versuchen, die Situation aus der Wahrnehmung des „anderen Ufers“ zu betrachten um dann gegebenenfalls sinnvolle Vorschläge für einen ECHTEN Kompromiss anbieten zu können.

    VG
    Markus

  • Trommler sagt:

    Die Frage nach Vorschlägen haben wir schon in einem anderen Blog an die Betroffenen gestellt – aber mal ehrlich: wie soll der aussehen? Dass eine Konfliktpartei das Feld räumt, kann es nicht sein – und wir trommeln bloss an einem Tag in der Woche ausserhalb der Ruhezeiten … da sind 4 Stunden echt schon ein Minimum, dass man uns zugestehen sollte. Abgesehen von den verbreiteten Unwahrheiten über uns und die wirklich zumutbare Lautstärke am anderen Ufer für diese kurze Zeit und die vielen Unterstützungen von anderen Seglern, Passanten und generell unbeteiligten Personen, kann ich mir da kaum noch irgendwelche Alternativen vorstellen … Das Maß an Toleranz, was man von uns verlangt, bringen wir sechs Tage die Woche und weitere 20 Stunden. Das Maß von vier Stunden pro Woche scheinen aber die (gekürzt, Red.) am anderen Ufer nicht aufbringen zu können. Das ist einfach nur traurig und hat nichts mit Dickköpfigkeit zu tun. Wir leben alle miteinander und sollten uns gegenseitig tolerieren, aber was man hier mit uns veranstaltet, ist neben den Verleumdungen, den sonstigen verbalen Anbiederungen und maßlosen Übertreibungen, geht an die lächerliche Restsubstanz von wenigen Stunden … Wir haben mal den Lautstärkepegel gemessen und haben feststellen dürfen, dass der Strassenlärm uns bereits in einer Entfernung von 100 Metern übertönt. Die betroffenen „Segler“ sind 200 Meter von uns entfernt und gönnen uns nicht einmal diese vier Stunden pro Woche? Wir haben auch schon andere Plätze in Erwägung gezogen, doch wollen wir in erster Hinsicht keine Menschen in ihren Wohnungen belästigen, was wir jedoch an jeder anderen Stelle des Stadthafens tun. Sorry, aber wie gesagt: für so wenig Toleranz habe ich kein Verständnis und wie ein entgegenkommender Vorschlag aussehen soll, der weder mehr Anwohner stört, noch uns in unserer Zeit beschneidet, kann ich mir auch nicht mehr vorstellen. Schade, dass ausser Blablabla und Getöse nichts an Gesprächsgrundlage kommt. Wir haben uns in der Vergangenheit immer gesprächs- und kompromissbereit gezeigt und ziehen uns diesen Schuh der Dickköpfigkeit auch in Zukunft nicht an. Aber wo weniger einfach nicht mehr geht, gibt es auch nichts auszuhandeln – und wenn doch, sind wir für Angebote aufgeschlossen …. Wir warten.

  • Vassago sagt:

    Liebe Segler!

    Nur weil ihr Liegeplatzgebühren zahlt, bedeutet dies nicht, dass alle Rostocker in Agonie verfallen müssen um eure Ruhe zu gewährleisten. Schon gar nicht bei einem Liegeplatz in der Innenstadt. Bei der Hansesail gibts bestimmt mehr als 40 h Lärm. Müssen wir das Absagen?
    Wo viele Menschen wohnen, sollte auch viel Leben sein.

  • Anwohner sagt:

    Liebe Trommler,
    eure Sicht auf die Dinge ist natürlich sehr subjektiv und wie ich finde, sehr egoistisch.
    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass in solchen Fragen gegenseitige Rücksichtnahme geübt werden sollte.
    D. h., auch wenn ihr einige Fans habt, solltet ihr, sobald sich Mitmenschen gestört fühlen, dort spielen wo ihr NIEMANDEN stört. Räumlichkeiten stehen – öffentlich gefördert – offensichtlich zur Verfügung.

    Unbestritten ist, dass das Trommeln sehr laut ist, gestern Abend war es noch sehr gut am Speicher zu hören.

    Wenn man kein Fan dieser »Musik« ist, kann sie sehr leicht als Lärm und nervend empfunden werden. Mir geht das z. B. so und ich muss das nicht jeden Dienstag hilflos ertragen wie die Gehlsdorfer und Segler, die ein recht auf Ruhe haben.
    Sie haben euch nicht gebeten, zu trommeln und können den Lärm nicht abstellen. Lärm kann nicht zuletzt krank machen und ihr solltet auf die dramatischen Hilferufe der Vereine und Gehlsdorfer hören und nicht weiter nur an euern Spaß denken.

    Eigentlich gilt ja das gleiche Recht für alle und nicht ihr bestimmt, was Musik und was Kultur ist.
    Kultur kann auch sein, wenn sich die Segler und Gehlsdorfer zu einem dienstagabendlichen Signalhornkonzert am Stadthafenufer zusammenfinden – natürlich ordnungsgemäß angemeldet und »nur« von 18-20 Uhr. Oder eben eine andere musikalische Variante, die euch vorführt, wie Lärm wirken kann. Da würde ich mich so lange anschließen, bis ihr Einsicht gefunden habt.

    Und nebenbei für die ganz Klugen:
    Die Hansesail wurde nicht von den Gehlsdorfern + Seglern ins Leben gerufen, dass ist eine Anwohner nervende Kirmesveranstaltung für Landratten. Also solltet ihr hier nicht krude Theorien über Segler verbreiten. Die Segelclubs waren übrigens schon lange vor euch dort und kümmern sich um das schöne Gehlsdorfer Ufer, während ein (sicher kleiner) Teil eurer Fans ihren Grill- und Getränke-Müll in der Warnow entsorgen.
    Da ich selbst gern segle (nicht auf der Warnow), weiß ich genau, das Segler Ruhe suchen und sehr ruhige rücksichtsvolle Mitmenschen sind. Bei euch Trommlern bin ich mir da nicht so sicher.

    Übrigens sorgt ihr auf diese Weise nicht gerade für ein positives Image des Peter-Weiß-Hauses.

    Also seid schön artig und lasst genervte Mitmenschen in Ruhe.

  • Maschendrahtzaun sagt:

    @Awohner: Egoistisch? Guck mal in den Spiegel! Wir Trommler erwarten lediglich mal 4h die Woche in der Saison ein bisschen Toleranz und Verständnis …. Kann man das nicht angesichts der verbleibenden 164 Stunden „Ruhe“ mal wegstecken???

    Was ist mit den egoistischen Autofahrern – die hört man auch – und nicht nur am Speicher … is Quatsch, ich weiss … der Lärm lässt sich eben nicht vermeiden … aber dennoch sind sie eine Lärmquelle und machen rein physikalisch ungefähr denselben Lärm, auch wenn manche das nicht so empfinden … Das ist Fakt, der sich aus den Messungen bereits ergeben hat … Aber abgesehen davon bestand die Strasse sicherlich schon vor deinem Einzug …

    Nein, lieber Anwohner. Es tut uns selbstverständlich leid, dass es für manche unser Lärm unerträglich ist. Aber genau deshalb treffen wir uns ja bereits zu fester Zeit und für den genauen Zeitraum von 4 Stunden. Wir finden, dass diese 4 Stunden wirklich tolerierbar sind. Der Stadthafen ist ein öffentlicher Raum und genau für solche Zwecke ausgelegt. Im übrigen darf man laut Lärmschutzgesetz die Richtlinie bis zu 10 Tage pro Kalenderjahr überschreiten (darum darf auch Hansesail alle Lärmgrenzen knacken). Wir liegen laut Messung gerade mal 3 zu vernachlässigende dB über dieser Richtlinie, welche übrigens laut Gesetzestext gerade auf uns Trommler NICHT greift, da es sich bei uns um verhaltensbezogenen Lärm handelt. Und das Peter-Weiss-Haus sieht das mit dem Image auch eher so wie wir und nicht so wie du. Wir sind immer artig gewesen und unser Unverständnis für diesen Konflikt wurde mal klar hervorgerufen durch die Aggressivität und die Drohgebärden durch die drei Segelsenioren vom anderen Ufer. Lasst lieber mal uns in Ruhe. Sehr viele Menschen finden das richtig gut, was wir machen und das positive Feedback, welches jedes mal von unterschiedlichsten Menschen (darunter auch Anwohner) jeden Alters an uns herangetragen wird, überwiegt zahlenmäßig die Beschwerden um ein Zigfaches. Denk mal drüber nach. Es ist eben grösstenteils Geschmackssache – der Rest ist Toleranz. Aber davon ist bei einigen (und hier muss man es noch mal ausdrücklich betonen) WENIGEN, die sich gestört fühlen nichts zu merken. Die wöchentliche Belastung von 2dB über der vorgeschrieben Belastungsgrenze (55dB) über einen Zeitraum von 4h kann auch aus medizinischer Sicht nicht als Argument für psychische Schäden und sonstige Traumata herhalten. Auch da gibt es klare Studien. Das Minimum sollten dann schon 85dB Dauerbeschallung sein. Es gibt sicherlich auch andere Studien, die die Grenze tiefer ansetzen, jedoch von einem Dauergeräusch (also kontinuierlich über Jahre hinweg) ausgehen Unser Lärm macht nicht krank. Das ist Blödsinn. Wenn jemand davon so gestresst ist, dann muss vorher schon Stress ohne uns angestaut gewesen sein, so dass wir das Fass nur noch mit einem Tropfen zum Überlaufen bringen oder nur als Ventil dienen, an dem man sich reinsteigern kann. Alles sehr sehr traurig und wir haben da sicher Mitgefühl. Deshalb schränken wir unser Hobby bereits auf wöchentlich 4h ein und hören immer pünktlich 22:00 Uhr auf. Weniger geht nicht. Also seid tapfer und bewältigt euren Frust. Wir, die meisten Bürger, die Hafenmeisterei, die Stadtverwaltung, die Medizin und das Gesetz können jedenfalls nicht nachempfinden, dass unser bisschen Lärm so belastend sein soll, wie manche es darstellen.

    http://www.gesundheit.de/medizin/gesundheit-und-umwelt/laerm-und-gesundheit/laerm-macht-krank

  • Anwohner sagt:

    @Maschendrahtzaun
    Awohner: Egoistisch? Guck mal in den Spiegel!

    Sehr schön, wie sind beim Du und ich guck in den Spiegel – abgelehnt.
    Ich store niemanden, wenn ich im Hafen sitze. Grundsätzlich finde ich es rücksichtslos und egoistisch, seinem Spaß auf Kosten und zum Leid anderer nachzugehen. Da benötigt man keine aus dem Himmel gegriffenen Prozentzahlen von Zustimmung und Ablehnung.
    Friedliche Mitmenschen an schönen Sommerabenden stören und bewusst lustig weiter machen – sehr rücksichtsvoll.

    @Maschendrahtzaun
    Wir Trommler erwarten lediglich mal 4h die Woche in der Saison ein bisschen Toleranz und Verständnis …. Kann man das nicht angesichts der verbleibenden 164 Stunden “Ruhe” mal wegstecken???

    Spielt bitte dort, wo ihr NIEMANDEN stört, dann ist das Problem erledigt. Vorschlag: an der Warnow zwischen Petribrücke und Straßenbahnbrücke. Mit Wasserblick und grün. Der perfekte Ort und die Fans haben es nicht weit, Discounter in der Nähe.

    @Maschendrahtzaun
    Was ist mit den egoistischen Autofahrern

    Die stören auch sehr, absolut, besonders die Rennmotorradfahrer. Vielleicht solltet ihr euch nicht an schlechten Beispielen orientieren oder argumentativ dahinter verstecken.

    @Maschendrahtzaun
    Es tut uns selbstverständlich leid, dass es für manche unser Lärm unerträglich ist. Aber genau deshalb treffen wir uns ja bereits zu fester Zeit und für den genauen Zeitraum von 4 Stunden. Wir finden, dass diese 4 Stunden wirklich tolerierbar sind.

    Finde ich nicht und mit mir viele Segler, Gehlsdorfer und Stadthafenbesucher, die ihre Ruhe haben wollen. Sollen die Gehlsdorfer und Segler aus ihrem Zuhause flüchten? Für euch ist es ein Leichtes, den Ort eurer Tuns zu wechseln. Bitte nicht vergessen: ihr seid die Ursache des Ärgers, nicht die, die sich gestört fühlen.

    @Maschendrahtzaun
    unser Unverständnis für diesen Konflikt wurde mal klar hervorgerufen durch die Aggressivität und die Drohgebärden durch die drei Segelsenioren vom anderen Ufer. Lasst lieber mal uns in Ruhe.

    Ich bin Nummer 4, ohne Drohgebärden, kein Senior und nicht aggressiv (»Guck mal in den Spiegel!« – das ist Ihre feine englische Art?)
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, was ablief.

    @Maschendrahtzaun
    Unser Lärm macht nicht krank. Das ist Blödsinn. Wenn jemand davon so gestresst ist, dann muss vorher schon Stress ohne uns angestaut gewesen sein, so dass wir das Fass nur noch mit einem Tropfen zum Überlaufen bringen oder nur als Ventil dienen, an dem man sich reinsteigern kann.

    Ich denke, ihr habt das Fass erst zu einem guten Teil gefüllt. Dass Lärm krank machen kann, ist erwiesen, Professor Maschendrahtzaun. Es kommt nicht nur auf ein paar Zahlen an, sondern gerade auch, wie Geräusche empfunden werden. Das Trommeln ist mehrere Kilometer zu hören …
    Wöchentlich 4 h Lady Gaga in euerm Dezibelbereich aus ein paar Metern Entfernung, viele würden das gut finden, und ganz viele sicher nicht. Ich würde mich schnell krank fühlen. Andere halt von eurer Art Musik.

    @Maschendrahtzaun
    Alles sehr sehr traurig und wir haben da sicher Mitgefühl. Deshalb schränken wir unser Hobby bereits auf wöchentlich 4h ein und hören immer pünktlich 22:00 Uhr auf. Weniger geht nicht. Also seid tapfer und bewältigt euren Frust.

    Sehr großzügig, bitte spielt woanders. Noch einmal: ihr seid diejenigen, die andere stören, nicht diejenigen, die sich gestört fühlen. Keine Trommler – kein Problem.

    @Maschendrahtzaun
    Wir, die meisten Bürger, die Hafenmeisterei, die Stadtverwaltung, die Medizin und das Gesetz können jedenfalls nicht nachempfinden, dass unser bisschen Lärm so belastend sein soll, wie manche es darstellen.

    Der Hafenmeister hat übrigens schon dementiert, ich habe mit ihm telefoniert. Die Vereinnahmung der Stadtverwaltung (das wird das Amt nicht freuen), der Medizin im Allgemeinen (oho) und des Gesetzes ist schon sehr gewagt, das spricht für sich …

    Also, nehmt bitte Rücksicht und lasst die lärmgeplagten Mitmenschen in Ruhe.

  • A.W. sagt:

    Liebe Freundinnen und Freunde des Trommelns und des Segeln, liebe Anwohner,

    es zeichnet sich aus den bisherigen Kommentaren klar ab, dass es Euch darum geht, Euere Hobbys leben zu können – und nicht etwa darum, Eure Mitmenschen zu ärgern.

    Sicher ist hier Besonnenheit und gegenseitiges Verständnis wichtig.

    Bestimmt könnt Ihr Euch auch in die Lage der Mitmenschen mit anderen Hobbys versetzen und sagen:
    1. was deren Motivation/Ziel ist und
    2. was diese an Eurem Hobby nun genau stört und
    3. Wie aus Eurer Sicht ein Kompromiss aussehen könnte?

    Schreibt es auf und setzt Euch wirklich mal an einen Tisch und sprecht miteinander – es ist an der Zeit – und Ihr werdet sicher eine für Alle Seiten guten Lösung finden!

    Die Daumen drückend

    A. W.

    * Freedom’s just another word for nothing left to loose *

  • Irmgard Müller sagt:

    Ich denke, es geht darum, Rostock l e i s e r zu machen? Das heisst m.E. zu überlegen, wie man Lärm verhindern kann und nicht umgekehrt. Wer am Trommeln Freude hat, sollte das grundsätzlich dort tun, wo kein Mensch gestört wird.

    Mich stören z.B. ein Stückchen weiter am Stadthafen beim Neptun-Einkauf-Center regelmäßige Partys, wo maßlos gesoffen, gegröhlt oder das Autoradio auf volle Pulle gestellt wird, dass es trotz Ohrstöpsel und Bettdecke über den Ohren – bei geschlossenen Fenstern – beim Schlafen stört. Und um 24 Uhr ist noch lange nicht Schluß.

    Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme…???

    Mit anderen Worten: Lärm, wie auch immer, ist krankmachend. Darum sollten wir gemeinsam dagegen angehen und ihn vermeiden.

    Irmgard Müller

  • Stadthafenbesucher sagt:

    Gestern, am Dienstag, 5. Juni gegen 21 Uhr wollte ich es mir mit Freunden im Stadthafen gemütlich machen und in Ruhe die schöne Atmosphäre genießen.

    Das war leider unmöglich, da die Trommler im Stadthafen extrem laut zu Werke gingen und sicher nicht nur mich, sondern viele andere Stadthafenbesucher und Gehlsdorfer.

    Selbst bei ca. 1-2 km Entfernung hat das Getrommel sehr genervt.
    Dass es es dafür offensichtlich eine Genehmigung gibt, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Dieser Lärm ist ja keineswegs im Interesse einer Mehrheit und widerspricht dem Anliegen der Stadt, den allgemeinen Lärm zu mindern in jeder Form.

    Gerade in den Abendstunden wird die Straße am Strande ruhiger – und dann legen Trommler los und stören alle, die es nicht hören wollen sehr.
    Das ist von den Trommlern egoistisch und rücksichtslos!

    Es kommt auch nicht darauf an, ob das Getrommel ein paar Leuten gefällt oder andere Stadthafenbesucher ebenfalls laut sind. Maßgeblich ist es meines Erachtens NIEMANDEN zu belästigen und schon gar nicht, wenn man sich der Situation bewusst ist.

    Also, liebe Trommler, geht in euch und bitte dahin, wo ihr eure Mitmenschen nicht belästigt. Danke.

  • Bosso sagt:

    Es ist nur stundenlanger, eintöniger und widerlicher Lärm, dem man ausgesetzt ist, ohne jegliche Rücksichtnahme und die Behörden sehen weg.

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